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Justiz

Disco-Rauferei endete vor dem Richter

Ein 21-Jähriger soll in Bad Kötzting einen Kontrahenten und einen Türsteher verletzt haben. Nun stand er vor Gericht.

Der Angeklagte erklärte sich bereit, Schmerzensgeld an den Nebenkläger zu zahlen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Der Angeklagte erklärte sich bereit, Schmerzensgeld an den Nebenkläger zu zahlen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bad Kötzting.Am 9. Dezember 2017 kam es in einer Bad Kötztinger Diskothek zu zwei Fällen von Körperverletzung. Wegen eines verschütteten Getränks habe eine 21-Jähriger seinem Gegenüber einen Kopfstoß auf die Nase verpasst. Ein Sicherheitsmitarbeiter, der den Vorfall beobachtete, sei dazwischen gegangen und habe einen Ellbogen – und einen Faustschlag abbekommen, in dessen Folge seine Unterlippe aufplatzte.

Der Täter musste nun für diese Handlungen auf der Anklagebank des Chamer Amtsgerichts Platz nehmen. Er erklärte, er sei vom ersten Opfer geschubst worden. Dieses habe ein Getränk auf ihn geschüttet, zudem sei er beleidigt worden. Der Türsteher sei sofort eingeschritten und habe die Streithähne nach draußen befördert. Er habe selbst durch das Einschreiten des Sicherheitsmitarbeiters leichte Verletzungen erlitten, als dieser ihn an die Wand gedrückt habe. Der Angeklagte habe bemerkt, dass jemand die Hand gegen ihn erhob und eine Ausholbewegung durchführte. Deshalb habe er sich zur Wehr gesetzt. Dabei habe er den Kopf benutzt, weil er Getränke und Zigaretten in den Händen hielt. Auf Nachfrage erklärte er sich bereit, Schmerzensgeld zu zahlen.

Der Sicherheitsmitarbeiter gab an, dass er die Kopfnuss genau gesehen habe. Zuvor sei er per Funk in den Raucherbereich der Diskothek gerufen worden. Er sei zwischen die Streithähne gegangen und habe unmittelbar die Polizei verständigt. Beim Schlichtungsversuch habe er zunächst den Angeklagten von hinten gepackt und dann einen Schlag abbekommen. Zehn bis 14 Tage habe er unter Schmerzen gelitten. Eine Alkoholisierung sei beim Angeklagten definitiv auszumachen gewesen. Eine Zivilklage hinsichtlich Schmerzensgeld beabsichtige er nicht. Es sei „normal“, dass man im Sicherheitsgewerbe „mal eine abbekomme“.

Das Opfer des Kopfstoßes trat hingegen im Verfahren als Nebenkläger auf. Nach Rechtsgesprächen mit Staatsanwaltschaft, dem Richter Andreas Lecker und der Verteidigung einigte man sich auf eine Einstellung des Verfahrens nach Paragraf 153. Eine Verurteilung wegen beiden Körperverletzungsdelikten wäre wohl wegen möglichen Affekthandlungen schwierig geworden.

Der Angeklagte hat nun 2400 Euro Schmerzensgeld an den Nebenkläger zu zahlen. Ihm wird zugestanden, die Summe in sechs Raten zu je 400 Euro zu begleichen. Sollte er den Zahlungen nachkommen, wird es zu einer endgültigen Einstellung kommen, andernfalls hat er mit einer Wiederaufnahme des Verfahrens zu rechnen. Weiterhin muss er die Kosten der Nebenklage tragen. (cya)

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