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Natur

Die Vogel-Stars vom Drachensee

Auch 2020 wird Heribert Mühlbauer wieder Neues über die Natur und ihre Schönheit und Gefährdung am Drachensee vorstellen.

Stars am Drachensee sind ein Seeadlerpärchen und ein Jungvogel. So sieht ihr Beuteflug aus. Foto: Heribert Mühlbauer
Stars am Drachensee sind ein Seeadlerpärchen und ein Jungvogel. So sieht ihr Beuteflug aus. Foto: Heribert Mühlbauer

Furth im Wald.Der Drachensee –Winterrefugium für Wasservögel. Auch 2020 wird Heribert Mühlbauer, über 40 Jahre lang Vorsitzender der LBV Kreisgruppe Cham, im Rahmen des „Drachenseegeschnatters“ wieder Neues und Aktuelles über die Natur beziehungsweise ihre Schönheit und Gefährdung am Drachensee vorstellen. Der erste Beitrag hierzu befasst sich mit fünf besonders auffälligen Vogelarten, die derzeit das winterliche Erscheinungsbild des Drachensees besonders prägen: Seeadler, Höckerschwan, Silberreiher, Kormoran und Gänsesäger.

Attraktiv für seltene Vögel

Der Winter 2019/2020 ist übrigens auch am Drachensee etwas außergewöhnlich, denn der See war bisher an einigen ganz wenigen Tagen, aber dabei auch nie völlig zugefroren. Zeitweise waren so bis zu 1500 Wasservögel anwesend. Darunter waren auffallend mehr seltene Arten wie z.B. Singschwäne, Prachttaucher, Sterntaucher, Rothalstaucher oder verschiedenste Gänse- und Entenarten. Viele werden aber wohl von den meisten Besuchern des Sees nicht erkannt, weil sie in ihrem Winterkleid nicht leicht zu erkennen und zu beobachten sind. Dennoch beweist ihr Vorkommen, dass der Drachensee auch für seltene Wintergäste überaus attraktiv ist.

Ein Silberreiher im Überflug  Foto: Heribert Mühlbauer
Ein Silberreiher im Überflug Foto: Heribert Mühlbauer

Faszinierend präsentieren sich auch in diesem Winter, vornehmlich in der Ökozone des Drachensees, wieder die Seeadler. Ihr Erscheinen sorgt immer für große Aufregung unter der übrigen Vogelwelt. Plötzlich auffliegende Vogelschwärme deuten meist auf die Anwesenheit des Adlerpärchens hin. Derzeit hält sich aber gelegentlich noch ein weiterer Jungadler am Drachensee auf und geht hier auf Nahrungssuche. Unterscheiden kann man ihn von den erwachsenen Adlern leicht, da diese weiße Schwanzfedern und einen hellen Kopf besitzen.

In größeren Trupps, aber auch schon paarweise sind Höckerschwäne derzeit besonders auffallend. Der orangerote Schnabel mit dem schwarzen Höcker unterscheidet ihn von dem gelbschnäbligen und viel selteneren Singschwan. Der Höckerschwan profitiert in diesem Winter von einem fast eisfreien Drachensee, der es ihm erlaubt, im Flachwasserbereich von Ösbühler Bucht und Ökozone nach pflanzlicher Nahrung unter Wasser zu suchen. Es ist zu hoffen, dass es in diesem Jahr wieder gelingt, Jungschwäne am Drachensee zu beobachten.

Silberreiher gehören auch in diesem Winter zu den auffallendsten und prägendsten Vogelarten am Drachensee. Ihre Größe, ihr reinweißes Gefieder, ihre elegante Erscheinung machen sie unverwechselbar. Ungefähr 50 Silberreiher überwintern derzeit rund um den Drachensee. Zusammen mit Graureihern kann man sie in kleinen Trupps oft auch auf Wiesen bei der Suche nach Mäusen beobachten. Der Silberreiher ist eigentlich bereits ein Ganzjahresvogel am See, die größte Anzahl ist aber von September bis Mai hier zu beobachten.

Truppweise Kormorane

Unübersehbar ist auch das Überwintern von Kormoranen. Sie waren aber schon einige Jahre vor der Flutung des Sees Wintergäste. Ihr schwarzes Gefieder, ihr Schwimmverhalten, ihr Flugbild und ihr truppweises Auftreten erleichert das Erkennen und Bestimmen. Viele Exemplare tragen derzeit schon ihr Brutkleid, bei dem der weiße Kopf und das weiße Halsgefieder besonders auffallend. Die Geschlechter sind kaum zu unterscheiden. Die Männchen sind aber etwas größer. Vögel mit mehr bräunlichen Gefieder und mit weißlichem Bauch sind Jungvögel. Kormorane gehören als sogenannte „Ureinwohner“ zum Inventar des Drachensees und werden es hoffentlich noch lange bleiben.

Ein Kormoran beim Start  Foto: Heribert Mühlbauer
Ein Kormoran beim Start Foto: Heribert Mühlbauer

Auch die Gänsesäger sind seit der Flutung des Sees regelmäßige und auch zahlreiche Wintergäste. Sie kommen aus Nordeuropa und verweilen bei uns meistens von Oktober bis Anfang April. Vor allem die Männchen prägen durch ihr auffallendes Aussehen das Winterbild am Drachensee. Sie befinden sich bereits im Brutkleid und sind durch einem schwarzen, teilweise bei Sonne grünlich glänzenden Kopf und Rücken gekennzeichnet. Unverkennbar ist auch der rote Schnabel mit Sägezähnen und mit einem deutlichen Haken an der Spitze. Der rote Schnabel ist auch beim Weibchen typisch, dessen Gefieder ist jedoch grau, der Kopf ist braun mit einem auffallenden Schopf.

Fazit: Seeadler, Höckerschwan, Silberreiher, Kormorane und Gänsesäger sind in vieler Hinsicht beeindruckende Vogelarten. Ihr gemeinsames Vorkommen zur Winterszeit am Drachensee fasziniert alle Naturfreunde. Sie sind auch ein Beweis dafür, dass es sich gelohnt hat, sich für einen ökologisch ausgerichteten Drachensee einzusetzen. Er hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem wichtigen Überwinterungsgebiet für Wasservögel entwickelt.

Verantwortung für ein Juwel

Für Heribert Mühlbauer, dem der See seit Jahrzehnten ein besonders Anliegen ist, bleibt dennoch der große Wunsch, dass sich zukünftig noch mehr als bisher Entscheidungsträger bewusst werden, welche Verantwortung wir für die Erhaltung dieses wertvollen Juwels für Mensch und Natur haben.

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