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Diese Nebenkosten müssen Mieter zahlen

17 verschiedene Posten können auf den Mieter umgelegt werden: Unsere Expertin aus Cham erklärt, welche das sind.
Von Nicole Bräu

Als Basis gilt der Mietvertrag: Nebenkosten sind nur zu zahlen, wenn dies ausdrücklich vertraglich vereinbart wurde. Foto: fotolia
Als Basis gilt der Mietvertrag: Nebenkosten sind nur zu zahlen, wenn dies ausdrücklich vertraglich vereinbart wurde. Foto: fotolia

Cham.Mieter leisten in der Regel monatliche Vorauszahlungen für ihre Nebenkosten, über die ihr Vermieter jährlich abrechnet. Als Basis gilt der Mietvertrag: Nebenkosten sind nämlich nur dann zu zahlen, wenn dies ausdrücklich vertraglich vereinbart wurde. Die anfallenden Kosten müssen im Vertrag eindeutig und inhaltlich genau bestimmt sein. Die Abrechnung muss sich immer auf zwölf Monate beziehen – also ein ganzes Jahr!

Meistens wird nach dem Kalenderjahr abgerechnet, der Vermieter darf aber auch einen anderen Zeitraum wählen. Spätestens ein Jahr nach dem festgelegten Abrechnungszeitraum muss dem Mieter die Betriebskostenabrechnung zugegangen sein. Bei einem Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 ist der letzte mögliche Tag der 31. Dezember 2018.

Expertin Nicole Bräu
Expertin Nicole Bräu

Nach Fristablauf kann der Vermieter keine Nachforderung mehr geltend machen, es sei denn, er hat die Verspätung nicht zu vertreten. Sollte sich allerdings ein Guthaben für den Mieter ergeben, muss dieses auch nach Ablauf der Frist noch ausgezahlt werden. Einwendungen gegen die Abrechnung können Mieter bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung dem Vermieter mitteilen.

Korrekt und formell wirksam

Die Abrechnung muss korrekt und formell wirksam sein. Nachfolgende Angaben müssen in jeder Abrechnung zu finden sein:

1. Eine Zusammenstellung der Gesamtkosten je Nebenkostenart. 2. Die Angaben der zugrunde gelegten Verteilerschlüssel. 3. Für jede Nebenkostenart muss der Mieteranteil berechnet sein. 4. Die monatlichen Vorauszahlungen müssen aufgeführt und verrechnet werden.

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Umlageschlüssel: Kosten, die für das ganze Haus entstehen, sind auf einzelne Wohnungen zu verteilen. Dies kann nach Wohnfläche, Personenzahl, Wohneinheiten, Verbrauch oder Miteigentumsanteilen erfolgen. Entscheidend sind hier die mietvertraglichen Vereinbarungen. Ist kein Verteilerschlüssel vereinbart, muss auf gesetzlicher Grundlage nach Wohnfläche abgerechnet werden.

Betriebskosten für den Aufzug

17 verschiedene Nebenkosten können nach der Betriebskostenverordnung (BetrKV) umgelegt werden.

1. Die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks (Grundsteuer, Deichabgaben). 2. Die Wasserversorgung (Wassergebühren, Wasserzähler, Gerätemiete, Eichkosten). 3. Die Entwässerung (Kanalgebühren, Oberflächenwasser). 4. Die Heizkosten. 5. Die Warmwasserkosten. 6. Kosten verbundener Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlagen. 7. Betriebskosten für den Aufzug

8. Die Straßenreinigung und Müllbeseitigung. 9. Die Hausreinigung und Ungezieferbekämpfung. 10. Die Gartenpflege. 11. Die Allgemeinbeleuchtung. 12. Die Schornsteinreinigung. 13. Die Sach- und Haftpflichtversicherung. 14. Die Kosten für den Hauswart. 15. Die Kosten der Gemeinschaftsantenne und des Kabelfernsehens. 16. Die Kosten der gemeinsamen Wäschepflege.

Unsere Expertin

  • Autorin:

    Nicole Bräu ist Betriebswirtin und als Verbraucherberaterin beim VerbraucherService Bayern im KDFB in Cham tätig.

  • Kontakt:

    Beratungsstelle Cham, Obere Regenstraße 15, Telefon (0 99 71) 67 53, Fax (0 99 71) 7 68 20 47, E-Mail n.braeu@verbraucherservice-bayern.de .

  • Öffnungszeiten:

    Der Verbraucherservice ist am Montag von 13 bis 17 Uhr, am Dienstag von 9 bis 13, am Donnerstag von 9 bis 13 und am Freitag von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

17. Sonstige Betriebskosten dürfen nur umgelegt werden, wenn diese konkret im Mietvertrag benannt wurden (wie etwa Kosten für Schwimmbad, Fitnessraum oder Sauna, Prüfgebühren für Feuerlöscher oder Rauchwarnmelder sowie Kosten für eine regelmäßig notwendige Dachrinnenreinigung). Nicht umlagefähig sind zum Beispiel Anschaffungs-, Reparatur- und Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklagen sowie Kosten für die Erstellung der Betriebskostenabrechnung. Die 15 Beratungsstellen des VerbraucherServices Bayern im KDFB bieten eine Überprüfung der Nebenkostenabrechnung für die Mieter an. Kosten: je nach Aufwand zwischen 35 und 60 Euro

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