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Entwicklung

Disput über Regionalbudget

Das Aktionsbündnis „Künisches Gebirge“ tagte in der Gemeinde. Bürgermeister besprechen künftige Herausforderungen.
Von Maria Frisch

-Die Bürgermeister stellten die Weichen für die Entwicklung im Projektgebiet. Foto: Maria Frisch
-Die Bürgermeister stellten die Weichen für die Entwicklung im Projektgebiet. Foto: Maria Frisch

Lohberg.Die Bürgermeister des Aktionsbündnisses Künisches Gebirge trafen sich kürzlich zu einer wichtigen und interessanten Besprechung, bei der entschieden wurde, welche Herausforderungen man in Angriff nimmt, um neue Wege bei der regionalen Entwicklung zu beschreiten.

Der Sprecher des Bündnisses, Bürgermeister Franz Müller, konnte neben den Amtskollegen und den Geschäftsführern aus den Mitgliedsgemeinden Eschlkam, Neukirchen, Lam und Arrach auch Erik Bergner vom Amt für Ländliche Entwicklung in der Oberpfalz und seine Kollegen, Herrn Reit und Herrn Götz, Prof. Dr. Markus Lemberger aus der Abteilung der Regionalentwicklung des Landratsamtes sowie die Mitarbeiterin Jana Diriglová begrüßen.

Fördermöglichkeiten

Auf dem Programm stand ein aktuelles Thema, nämlich das Förderungsprogramm „Regionalbudget“ des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das vom Amt für Ländliche Entwicklung geleitet wird. Nach der Einführung und Erläuterung der Fördermöglichkeiten durch Erik Bergner, wurde sehr konstruktiv mit allen Akteuren diskutiert und die besten Lösungen gesucht.

Ziel der Förderung, die bis zum Jahr 2023 befristet ist, ist, eine engagierte und eigenverantwortliche ländliche Entwicklung zu unterstützen und die regionale Identität zu stärken. Das Aktionsbündnis, also eine kommunale Allianz der integrierten ländlichen Entwicklung, kann mit dem Regionalbudget Kleinprojekte fördern, zum Beispiel im Rahmen von bürgerschaftlichem Engagement, Veränderungsprozesse auf örtlicher Ebene anstoßen, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit betreiben; Lebensqualität, Infrastrukturmaßnahmen und Grundversorgung verbessern.

Die Empfänger der Förderung können juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts oder natürliche Personen und Personalgesellschaften sein. Der Förderanteil aus dem Regionalbudget beträgt 80, maximal jedoch 10 000 EUR pro Projekt. Das Förderprogramm sieht einen Eigenanteil von mindestens 20 Prozent vor.

Es müssen noch etliche Voraussetzungen definiert, Auswahlkriterien festgelegt und ein Entscheidungsgremium gebildet werden. Das Aktionsbündnis wird anstreben, möglichst einfache Verfahren für die Projektträger zu schaffen. Allerdings bedeutet die Einführung und Verwaltung des Regionalbudgets eine deutlich erhöhte Administrative und mehr Zeitaufwand. Nichtsdestotrotz möchten die Bürgermeister alles in die Wege leiten, sodass vielleicht noch dieses Jahr die ersten Projekte realisierbar werden können.

Jana Diriglová, Mitarbeiterin des Aktionsbündnisses, hielt dann die Rückschau auf das letzte halbe Jahr. Sie listete die grenzüberschreitenden Aktionen auf, an denen sich das Aktionsbündnis beteiligte. Im Rahmen eines Dialogprogramms, das durch die Hanns-Seidel-Stiftung im Dezember in Eupen/Ostbelgien organisiert wurde, hat die Projektmanagerin die Gelegenheit genutzt, das Aktionsbündnis und seine Aktivitäten vorzustellen.

Diese interessante Veranstaltung diente zum Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren und deren Kooperationsprojekte aus dem Bayrisch-Böhmischen Grenzbereich und der geografisch ähnlichen Region Ostbelgien (Grenzbereich-Deutschland/Belgien/Holland). Es wurden Themen wie grenzüberschreitender Tourismus, Verkehrsmobilität, Leerstand, Fachkräftemangel und vieles mehr erörtert. Zu den weiteren Referenten und Teilnehmern gehörten auch Bürgermeister und stellvertretender Landrat Markus Müller sowie Prof. Dr. Markus Lemberger aus der Wirtschaftsförderung des Landkreises Cham.

Jana Dirriglová erläuterte das neue, durch die Euregio Bayerischer Wald - Böhmerwald - Unterer Inn geförderte Projekt des Aktionsbündnisses. Es handelt sich um ein Spiegelprojekt mit der Stadt Nýrsko. Geplant sind vier gemeinsame grenzüberschreitende Bildungsfahrten für die Schulen zum Thema regionale Geschichte mit Fachführung in der Grenzregion. Bei der Zielsetzung, die Grenzregion als eine Einheit vorzustellen, Vorurteile abzubauen, konkrete Schulpartnerschaften zu bilden und zu unterstützen, sollen örtliche Historiker eingebunden werden.

Gemeinsame Initiative

In Planung sei eine weitere gemeinsame grenzüberschreitende Initiative in Sachen Umweltbewusstsein in Kooperation mit dem Naturparkverein Oberer Bayerischer Wald und dem Haus der Kinder und Jugendlichen in Nýrsko, die im Herbst startet. Prof. Dr. Markus Lemberger informierte die Anwesenden über aktuelle Entwicklungen beim Siedlungsmanagement, mit dessen Hilfe die Gemeinden die vorhandenen Leerstände und Baulücken analysieren können.

Ziel ist es, die leerstehenden Gebäude und Baulücken möglichst schnell und einfach einer neuen Nutzung zuzuführen. Professor Lemberger präsentierte die aktuellen Zahlen für die Mitglieder des Künischen Gebirges und zeigte auf, dass demnächst auch die Baulücken veröffentlicht werden können.

Das Regionalbudget

  • Empfänger:

    In Genuss der Förderung können juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts oder natürliche Personen und Personalgesellschaften kommen.

  • Förderanteil:

    80 Prozent, maximal jedoch 10 000 EUR pro Projekt

  • Eigenanteil:

    mindestens 20 Prozent

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