MyMz
Anzeige

Serie

Die Weltenbummler sind am Ziel

Vor einem Jahr sind Heike Hornig und Charly Hollinger aufgebrochen – nun haben sie ihr Traumland, die Mongolei, erreicht.
Von Heike Hornig

Heike Hornig (l.) und Charly Hollinger unterstützten Saraa Munkhbaya bei ihren Projekten. Vielleicht gibt es ja bald eine Städtepartnerschaft ... Fotos: chn
Heike Hornig (l.) und Charly Hollinger unterstützten Saraa Munkhbaya bei ihren Projekten. Vielleicht gibt es ja bald eine Städtepartnerschaft ... Fotos: chn

Roding. Vor fast genau einem Jahr sind wir auf unsere Reise „Von Roding in die Mongolei“ gestartet. Am 18. Juli haben wir tatsächlich das Land unserer Träume erreicht und rollten in „Altanbulag“ von Russland aus über die Grenze in die Mongolei. Rund 30 000 Kilometer haben wir bisher zurückgelegt, 13 Länder bereist und viele Menschen kennengelernt. Wir sind eingetaucht in die vielfältige Natur und faszinierende Kulturen.

Ovoo: Die heiligen Steinhaufen, die in der mongolischen Volksreligion als Altäre verwendet wurden, sind auch Glücksbringer für Reisende.
Ovoo: Die heiligen Steinhaufen, die in der mongolischen Volksreligion als Altäre verwendet wurden, sind auch Glücksbringer für Reisende.

Wir waren gespannt, ob unsere Bilder von der Mongolei, von der endlosen Weite, vom immer blauen Himmel, von einer weitestgehend unberührten Natur, sanften Tälern mit weidenden Yaks, Pferden, Ziegen und Schafen, heiligen Stätten, über denen die Adler kreisen, und Menschen, die im Einklang mit der Natur leben und arbeiten, bestätigt werden.

Als Freiwillige aktiv

Zum Ankommen und zur Einstimmung auf die Mongolei haben wir uns erneut entschieden, für zwei Wochen als Freiwillige bei einer kleinen Nichtregierungsorganisation tätig zu werden. Über eine Internetplattform haben wir „Saraa’s guesthose & Taiga Tours“ in Mörön (im Norden der Mongolei) als Einsatzstelle gefunden. Wir haben uns dort bereits von Kasachstan aus per Email beworben und alle Details abgestimmt.

Ankunft: Die Weltenbummler wurden in einer kleinen Hütte einquartiert. Der Landrover mit Hänger konnte im Hof untergestellt werden.
Ankunft: Die Weltenbummler wurden in einer kleinen Hütte einquartiert. Der Landrover mit Hänger konnte im Hof untergestellt werden.

Schon in Rumänien, in der Türkei und in Armenien waren wir jeweils zwei bis drei Wochen als Freiwillige aktiv. Diese Freiwilligeneinsätze bringen uns innerhalb kürzester Zeit das Land, die Kultur und Arbeitsweise der Menschen näher. Gleichzeitig haben wir auch neue Freunde gewonnen. In Mörön ist der Start diesmal leider eher holprig.

Lesen Sie hier noch einmal, was in Kirgisistan passiert ist:

Erster Tiefpunkt trotz Naturparadies

Obwohl ich eine Woche vor unserer Ankunft noch einmal das genaue Ankunftsdatum schriftlich bestätigt hatte und einen Tag vorher die genaue Uhrzeit durchgegeben habe, ist vor Ort niemand auf unser Kommen vorbereitet. Wir treffen lediglich den Ehemann der Projektleiterin an, der ausschließlich Mongolisch spricht und immer wieder nur freundlich lächelnd mit den Schultern zuckt und den Kopf schüttelt auf all unsere Versuche mit Englisch, frei improvisierter Gebärdensprache sowie dem „Google-Translater“, ihm klar zu machen, wer wir sind und warum wir da sind.

Zuerst ziehen wir uns frustriert in unseren Landrover zurück und beratschlagen, was wir tun sollen. Es ist schon fast dunkel und damit zu spät, noch aus der Stadt rauszufahren und einen Übernachtungsplatz zu suchen. Ein Anrufversuch bei Saraa, der Projektleiterin, bleibt unbeantwortet. Wir beschließen nachzufragen, ob wir wenigstens ein Zimmer bekommen können, in dem wir mit Hund übernachten und darauf warten können, bis Saraa eintrifft. Es gelingt. Wir werden in einer kleinen Hütte einquartiert und können unser Gespann, den Landrover mit Hänger, in den Hof stellen.

Kloster: Die Rodinger besuchten auf ihrer Reise auch Amarbajasgalant, eines der drei größten buddhistischen Klosterzentren in der Mongolei.
Kloster: Die Rodinger besuchten auf ihrer Reise auch Amarbajasgalant, eines der drei größten buddhistischen Klosterzentren in der Mongolei.

Am nächsten Morgen treffen wir ein paar andere Freiwillige, zwei junge Engländer und zwei Franzosen, die uns erklären, das Saraa erst in zwei Tagen zurückkommen wird. Durch die Informationen der anderen lernen wir schnell die Abläufe kennen. Saraa hat bei ihrer Ankunft kein schlechtes Gewissen, dass sie nicht erreichbar war. Sie setzt sich mit uns zusammen, um von ihrer Arbeit und ihren Projekten zu erzählen. Schnell wird klar, dass sie in vielen Bereichen aktiv ist und große Ziele verfolgt. Neben ihrer Arbeit als Bürgermeisterin organisiert sie eine Sommerschule, die rund 30 Kindern in den Ferien die Möglichkeit bietet Englisch zu lernen. Sie leitet eine Gruppe, die alleinerziehende Frauen darin unterstützt, Arbeit zu finden. Sie setzt sich gegen Alkoholmissbrauch ein und versucht die Idee von gesünderer Lebensweise inklusive dem Anbau und Verzehr von Gemüse und Obst zu etablieren.

Nächstes Ziel: Wüste Gobi

In den zwei Wochen der Freiwilligenarbeit können wir diese Ziele ein kleines bisschen mit unterstützen. Wir helfen, ein Gewächshaus in der Nachbarschaft fertigzustellen, das die anderen Freiwilligen geplant haben. Wir geben an vier Tagen Englischunterricht für Kinder und Jugendliche und wir bauen eine Bar und eine Spendenbox für die „coffee corner“, das als Treff für die Frauengruppe dienen soll.

Unterricht: Während ihres Freiwilligendienstes gaben Heike und Charly an vier Tagen Englischunterricht für Kinder und Jugendliche.
Unterricht: Während ihres Freiwilligendienstes gaben Heike und Charly an vier Tagen Englischunterricht für Kinder und Jugendliche.

Gerne möchten wir diese wertvolle Arbeit längerfristig von Saraa Munkhbayar unterstützen und wollen daher eine Kooperation zwischen unserem Verein (OiMi e. V.) und ihrer NGO (der Bayans-Womens-Group) aufbauen. Eventuell kann am Ende daraus auch eine Städtepartnerschaft zwischen Roding und Mörön entstehen. Eine entsprechende Anfrage an Bürgermeister Franz Reichold wurde positiv aufgenommen.

Nach diesen intensiven interkulturellen Erfahrungen zu Beginn unseres Mongolei-Aufenthaltes freuen wir uns nun auf die faszinierende Natur des Landes. Wir brechen auf zur Wüste Gobi und abschließend in die Taiga zu den letzten Rentiernomaden.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht