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Kultur

Die Sterne lügen eben nicht

Am Freitag findet um 19.30 Uhr die Premiere von „Wenn die Sterne lügen“ statt. Das „Saggradi“ hat wieder ganze Arbeit geleistet.
Von Ingrid Milutinovic

Der Familienrat tagt gemeinsam mit Nachbarin Frieda. Tochter Steffi (re.) soll – zum Nutzen des väterlichen Betriebes – verheiratet werden. Fotos: Milutinovic

Waldmünchen.Reges Treiben herrschte am Montagabend auf der Probe – einer der letzten – im Gaubaldhaus. Schon vor Probenbeginn waren die Akteure beschäftigt, Saal und Bühne für den Freitag herzurichten. Während die einen den Besen schwangen, legten andere an den Kulissen letzte Hand an. Decken wurden über Sitzmöbel ausgebreitet, Fenster im Kulissenhintergrund kontrolliert und im „Büro“ des Fuhrunternehmers August Winter wurden noch ein letztes Mal die Aktenordner kontrolliert. Hektik oder Nervosität war bei den Darstellern nicht zu spüren, schließlich sind es alles schon fast alles „alte Hasen“, seit Anbeginn dabei sind.

Das Stück ausgesucht hat Regisseurin Barbara Löffler. Zehn bis vierzehn Stücke habe sie gelesen, bis die Wahl auf Toni Lauerers „Wenn die Sterne lügen“ gefallen sei, sagt sie. Schließlich soll jedes Jahr etwas ganz besonderes geboten werden und auch die Personen müssen zumindest im Wesentlichen mit „ihren“ Darstellern zusammenpassen.

Geprobt wird bereits seit Mitte Januar, meist einmal pro Woche, erläutert sie den Zeitaufwand, der auf die Darsteller zukommt. Und seit März trifft sich das Team fast jeden Tag. Das ist auch etwas, auf das es ihr ankommt: Wir sind ein Team, es ist eine gemeinsame Leistung.

Neugierde ist erwünscht

Vorbereitung: Während die einen noch den Saal herrichten, sind andere auf der Bühne beschäftigt. Der Boden wird noch einmal gesäubert und an den Kulissen letzte Hand angelegt. Decken auf den Sitzmöbeln, Fenster und die Regale im „Büro“ werden überprüft.

Schon der Flyer zum Stück macht neugierig auf mehr. Die obligatorische Kugel der Wahrsagerin - natürlich geht es um ein ganz bestimmtes Sternbild - schmückt die erste Seite, die klauenartigen Finger versuchen, ihr die Geheimnisse zu entlocken. Ganz im Stil eines Bauerntheaters sind auch die folgenden Seiten: „Um des geits“, heißt es auf der nächsten Seite und es folgt eine kurze Zusammenfassung des Stücks, in dem der Fuhrunternehmer August Winter seine Tochter Steffi mit dem Sohn des Kiesgrubenbesitzers Franz Wiesinger verheiraten will. Was die Väter sich als lohnendes Geschäft vorstellen, ist für diese aber so überhaupt nicht interessant.

Nicht nur das der auserkorene Bräutigam Wolfgang Wiesinger nicht ihren Vorstellungen entspricht, auch das Horoskop sagt für diese Verbindung nichts Gutes voraus. Ob eine Wahrsagerin helfen kann, bleibt abzuwarten. Nur eines scheint zumindest wohl sicher: „Die Sterne lügen nicht“. Da ist es nur logisch, dass auch die Dartsteller angekündigt werden mit „De san dabei“.

Hinter den Kulissen

Die Maske: Steffi Lampatzer als gelernte Friseurin ist verantwortlich dafür, dass jeder für seine rolle optimal geschmickt wird. Die Verwandlungen sind mitunter gewaltig. Hier wird aus Gaby Bauer die Wahrsagerin Madame Thusnelda. Besondere Herausforderung: die Hakennase.

Nicht nur die Darsteller sind wichtig, weiß Löffler, auch wenn man es für die Zuschauer nicht zu sehen ist, sind hinter den Kulissen viele Aufgaben zu bewältigen. Auch dieses Team ist altbewährt. Die Souffleusen Laura Preis und Rebecca Fritz sorgen dafür, dass keiner Angst haben muss, im Text stecken zu bleiben. Volle Aufmerksamkeit ist während einer Aufführung gefragt, um jederzeit hilfsbereit eingreifen zu können.

Steffi Lampatzer ist als gelernte Friseurin für „die Maske“ verantwortlich. Nicht ganz einfach ist ihre Aufgabe, wenn es zum Beispiel gilt, Michael Beer in den etwas dappigen Heiratskandidaten Wolfgang Wiesinger zu verwandeln oder Gaby Bauer mit einer Hakennase das Aussehen der Wahrsagerin Madame Thusnelda zu verleihen. Fantasie und Fingerspitzengefühl braucht sie dabei. Auch ein Zuviel kann den positiven Effekt schnell zunichte machen.

Absprache: Barbara Löffler (re.) als Regisseurin und Steffi Lampatzer sind ein eingespieltes Team, das sich schon fast „blind versteht“. Bei ihnen reichen kurze Absprachen, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Jeder Darsteller wird entsprechend seiner Rolle „zurechtgemacht“.

Ein Probenabend ist lang. Und deshalb stand auch am Rand des Saales schon die Verpflegung parat. Jeder hatte wohl eine Kleinigkeit mitgebracht und so konnte in den kurzen Pausen immer mal zugegriffen werden. Nach einem letzten Blick in die die Texthefte wird es dann endlich ernst. Für den ersten Akt versammeln sich die Darsteller auf der Bühne. Jeder hat bereits seinen festen Platz und als dann als erstes Mutter Anne und ihre Tochter Steffi Winter in ihre Horoskope schauen, wird bald klar, um was es geht. Mehr soll aber an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

Die Aufführungen:

Heiratskandidat: Wolfgang Wiesinger (Michael Beer, li.) soll nach dem Willen von Kiesgrubenbesitzer Franz Wiesinger (Anton Bauer, re) und Fuhrunternehmer August Winter Steffi Winter heiraten – ein Geschäfts für die beiden Geschäftsleute, das bei der Braut nicht gut ankommt.

Premiere ist am Freitag, den 6. April. Weitere Aufführungen folgen am 7. April, 13. April und 14. April jeweils um 19.30 Uhr, Einlass ist bereits ab 18.30 Uhr. Am Sonntag 8. April ist eine weitere Aufführung um 18 Uhr (Einlass 17 Uhr). Für alle Aufführungen außer Samstag, den 7. April gibt es noch Karten. Auch für die Premiere sind noch einige Karten für Kurzentschlossene zu haben. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 7,50 Euro, für Kinder (bis vierzehn Jahre) 5 Euro.

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