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Geschichte

Dieses Gemälde ist „einmalig in Bayern“

Eine der ältesten Motive aus der Zeit des Baus der Wallfahrtskirche Heilbrünnl ist das Bild eines unbekannten Meisters.
Von Jakob Moro

Ludwig Dieß malte das Bild von 1744 im Jahr 1977 nach. Es ist im Besitz unseres Berichterstatters. Foto: rjm
Ludwig Dieß malte das Bild von 1744 im Jahr 1977 nach. Es ist im Besitz unseres Berichterstatters. Foto: rjm

Roding.Eines der ersten Bilder vom Heilbrünnl dürfte eines in Öl auf Leinwand gemaltes eines unbekannten Meisters sein. Es ist ein Bild, das wie viele andere Bilder aus dem barocken Bilderzyklus des Erzdekanates Cham stammt. Roding gehörte im 18. Jahrhundert zum damaligen Erzdekanat Cham. Damals war Cham der kirchliche Mittelpunkt eines weiten Umlands. Das Erzdekanat Cham mit dem Mittelpunkt St. Jakob reichte von Penting bei Neunburg vorm Wald im Westen bis nach Lam im Osten.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließ der Chamer „Erzdekan“ alle Pfarrorte des damaligen Erzdekanats in Öl auf Leinwand malen. Stilvergleiche ergeben, dass zwei verschiedene Künstler mit der Aufgabe betraut worden waren.

„Überraschende Qualität“

Nach Auffassung von Dr. Wolters, Professor für Kunstgeschichte in München und ehemaliger Oberlandeskonservator, handelt es sich dabei um kulturhistorisch bedeutsame Dokumente von überraschender künstlerischer Qualität, die dringend einer konservatorischen Behandlung durch einen hoch qualifizierten Restaurator bedürfen. Als Ensemble nannte er die Gemälde als seiner Kenntnis nach „einmalig im ganzen Land Bayerns“.

Informationen über die Herkunft und den Auftraggeber für diese vielen Bilder gibt es bis heute nicht. Einzig die Wappen auf den Bildern können Aufschluss geben: Ein Kelch mit Hostie. Durch den Kelch konnte das Wappen eindeutig als Priesterwappen identifiziert werden. Die über dem Wappen abgebildeten Buchstaben ließ den Schluss zu, dass es sich hierbei um die Initialen eines Priesters handelt, der in der Entstehungszeit des Bildes diese Pfarrei versehen hat.

Ein Bild vom Original Foto: Karlheinz Schröpfer
Ein Bild vom Original Foto: Karlheinz Schröpfer

Und wann entstand das Rodinger Wappen? 1721 kam Georg Karl Wilhelm von Brandstett, der ehemalige Pfarrer von Nittenau nach Roding. Dort bleib er bis ins Jahr 1727. Ihm folgte von 1727 bis 1744 Franz Ignaz von May, der früher Pfarrer von Penting war. Von 1744 bis 1778 wurde die Pfarrei Roding von Johann Matthäus Sartori (Priester mit bürgerlichen Wappen – ohne Initialen) geleitet. Dessen Nachfolger war Karl Ludwig von Schneid.

Die frühere Pfarrkirche St. Pankratius wurde im Jahr 1756 erbaut. 1730 wurde mit dem Neubau der heutigen Heilbrünnlkirche im Rokokostil begonnen. 1732 wird sie von Weihbischof Gottfried von Simmern-Landwerth konsekriert und als Patronin der heiligen Maria Magdalena geweiht.

Johann Matthäus Sartori wurde am 30. November 1717 geboren. Seine Primiz konnte er im Jahr 1742 feiern. Anschließend wirkte er in Schneiding (heute Pfarrei Oberschneiding bei Straubing). 1743 wurde er Kanoniker am Stift zur Alten Kapelle in Regensburg. Im Juni 1744 übernahm er die Pfarrei Roding. Dort ist er am 5. April 1778 gestorben. Das Geschlecht der Sartori wurde erst später geadelt und nannte sich „Ritter von Sartori“. Ihr Wappen ist aber schon älter.

Wappen der Sartori

Das auf dem Gemälde abgebildete Wappen ist mit dem Wappen der Sartori in Siebmachers Wappenbuch identisch. Es zeigt in einem Schild einen schräglinken Balken mit drei Sternen. Über und unter dem Balken ist je ein Rosenzweig mit einer roten Rose dargestellt. Aus dem bekrönten Helm wächst ein Mann, der die linke Hand in die Hüfte stützt und mit der rechten Hand einen Taar (Sperr) zum Wurf bereit hält. Der im Wappenschild stehende Ortsname (Roding) entspricht der heutigen Schreibweise der Stadt Roding.

Ludwig Dieß (1896 – 1981) machte im Jahr 977 aus dem Ritter von Sartori, den Rodinger Ritter. Das Kirchenwappen behielt er bei. Dieß war ein begnadeter Maler. Der „Wack“ führte einen Malerbetrieb und war als Rodings Hofmaler im Stil eines Romantikers bekannt. Er bepinselte unter anderem Bildstöcke, Wegkapellen, Totenbretter, Schränke, Schützenschreiben und Faschingswagen.

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