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Wirtschaft

Digitaler Marktplatz für Furth im Wald

Bürgermeister Bauer und Atalanda GmbH berieten zusammen mit den Einzelhändlern über ein Web-Kaufhaus für die Grenzstadt.
Von Monika Kammermeier

Auf dem Further Marktplatz können die Bürger bei den Einzelhändlern vor Ort einkaufen – das könnte künftig auch auf einem digitalen Marktplatz möglich werden. Foto: Paleczek

Furth im Wald.Sich als digitale Einkaufsstadt präsentieren und lebendig bleiben, das könnte Furths Zukunftsmodell sein. Ein Web-Kaufhaus für die Grenzstadt soll entstehen, in dem sich Händler der Stadt gemeinsam präsentieren. Bürgermeister Sandro Bauer stellte mit Geschäftsführer Roman Heimbold von der Atalanda GmbH diese Vision vor. Atalanda biete die Plattform, um bei stationären Händlern online einzukaufen. „Wer online nicht sichtbar ist, existiert nicht“, sagte Heimbold. In Bayern gebe es bereits drei Modelle mit der Atalanda-Plattform, in Coburg, Günzburg und Pfaffenhofen an der Ilm.

Atalanda-Geschäftsführer Roman Heimbold stellte die Plattform für ein Web-Kaufhaus vor. Foto: Kammermeier

Bauer sagte, es stelle sich die Frage, wie man gegen den Onlinehandel bestehen könne und wie man den Umsatzverlust durch diesen stoppen könne. Er wisse von einer Händlerin, die eine Umsatzsteigerung erfuhr, seitdem sie ein solches Tool nutze. Es gehe nicht darum, gegen Amazon und Ebay zu konkurrieren. Es gehe vielmehr darum, dass man beim Surfen im Internet entdecken könne, was es vor Ort gebe, und dass auch mit einem Klick gleich bestellt werden kann.

Information über Internet

Es solle erreicht werden, dass Ortsansässige sich übers Internet informieren können und dann ins Geschäft gehen. Auch Dienstleister würden sich über die Atalanda-Plattform vermarkten können. Genauso könnten Speisekarten oder Öffnungszeiten eingebraucht werden, oder Videos. Bei der Bezahlung liege das finanzielle Risiko dann nicht beim Händler, sagte Heimbold.

Atalanda wurde 2012 gegründet und hat 13 Plattformen in Deutschland. Dabei sollen die Vorteile des lokalen Handels mit den Vorzügen des Online-Shoppings verbunden werden. Es gehe vor allem um den ROPO-Effekt (Research online, Purchase offline), also online suchen und sich über die Produkte informieren und dann vor Ort kaufen können. Die Leute wollten Produkte in der unmittelbaren Umgebung erwerben, sagte Heimbold.

Die Präsentation brauche professionelle Bilder. Die könne Atalanda bieten, aber auch ein Fotograf vor Ort. Die Hauptsuche belaufe sich auf „Schuhe“ und „Fashion“.

Bei den Suchanfragen gebe es bei Städten die Weiterleitung auf die Marktplatzseiten, informierte Bauer. Allerdings sei es nicht ratsam, sich extra ein eigenes Lager für den Online-Handel zu schaffen, meinte Heimbold.

Die Kosten belaufen sich auf einen monatlichen Betrag von 29,95 Euro pro Händler plus acht Prozent Umsatzprovision. Für Screens (Schaufensterbildschirme) werden 19,95 Euro monatlich bezahlt. Eine Bindungsfrist gebe es für die Screens von einem Monat, für die Plattform 24 Monate. Erstversandkosten liegen bei 5,95 Euro, und entstehende Rückabwicklungskosten gehen an den Kunden. Die Bezahlung der Produkte komme spätestens nach drei Wochen beim Händler an. Atalanda arbeite mit Stripe connect zusammen. Man könne bei Atalanda auch mitmachen, ohne Artikel einzustellen – mit bloßer Schaufensterfunktion. Und es sei auch möglich, ein Bild für Facebook zu generieren.

Nur neun Händler vertreten

Bei der Veranstaltung waren neun Einzelhändler anwesend. Bauer hätte sich mehr Interesse gewünscht. Diese Einzelhändler hatten differenzierte Fragen und waren durchaus skeptisch. Allerdings ist man sich von ihrer Seite her auch bewusst, dass man diese Chance mit dem Onlineportal jetzt habe und sie nicht vertun sollte. Bauer bot an, dass die Stadt eine „Kümmerer“-Funktion übernehmen könnte und sich um Schulung und Weiterbildung bemühen könne. In Monheim habe man die Deluxe-Variante, da übernehme die Stadt alle Kosten. Das könne Furth so nicht bieten.

Eine junge Händlerin sagte, wenn man das macht, müsse das schon knallen. Die Leute müssten geflasht sein und auf die Internetseite gezogen werden. „Wenn man heut nix tut, dann gibt es kein Morgen“, meinte sie. Sie würde sich gerne engagieren, habe aber Sorge, ob sie das zeitlich managen könne. Ein anderer Händler brachte ein, dass man es sich überlegen müsse, was versäumt werde, wenn man auf diesen Zug nicht aufspringe. Alleine etwas in Ebay einzustellen, das funktioniere nicht wirklich.

Bauer sagte, bevor er selbst online bestelle, würde er lokal einkaufen. Die Vermarktung müsse zentral organisiert und auf den Weg gebracht werden, meinte der Bürgermeister. Er sagte auch: „Das sind dicke Bretter, die man hier durchbohren muss.“ Ein nächstes Händlertreffen werde im Juni stattfinden, und der Termin über die Presse bekannt gegeben.

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