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Bildung

Digitales Labor ist in Betrieb

Schulleiter Dr. Balk dankte allen Unterstützern der neuen „Technik auf vier Säulen, die den Physikunterricht attraktiver macht“.
von Tatjana Robl

  • Landrat Franz Löffer mit Christian Reil, der den 3D-Drucker – „made in Cham“ – gebaut hat Fotos: Robl
  • Ein mit dem Einplatinencomputer Calliope gebautes Fahrzeug mit Fernbedienung

Cham.Der Landkreis Cham ist Teil des 2017 gestarteten Programms „MINT-Region Bayern“. Die Abkürzung MINT steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In diesem Zug wurde im Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium ein digitales Schülerlabor mit 3D-Drucker eingerichtet. Dieses Labor wurde am Donnerstagnachmittag im Beisein zahlreicher Gäste feierlich in Betrieb genommen.

Ungefähr 80 000 Euro kostete die Ausstattung des Labors, davon wurde die Hälfte aus Eigenmitteln des Landkreises bestritten. Im Labor stehen unter anderem Laptops, Multimeter, Sensorik Sets, Lötstationen und ein Elektronik-Lehrsystem zur Verfügung. Auch eine Laser-Graviermaschine beziehungsweise ein Laser-Cutter steht bereit, damit können beispielsweise Acrylteile graviert oder geschnitten werden. Schulleiter Dr. Hubert Balk begrüßte die Anwesenden, unter ihnen viele Kollegen aus anderen Schulen, und sagte: „Das Projekt hat viele Väter und Mütter – innerhalb und außerhalb des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums.“

Eine ganze Reihe von Sponsoren

Er dankte allen Unterstützern: dem Landkreis und der Wirtschaftsförderung des Landkreises, dem Technologie Campus Cham, der Volksbank Straubing für das Crowdfunding für den 3D-Drucker, der Raiffeisenbank Cham für eine großzügige Spende, der Wilhelm- und Else-Heraeus-Stiftung, dem Lions-Club, der Josef-Mühlbauer- Stiftung, Michael Heller vom Rundfunkmuseum Cham, dem Förderverein und dem Elternbeirat des JvFG.

Landrat Franz Löffler betonte: „Bildung ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, die Bedürfnisse dafür werden ein Stück weit von der Wirtschaft festgelegt.“ Die Basis für die Fachkräfte von morgen werde in den Schulen gelegt. Digitalisierung müsse an den Schulen stattfinden, da sich die Technikbegeisterung der Kinder bereits sehr früh zeige. „Digitalisierung geht wie eine Walze auf uns zu, man kann sich vorbeistehlen“, so Löffler. „Wichtig ist bei diesem Digitalisierungsprozess, auch die 40- bis 50-Jährigen zu erreichen, das ist unsere Aufgabe.“

Balk räumte ein, bei den Medien wie WhatsApp und Instagram seien ihm die Schüler voraus. In der Schule sollten sie über diese Medien lernen, im Labor sollten sie mit den Medien lernen. Die neue Technik stehe auf vier Säulen: Sensorik, digitale Fertigung, Elektronik und Microcontrolling.

Bei Sensorik gehe es darum, den Physikunterricht attraktiver zu machen, beim Microcontrolling werde mit Calliope – einem Einplatinencomputer – gearbeitet und die Programmiersprache NEPO verwendet. „Die Schüler sollen die neue Technik konstruktiv erleben, sie sollen nicht nur Konsumenten der Medien sein, sondern dahinter blicken“, sagte der Schulleiter.

Balk dankte dem Schulverwalter Max Kulzer und überreichte ihm ein Mittelwellenradio, welches von Michael Heller vom Rundfunkmuseum zusammengelötet worden ist. Heller stellte kurz das Projekt für 2019 vor: den Bau einer Wetterstation, die auch Radioaktivität und Feinstaub misst. Es wurde bereits mit Wettzell Kontakt aufgenommen, damit man diese Station steigen lassen kann.

3D-Drucker „made in Cham“

Christian Reil vom Ingenieurbüro Reil stellte den 3D-Drucker mit seiner Funktionsweise und den Vorteilen vor. Solche Drucker hätten in der Industrie bereits Einzug gehalten. Er habe diesen Drucker selbst gebaut, „made in Cham“, stellte er heraus, und er habe auch passende Schulungen für die Lehrkräfte erstellt.

Abschließend konnten die Gäste das neue Labor besichtigen und ließen sich von den Schülern die Stationen zeigen und erklären.

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