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Projekt

Die Straße durchs Rötzer Quellgebiet

Um die Brunnen der Stadt Rötz zu schützen, wird ein großer Aufwand betrieben. Die Planungsunterlagen liegen derzeit auf.
Von Martin Hladik

Ein planerisch schon sehr konkretes Projekt ist der Ausbau der Staatsstraße 2150 vom Camp Reed bis zum Orteingang Rötz. Was noch fehlt, sind die Finanzmittel.Foto: Hladik
Ein planerisch schon sehr konkretes Projekt ist der Ausbau der Staatsstraße 2150 vom Camp Reed bis zum Orteingang Rötz. Was noch fehlt, sind die Finanzmittel.Foto: Hladik

Rötz.Noch bis zum 21. Januar liegt im Rathaus Rötz ein prall gefüllter Aktenordner zum wasserrechtlichen Verfahren beim Bau der Staatsstraße 2150 zur Einsicht aus. Der geplante Straßenbau vom Ortsende Rötz bis zur Landkreisgrenze oder einfacher gesprochen vom Metallbauunternehmen Meyer bis zum ehemaligen Camp Reed ist aber noch ein absolutes Zukunftsprojekt. Erst muss der Bauabschnitt von der Schwarzachbrücke bis zur Firma Meyer fertig sein. Das wird heuer gesehen.

Der frühest mögliche Baubeginn für die kurvige und bergige Strecke, die bestandsnah ausgebaut werden soll, ist 2020, sagt Dr. Richard Bosl, der im Bauamt Regensburg für die Straßen im Landkreis Cham zuständige Abteilungsleiter. Aber selbst das dürfte sehr optimistisch sein. Denn bislang fehlt die Finanzierung für die vier Millionen Euro teure Staatsstraße. Das heißt, derzeit gibt es keine Haushaltsstelle, auf der die Staatsstraße eingeplant ist.

Zwei andere Großprojekte

Da die Mittel für Staatsstraßen im Gegensatz zu denen für Bundesstraßen geringer gestiegen sind, könnte die Finanzierung für ein solches Staatsbauprojekt im Landkreis Cham schwierig werden. Gleichzeitig laufen zwei andere große Projekte. Begonnen haben nämlich schon die Ortsumgehung Rötz mit einem Kostenrahmen von 8,5 Millionen Euro und die Ortsumgehung Lederdorn mit rund zwölf Millionen Euro.

Bereits begonnen hat man bei der Ortsumgehung Rötz mit dem ersten Brückenbauwerk in der unmittelbaren Nähe zur B 22. Noch heuer werde auch ein zweites Brückenbauwerk der Ortsumgehung in Angriff genommen, sagt Dr. Bosl. Ansonsten ist das Jahr 2019 bei der Ortsumgehung aber von der Bauvorbereitung geprägt. Der eigentliche Straßenbau mit einem dritten Brückenbauwerk wird erst 2020 beginnen, die früheste Fertigstellung der Ortsumgehung ist im Jahr 2021, sagt Dr. Bosl.

Ausbau im Wasserschutzgebiet

  • Verkehr:

    Derzeit rollen laut Planungsunterlagen rund 890 Fahrzeuge in 24 Stunden über die ST 2150 zwischen Rötz und der Landkreisgrenze. Bis 2030 ist höchstens eine Steigerung um 15 Prozent zu erwarten. Diese „geringe Verkehrsdichte“ hat die Planung der Straße durch ein Wasserschutzgebiet erleichtert.

  • Wasserschutz:

    Das Oberflächenwasser der 6,5 Meter breiten Straße wird nach dem Neubau komplett aufgefangen und über dichte Rohrleitungen bis zu einem Regenwasserrückhaltebecken außerhalb des Schutzgebietes geleitet. Der gesamte Straßenkörper wird innerhalb des Schutzgebietes abgedichtet.

Zurück zur Ausbauplanung der 2150 vom Ortsende bis Camp Reed. Was den Straßenbau besonders und das aktuell ausliegende Wasserrechtsverfahren im Rathaus nötig macht, ist die Durchquerung des Wasserschutzgebietes für die Brunnen der Stadt Rötz. An den Hängen von Küh-, Birken- und Brunstberg liegen die Quellen der alten und neuen Brunnen der Stadt Rötz. Die Staatsstraße läuft mitten durch dieses Schutzgebiet. Deswegen sind schon im Vorfeld der Baumaßnahme viele Dinge zu dokumentieren und zu beschreiben: zum Beispiel der Zustand der Quellen selbst, um danach auch Veränderungen beschreiben zu können.

Welche Vorsicht selbst bei Betrieb und Einrichtung der Baustelle herrschen muss, beschreibt das Landratsamt in einem Schreiben vom Dezember. Da wird das Bauamt angewiesen, mit den künftigen Bauunternehmen Verträge abzuschließen, die Baustelleneinrichtung außerhalb des Wasserschutzgebietes aufzubauen. Ein anderer Punkt regelt, wo die Baufahrzeuge betankt werden dürfen oder dass an jedem Tag mit dem Ende der Bauarbeiten die Fahrzeuge aus dem Schutzbereich gebracht werden müssen, um die Gefahr durch ein Ölleck zu vermeiden. An anderer Stelle, so Dr. Bosl, sei geregelt, wie die Quellen während der Bauphase vor Verunreinigungen zum Beispiel durch Abschwemmungen zu schützen seien.

Zweifacher Schutz der Quellen

Auch bei der 6,5 Meter breiten Straße selbst ist an den Schutz der Quellen gedacht – und das in zweifacher Weise. Zum einen wird der Fahrbahnkörper der im Wasserschutzgebiet liegenden Straße komplett nach unten abgedichtet. Das Oberflächenwasser des Straßenkörpers im Wasserschutzgebiet wird komplett aufgefangen und über dichte Röhren zu einem Regenrückhaltebecken außerhalb des Schutzgebietes geleitet.

Das Regenrückhaltebecken am Fuß der Berge wird eine Kapazität von 855 Kubikmeter haben. Entwässert wird auf diese Weise eine Fläche von 3,6 Hektar. Letztlich fließt das Wasser wieder in den Wolfsbach, heißt es in den Planungsunterlagen.

Der Bachlauf selbst wird in der Nähe der Straße und an einem Durchlass etwas verändert. Der neue Bachlauf soll aber weiter mäandern und auch sonst naturnah gestaltet werden. Als Ausgleichsmaßnahme gibt es Verbesserungen an der Schwarzach nahe von Premeischl. Als Ausgleichsmaßnahme für den Straßenbau wird ein Wald in der Nähe von Nottersdorf, Gemeinde Niedermurach,aufgebaut.

Der Ausbau der Staatsstraße von der Schwarzach bis zur Firma Meyer wird die Rötzer heuer beschäftigen. Foto: Hladik
Der Ausbau der Staatsstraße von der Schwarzach bis zur Firma Meyer wird die Rötzer heuer beschäftigen. Foto: Hladik

Bevor aber überhaupt an diesen Straßenbau zu denken ist, muss die Strecke von der Schwarzachbrücke bis zur Firma Meyer fertig sein. Hier hatte es im vergangen Jahr Verzögerungen gegeben, weil die Rohre im Untergrund einige Überraschungen, was ihre Lage und Dimensionierung betrifft, geboten haben. Heuer wird die Baustelle weitergeführt und soll bis Ende des Jahres beendet sein. Dann könnte theoretisch die Baustelle bis zum Camp Reed beginnen, weil die Firmen wieder eine freie Zufahrt für Lieferungen haben. Denn zum Bau muss das 2,5 Kilometer langen Straßenstück komplett gesperrt werden. Die Bauzeit beträgt rund ein Jahr.

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