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Mittwoch, 20. Juni 2018 28° 2

Faschingshochzeit

Die Vermehlung war bis ins Detail geplant

Die „Lustvolle Turburga von der Herschwoid“ und „Neuglzuzelnd’s Dommal vom Jagastüberl“ gaben sich das Jawort.
Von Anneliese Fuchs

  • Das Schillertswiesener Brautpaar mit dem Nonnenchor Foto: rsu
  • Das Brautpaar mit dem Pfarrer
  • Auf dem Kammertwagen wurde die Aussteuer transportiert.
  • Das Brautpaar mit der buckligen Verwandtschaft
  • Auch die Oldtimerfreunde Losenhof nahmen am Hochzeitszug teil.

SCHILLERTSWIESEN.Nach zehn Jahren war es wieder soweit: In Schillertswiesen fand am 11. Februar eine Faschingshochzeit statt. Die Jugend der Dorfgemeinschaft war fleißig beim Vorbereiten für den großen Tag von Braut „Lustvolle Turburga von der Herschwoid“ und ihrem Bräutigam „Neuglzuzelnd’s Dommal vom Jagastüberl“. Das will natürlich bis ins Detail geplant sein.

Es herrschte ein Ausnahmezustand in Schillertswiesen, denn so viele Menschen auf einmal hat der beschauliche Ort die letzten Jahre bestimmt nicht gesehen.

Alle waren fein herausgeputzt

Das Brautpaar, die fesche Braut Tobias Fichtl und ihr Bräutigam Thomas Schiegl waren eine echte Augenweide, aber auch die Hochzeitsgesellschaft hat sich fein herausgeputzt, so wie es halt damals auch war.

Um 13.30 Uhr begann der Umzug der 15 Faschingswägen durch den Ort beim Anwesen Johann Dummer, die Vermehlung folgte um 14.44 Uhr am Triftweg beim Anwesen Schiegl mit Hochzeitslader, Pfarrer, Ministranten. Anschließend zog die Hochzeitsgemeinschaft zurück zur Festhalle. Der Abend war nur für geladene Gäste reserviert.

Überaus viele Zuschauer säumten die Straßen oder waren Zeugen der Vermehlung beim Faschings-Spektakel, das man sich nicht entgehen ließ. Schön anzuschauen waren die Faschingswägen wie der üppige Kammertwagen, gezogen von einem alten Schlüter, an einem andern war die Schwiegermutter in einem Käfig eingesperrt, „endlich unter der Haum“ war zu lesen, eine Strandbar war zu sehen von der KLJ Arrach und auch der König von Mallorca „Jürgen Drews“ war gekommen. Die örtliche Feuerwehr nahm die Brücke in Haag aufs Korn. „Wir heben ab“ lautet auch das 111. Jubiläum 2019 der Landjugend Martinsneukirchen mit „1000-prozentiger Absturzgefahr“. Einen eigenen Wagen für die Hochzeitsgeschenke gab es zu bewundern.

Ein gemeinsames Hochzeitsfoto beim Anwesen Dummer durfte natürlich nicht fehlen, bevor sich der Faschingszug in Bewegung setzte Richtung Anwesen Schiegl, wo bereits eine Bühne bereitstand. Eine Blaskapelle sorgte für den richtigen Schritt. Überaus viele Süßigkeiten erfreuten die Kinder. Der Prograderer, der Humorist und Hochzeitslader Martin Kürzinger, hatte alles im Griff und sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Auf der Bühne stellten sich die Teilnehmer humorvoll vor. So war Alexander Fries der Bürgermeister, Robin Kürzinger der stattliche Pfarrer, Florian Schiegl war die rührige Kranzljungfrau, die Ministranten Matthias Meinzinger und Sieghard Senft versprengten Weihwasser mit der Klobürste aus einem Klo.

Einleitend sang der „Jägermeister Orden“, der auch zum Schluss vor die Bühne trat. Der Dorfsheriff Florian Alhoch stellte sich vor, Braumeister Stefan Hecht, „bei dem der Bräutigam bester Kunde ist“, wie er sagte. Den Postboten verkörperte Andreas Baumer, die Schwestern von der Braut Thomas Gabler und Stefan Weber, die Brüder vom Bräutigam Maximilian und Philipp Müller, Oma und Opa von der Braut Julia Weinfurtner und Verena Fuchs, Oma und Opa des Bräutigams Teresa Fries und Daniel Riederer, die Eltern der Braut waren Dominik Fichtl und Kevin Traidl, die Eltern des Bräutigam Philipp Dummer und Thomas Baumer. Als Brautführer war Stefan Fichtl präsent, Brautmutter und Taufpatin verkörperte Florian Fuchs Alle zeigten sich gut gelaunt für eine lange anstrengende Nacht.

Mit einem Strick verbandelt

Mit Spannung wurde die Vermehlung erwartet. Muss ich das „Ja“ gleich sagen, meinte ängstlich der Bräutigam. Zunächst aber wurden die beiden mit einem Strick verbandelt. Als Ringe gab es dann Schlauchschell’n, wie alle sehen konnten. Die Fürbitten sprach Trump und auch Strauß trat auf die Bühne, lauter hochkarätige Politiker.

Martin Kürzinger gab die beliebten Gstanzl zum Besten. Bevor man gemeinsam zur Feier zog, bei der nur geladene Gäste teilnehmen durften, war auch das Schenken und das Brautstehlen mit eingebunden. Doch leider war die Verbindung des ungleichen Brautpaares nicht von langer Dauer, denn um 24 Uhr wurden die beiden wieder geschieden.

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Das Brautpaar durfte sich küssen.

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