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Neueröffnung

Diese Sonne scheint auch in dunkler Zeit

Axel Meise gehört deutschlandweit zu den Top-Lichtdesignern. Er war jetzt in Roding, um die Menschen zu erhellen.
Von Christoph Klöckner

  • Ganz nah an der Sonne: Occhio-Designer Axel Meise kam jetzt nach Roding, um das neue Studio bei Riedl Raumkonzepte zu eröffnen und demonstrierte die Raffinessen seiner Lampenserien. Foto: C. Klöckner
  • Drei Serien hat Occhio im Angebot, wie Axel Meise im neuen Studio bei Riedl Raumkonzepte erläuterte. Foto: C. Klöckner

Roding.Wer der Sonne zu nah kommt, verbrennt sich die Finger. Denkt man an Ikarus und seinen Sturz aus dem Himmel, so kann es manchmal sogar noch schlimmer enden. Doch bei Axel Meise, der der Sonne mit seinem Lampenlicht schon extrem nah ist, gibt es weder einen Absturz noch Brandblasen an den Fingern.

Axel Meise sucht seit 40 Jahren den Weg zum besten Licht. Mit LED ist er dem schon sehr nah gekommen. Foto: C. Klöckner
Axel Meise sucht seit 40 Jahren den Weg zum besten Licht. Mit LED ist er dem schon sehr nah gekommen. Foto: C. Klöckner

Das Gegenteil von Schmerz ist das Ziel des bekannten Designers, wie er vergangene Woche gut 150 Rodingern beim Unternehmen Riedl Raumkonzepte am Mußkönig erläuterte: Er will den Menschen „höchstmögliches Wohlbefinden bereiten“. Und zwar durch sein Licht und die Konzepte dazu, die im neuen Studio bei Thomas Riedl zu finden sind.

„Neue Kultur des Lichts“

Die „neue Kultur des Lichts“, die von Meises Firma Occhio angeboten wird, arbeitet dabei mit der modernsten Lichtquelle - LEDs, die aufgrund ihrer Leuchtkraft und vor allem der Farbintensität dem Tageslicht schon aufs Höchstmögliche näherkommen. Es gibt sogar eine eigene Einheit zum Messen der Spektralfarbenintensität: Color Rendering Index, kurz CRI. Ist die Sonne mit 100 das Maß allen Lichts, so haben die Leuchten von Occhio bereits die 97 erreicht.

Occhio in Roding

  • Das Unternehmen:

    Occhio ist italienisch und heißt übersetzt Auge - Axel Meise, der Unternehmensgründer vor 20 Jahren und heutige Geschäftsführer des Münchner Unternehmens, erklärte den Namen, der auf Glaslinsen zurückgeht. Die seien in jeder Occhio-Lampe verbaut, auch wenn man sie nicht sehe. Dadurch unterbleibe eine Blendung durchs Licht.

  • Design:

    Vor allem das Design - klar und klassisch ohne Schnörkel - hat Occhio bekanntgemacht. Dazu wird es kombiniert mit höchster Materialqualität und technischer Raffinesse wie Gestenlenkung oder per App. 2017 erhielt Axel Meise für seine Entwürfe den German Design Award, er gilt vielen als Steve Jobs der Lichtindustrie.

  • Geschichte:

    Er sei seit 40 Jahren in Sachen Licht unterwegs, seit 20 Jahren für Occhio. Er verfolge die Idee nach einem ganzheitlichen Lichtkonzept, dem passenden Licht für jede Situation, sagt Axel Meise.

  • Preise:

    Laut Meise liegen die Preise der Occhio-Lampen zwischen 250 und 5800 Euro. Die Teuerste ist die große Stehlampe mit Carbon-Bogenstab. Die Lampen sind bei bestimmten Fachhändlern zu haben oder übers Internetportal der Firma. Es gibt drei Lampenserien, die in Modularbauweise erstellt sind.

Was sich dahinter verbirgt oder besser, wie es wirkt, erklärt Axel Meise, der gebürtig aus Düsseldorf stammt, im Gespräch mit einem Negativbeispiel. Er sei jetzt in ein Luxushotel bei München gerufen worden. Der Hotelier habe alle seine Lampen auch aus Energiespargründen umgestellt auf LED und nun Probleme, wie Meise erläuterte: „Die Atmosphäre war dadurch verloren gegangen.“ Denn hier seien die falschen LED verbaut worden.

Stufenlos per Geste steuerbar

Fehlt die Temperatur des gesamten Farbspektrums in der Lichtmischung, fehlt vielen Menschen einfach die Wärme. Deshalb empfiehlt er beim LED-Kauf, auf den CRI-Wert zu achten und nichts unter dem Wert 90 anzufassen. Gerade in den Herbst- und Winterzeiten - der November ist nicht umsonst der Monat, in dem die meisten Lampen über den Ladentisch gehen - sind die Menschen empfindlich aufs Licht. Mancher wird gar krank bei zu wenig Sonne.

Occhio-Designer Axel Meise stellte den Rodingern seine Lichtkonzepte vor. Foto: C. Klöckner
Occhio-Designer Axel Meise stellte den Rodingern seine Lichtkonzepte vor. Foto: C. Klöckner

Bei den Occhio-Lampenserien von Axel Meise, der sich bereits als Jugendlicher auf die Suche nach dem optimalen Licht machte und eigene Lampen kreierte, sei alles möglich. Ob ein eher kühles Licht fürs Büro oder die sanfte Variante für zu Hause - in den Lampen seien alle Varianten versteckt. „Sie sind stufenlos im Licht veränderbar. Das ist eine Erfindung von uns und immer ein Traum von mir gewesen“, so Meise. Das mache Occhio aus und sei erst durch die LED-Revolution im Lichtmarkt möglich geworden.

Thomas Riedl (li.) kennt Occhio-Geschäftsführer und -Designer Axel Meise seit etwa sechs Jahren (mit im Bild die „Mito“). Foto: C. Klöckner
Thomas Riedl (li.) kennt Occhio-Geschäftsführer und -Designer Axel Meise seit etwa sechs Jahren (mit im Bild die „Mito“). Foto: C. Klöckner

Das Licht lässt sich beliebig steuern, mit Gesten, mit dem Handy per App oder über das Tablet. Meise führt vor, wie das Licht der Lampe mit einem Hinweis seiner Hand geteilt, wie es mit zwei Fingern gedimmt oder zum Leuchten gebracht werden kann: „Es soll Spaß machen!“

Ein Teil des Schauraums

Im Occhio-Studio, das Thomas Riedl in einem Teil seines Schauraums untergebracht hat, ist das Konzept von Axel Meise seit fünf, sechs Jahren angekommen. Auch, weil es gut mit der Arbeit von Thomas Riedl und seinem Sohn Simon korrespondiere, wie es hieß. Die Malermeister und Raumgestalter verarbeiten oft besondere Oberflächenmaterialien, die ins rechte Licht gesetzt werden müssen, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Occhio-Vertreter berieten Interessierte. Foto: C. Klöckner
Occhio-Vertreter berieten Interessierte. Foto: C. Klöckner

Wer bei Riedls einen überfüllten Lampenladen erwartet, wird enttäuscht. Der Designer setzt auf unaufdringliche, klare Formen und Farben. Gearbeitet sind die Lampen in Aluminium und Carbon. Und alle haben als Innenleben Linsen, um ein Blenden des Erleuchteten unmöglich zu machen.

Mit dem Wohlfühllicht sei das die Magie, so Riedl, die Meise und Occhio ausmache. Es komme ihm nicht auf den Ort an, sondern auf die Menschen, denen er das Licht bringe, sagt Axel Meise zur Frage, was ihn nach Roding treibe. Er sieht sich dabei auch in einer Mission...

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