MyMz
Anzeige

Geschichten

Die unheimliche Fischer-Welt

Die Ränkamer Mythenforscherin Christl Fischer stellte ihr zweites Buch vor bei einer Lesung in der Naturfreundehütte.
Von Johann Gruber

Verleger Hans Schopf (2. von links) und Kathrin Melch (2. von rechts) vom Ohetaler Verlag Grafenau hatten goldhaltigen Sand aus dem Bayerischen Wald mitgebracht, mit der Christl Fischer (links) und Laudator MdB Karl Holmeier (rechts) die „Buchtaufe“ vornahmen. Foto: Johann Gruber
Verleger Hans Schopf (2. von links) und Kathrin Melch (2. von rechts) vom Ohetaler Verlag Grafenau hatten goldhaltigen Sand aus dem Bayerischen Wald mitgebracht, mit der Christl Fischer (links) und Laudator MdB Karl Holmeier (rechts) die „Buchtaufe“ vornahmen. Foto: Johann Gruber

Furth im Wald.Die Naturfreundehütte war am Samstagabend voll besetzt, als die Ränkamer Autorin und Mythenforscherin Christl Fischer ihr neuestes Buch „Sagenhaftes Bayern – Band 2“ vorstellte. Verleger Hans Schopf vom Ohetaler Verlag Grafenau hieß die zahlreichen Besucher willkommen, darunter Laudator MdB Karl Holmeier.

MdB Karl Holmeier gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass er die Laudatio anlässlich der Vorstellung des neuen Buches halten dürfe. Er überreichte ihr zu Fischers Überraschung eine Bundestagsmedaille. Holmeier sei immer wieder begeistert von den Sagen- und Geschichtenabenden mit Christl Fischer. Das gelte auch für ihre Bücher „Sagenhaftes Bayern“ Band 1 und nun Band 2, den er bereits lesen durfte. Hans Dorfer, Illustrator aus Bad Tölz hat das über 160-seitige Werk wieder mit farbenkräftigen Illustrationen bereichert, das Cover des neuen Buches hat der Grafikdesigner Walter Fichter nach einer Fotovorlage von Uschi Gillitzer gestaltet.

„Du schreibst tolle Geschichten“

Die garstig anzuschauenden Perchtn könnten den Büchern von Christl Fischer entsprungen sein.  Foto: Johann Gruber
Die garstig anzuschauenden Perchtn könnten den Büchern von Christl Fischer entsprungen sein. Foto: Johann Gruber

Die Wurzeln als Sagen- und Mythenforscherin wurden schon früh gelegt, wusste Holmeier zu berichten. Schon als Kind war sie begeistert, wenn ihr die Eltern und Großeltern am Abend in der Stub’n Geschichten erzählten. In der Schule hatte sie Freude am Verfassen von Aufsätzen, die im Gegensatz zu ihren Mitschülern nicht kurz und bündig, sondern lang und ausgiebig waren. Hier konnte sie schon in sehr jungen Jahren ihrer Phantasie freien Lauf lassen. „Du schreibst tolle Geschichten“, lobte der Laudator die Autorin. Die Tiroler „Kräuterhexe“ Doris Weirather schreibe in ihrem Vorwort: „Du schreibst spannend und gruselig aber auch sehr bewegend. Du entführst die Leser in eine längst vergangene Welt, in der oft noch diese unheimlichen Dinge passieren.“

Dieser Percht griff sich die Buchautorin Christl Fischer. Foto: Johann Gruber
Dieser Percht griff sich die Buchautorin Christl Fischer. Foto: Johann Gruber

Zu ihrem neuen Werk sagte Holmeier: „In deinem Buch stellst du uns verschiedene Kapitel vor: unheimliche Rauhnächte, Karfreitag, geisterhafte Walpurgisnacht, Fronleichnam, die Hoberngoaß, von Geistern und armen Seelen, weißen Frauen, Druden und Teifeln, ein Weihnachtsmärchen. Es handelt sich oft um Erzählungen aus unserer Region, insbesondere den Landkreisen Cham und Schwandorf. Die Erzählungen von der „weißen Frau aus Kothmaißling“ kenne er auch. Er glaube sogar zu wissen, wer das gewesen sein könnte.“ Er wünsche ihr, dass der zweite Band von „Sagenhaftes Bayern“ genauso erfolgreich wird wie der erste, und dass ihre Arbeit mit dem gebührenden Erfolg belohnt wird.

Anschließend wurde ein Exemplar des neuen Buches „getauft“. Statt Wasser schütteten Karl Holmeier und Christl Fischer aber goldhaltigen Sand aus dem bayerischen Wald, den Verleger Hans Schopf mitgebracht hatte, über das Buch. Anschließend bedankte sich Doris Weirather für die Ehre, das Vorwort in Fischers zweitem Buch beisteuern zu dürfen. Kennengelernt hätten sie sich beim Wandern und der Kontakt sei nicht mehr abgerissen.

Lesestoff

Das neue Werk von Ränkams Gruselautorin

Mit ihrem Buch„Sagenhaftes Bayern“ traf Christl Fischer den Nerv vieler Leser. Jetzt legt die Autorin mystischen Stoff nach.

Dann überraschte Karl Albert seine Stieftochter mit einem großen bernsteinfarbenen Ring, in dem zwei Brillanten und fünf weitere Fassungen eingelassen waren, die bei Erscheinen der weiteren Auflagen noch gefüllt werden.

Nach dem „Lied vom Kerschbaumriegel“ und „Dem Land Tirol, dem ich die Treue halte“ von den Torries Konrad Reitmeier und seinem Neffen Robert Kamera, die die Buchvorstellung musikalisch umrahmten, trat Christl Fischer ans Mikrofon. Sie freue sich, dass ihr Kindergartenfräulein Imelda Hastreiter heute da sei, denn schon im Kindergarten durfte sie ihre Gruppe mit ihren Geschichten unterhalten.

Die gruseligen Perchtn der Brucker Rauhnachtsgmoa des Volks- und Gebirgstrachtenvereins „Enzian“ enterten die Naturfreundehütte.  Foto: Johann Gruber
Die gruseligen Perchtn der Brucker Rauhnachtsgmoa des Volks- und Gebirgstrachtenvereins „Enzian“ enterten die Naturfreundehütte. Foto: Johann Gruber

Als sie anfing, ihre Texte Verlagen anzubieten, stießt sie nur auf Skepsis, erzählte Fischer: „Moinst wirklich, dass’d du wos vorkaffst?“, hieß es. 2014 sollte sie dann etwas zu Halloween organisieren. Wieso Halloween, fragte sie sich, wo wir doch die Rauhnächte haben? Sie habe dann dazu Geschichten zusammengestellt. Ihr späterer Verleger Hans Schopf habe sie bei einer Laudatio gehört und sei an sie herangetreten, etwas zu schreiben. Von Oktober 2016 bis Mai 2017 habe er sie dann bearbeitet, bis sie sich an ihr erstes Buch heranmachte. Heute sei sie ihm dankbar, dass er nicht lockergelassen habe. Sie schreibe „wej d’Sau“, so Fischer, und habe Band 3 von „Sagenhaftes Bayern“ schon ganz und Band 4 halb fertig. 2020 werde ein Kinderbuch von ihr erscheinen.

Weizgeschichten und Anderes

MdB Karl Holmeier musste sich einer Attacke der „Drud“ Isabella erwehren. Foto: Johann Gruber
MdB Karl Holmeier musste sich einer Attacke der „Drud“ Isabella erwehren. Foto: Johann Gruber

Dann gingen in der Naturfreundehütte die Lichter aus und Christl Fischer las im Schein der Rednerpultlampe einige Geschichten vor. Von einem verunglückten Motorradfahrer, einem ausgesprochenen Casanova, einem Selbstmörder, einem Schmiedelehrling, den die Drud druckte und einem Hostienschänder zum Besten.

Dann enterten die gruseligen Perchtn der Brucker Rauhnachtsgmoa des Volks- und Gebirgstrachtenvereins „Enzian“ die Naturfreundehütte. Sie setzten Christl Fischer fest und verpassten ihr eine mittelalterliche Halsgeige, auch Schandgeige oder Zankbrett genannt. Sie musste etliche Fragen richtig beantworten, ehe sie die Halsgeige wieder loswurde. Dann stürmte eine stimmgewaltige Drud durch die Zuschauerreihen und attackierte unter anderem auch Laudator Holmeier. Im Drudengewand steckte Christl Fischers Tochter Isabella, die die Rolle der Drud auch schon im Theaterstück „Durandl“ hervorragend verkörpert hatte. Da kann man wirklich nur sagen: Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum.

Nach den Lesungen von Christl Fischer nutzten die Besucher zahlreich die Möglichkeit zum Kauf und zum Signieren des neuen zweiten Bandes aus der Reihe „Sagenhaftes Bayern“ und saß zu den Klängen der Torries noch lange gemütlich zusammen.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über den Facebook Messenger, Telegram und Notify direkt auf das Smartphone.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht