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Kult

Drachenflohmarkt und seine Schmuckstücke

Der Drachenflohmarkt gehört seit über 30 Jahren zum Drachenstich-Veranstaltungskalender. Schon um 6 Uhr war der Markt voll.
Von Monika Kammermeier

Beim „Blechmo“ Franz Schösser fand man alte Raritäten aus Emaille, Zink und Holz von vor 50 und 100 Jahren.  Fotos: Monika Kammermeier
Beim „Blechmo“ Franz Schösser fand man alte Raritäten aus Emaille, Zink und Holz von vor 50 und 100 Jahren. Fotos: Monika Kammermeier

Furth.Zur Drachenstichzeit gehört seit langer Zeit der Drachenflohmarkt mit dazu. Er ist den Leuten zur lieben Tradition geworden. Gaby Pohl ist seit etwa zehn Jahren die Veranstalterin und eine Vollblut-Flohmarktgängerin. Dieses Jahr hat der Drachenflohmarkt erstmals auf dem Gelände und in der Halle von Eisen Würz in der Kötztinger Straße 10 stattgefunden. Dort, wo sonst Gartenhäuschen und Kinderspielgeräte von Eisen Würz ausgestellt sind. Monika Würz habe sich sofort bereiterklärt, dieses Gelände zur Verfügung zu stellen, um die liebgewonnene Tradition des Flohmarkts weiterzuführen, sagte Pohl.

Gaby Pohl (links) und Monika Würz
Gaby Pohl (links) und Monika Würz

Von der Firma Kolbeck Bau habe man sich im Guten getrennt, Kolbeck habe mit dem Gelände anderes im Sinn.

Schon ganz in der Früh um 6 Uhr drängten sich die Menschen um die Stände, und über den ganzen Tag verteilt waren sie gut frequentiert. Die Flohmarktgänger kamen von überall her, erzählte Pohl, aus ganz Bayern. „Und geben tut es alles: Kleidung, Spielzeug, Bücher, Stoffe, Geschirr, Antiquitäten und Schnäppchen wie Lederjacken von Boss Orange sowie Salzburger Trachten beispielsweise.“

Familiäre Stimmung

Pohl hat mit 18 Jahren angefangen, auf Flohmärkte zu gehen. Inzwischen sei ihre Tochter, die in Regensburg Psychologie studiert, angesteckt. Sie hilft am Drachenflohmarkt mit und betreibt ihre eigenen Flohmärkte in Oberviechtach und in Waldmünchen. Pohl schwärmte, dass Flohmärkte einfach toll seien. „Hier trifft man sich, lacht und plauscht zusammen, und es ist richtig familiär“, sagte sie. Man kenne sich schon lange, und sie fühle sich als geborene Furtherin der Stadt sehr verbunden.

Armee von alten Playmobilfiguren
Armee von alten Playmobilfiguren

Das Sammeln von Dingen mache Flohmarktbetreibern und Besuchern enormen Spaß. Da war der Rechtsanwalt, der sich bestimmte Bücher suchte, oder zwei Radlerfreaks, die sich bei einem exklusiven kleinen Radmodell der Mannheimer Versicherung trafen und ihre Adressen für einen Radkauf austauschten. Eine junge Frau fand sich für zehn Euro ein handbesticktes weißes Leinenkleid, eine 100 Jahre alte Geige und eine ebenso alte Emaillebrotdose schmachteten mit ihrem Charme dem Besucher entgegen.

Ein Pelzmantel für die Freinacht

Anita, die Standbesitzerin, sah entspannt den neugierigen Besuchern zu und beriet sie freundlich. Sie freute sich, wenn einer glücklich mit einer gerade erstandenen Errungenschaft von dannen zog. Und so gehe es allen Betreibern, weiß Pohl. Die Käufer sollten unbedingt glücklich sein mit ihren neuen alten Sachen. „Heute Morgen kaufte ein übrig Gebliebener der Freinacht einen Pelzmantel, weil er fror“, erzählte Pohl. Die Stimmung zur Drachenstichzeit sei einfach besonders und besonders gut. Junge Männer in Mittelalterkleidung zogen mit etwas Promille gut gelaunt durch die Stände, und eine metallene Eidechse wanderte an ihren Hals. Sie freuten sich genauso über ihre Trophäen, wie eine Mutti über ein Hirschgeweih.

Begehrliche Blicke beim „Männerspielzeug“von Stefan
Begehrliche Blicke beim „Männerspielzeug“von Stefan

Ein Unikat am Platz war auch der als „Blechmo“ bekannte Emaille- und Eisenwarenverkäufer Franz Schösser. Er bot Dinge aus Wohnungsauflösungen aus der ehemaligen DDR an. „Hier gibt es solche Dinge schon lange nicht mehr“, wusste er. Eine alte Zink-Sitzbadewanne wechselte sogleich den Besitzer, und wunderschöne alte Kannen und Haferl zogen begehrliche Blicke auf sich. Aber auch das unscheinbare „Botschamperl“ am Eck wurde von den älteren Besuchern lächelnd wiedererkannt.

Gerdi, ein Flohmarkturgestein
Gerdi, ein Flohmarkturgestein

Gerdi, ein echtes Drachenflohmarkt-Urgestein, wartete mit einem historischen Nähkästchen neben allerlei anderen Dingen auf und versprühte gute Laune. Auch die AWO-Damen Edeltraud Sander, Brigitte Klappenberger und Hannelore Spieß waren mit von der Partie. Auf vielleicht 5000 Quadratmetern des Würz-Areals konnte sich jeder etwas finden. Zwischendurch durfte man sich am Würstelstand von Holger stärken.

Zum Flohmarkt

  • Tradition:

    Der Drachenflohmarkt gehört zur Tradition der Drachenstichzeit und besteht seit mehr als 30 Jahren.

  • Veranstalter:

    Gaby Pohl ist seit zehn Jahren Veranstalterin.

  • Ort:

    Bisher wurde der Flohmarkt auf dem Gelände der Firma Kolbeck Bau abgehalten, heuer wechselte er an die Kötztinger Straße.

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