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Gericht

Drogendealer erhält Bewährungsstrafe

Als Schüler verkaufte ein junger Chamer Stoff an Gleichaltrige. Mittlerweile hat er sein Leben geändert.
Von Magdalena Hechtel

Neben dem Verkauf von Marihuana gestand der junge Angeklagte auch den Handel mit harten Drogen wie LSD und Ecstasy.  Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa
Neben dem Verkauf von Marihuana gestand der junge Angeklagte auch den Handel mit harten Drogen wie LSD und Ecstasy. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Cham.Zwischen Herbst 2017 und Frühjahr 2018 handelte ein junger Chamer sechs Mal mit Drogen – Richter Andreas Lecker verurteilte ihn dafür zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Drei Jahre darf sich der 20-Jährige nun nichts mehr zu Schulden kommen lassen, außerdem muss er sich zweimal jährlich Drogentests unterziehen und zur Suchtberatung gehen. Hinzu kommen 200 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Durch Mitschüler zu Drogen gekommen

Zum Zeitpunkt der Taten zwischen Herbst 2017 und Frühjahr 2018 besuchte der damals 19-Jährige ein Gymnasium. Durch Mitschüler kam es zum ersten Kontakt mit Marihuana, das der Schüler in der Folge gelegentlich konsumierte. Ende 2017 erhielt er dann ein Angebot. Er kaufte 200 Gramm Marihuana zum Preis von 1000 Euro. Auf Nachfrage der Staatsanwältin erklärte der Angeklagte, die Droge für einen Preis von 10 Euro pro Gramm weiterverkauft zu haben. Ein gewinnbringendes Geschäft für den Schüler, der allerdings vor Gericht angab, nur etwa die Hälfte des Stoffes verkauft zu haben. Den übrigen Teil habe er selbst geraucht.

In der Folge verkaufte der Gymnasiast nicht nur Marihuana an zumeist Gleichaltrige, sondern auch LSD und Ecstasy. Insgesamt sechs Fälle legte ihm die Staatsanwaltschaft zur Last, hinzu kamen drei Anklagepunkte wegen Körperverletzung.

Schüler schlug Gleichaltrige

Im September 2018 hatte der Chamer zwei jungen Männern vor einer Diskothek Ohrfeigen verpasst. Danach hatte er einem der Opfer aufgelauert und dem Mann erneut ins Gesicht geschlagen.

Auf Antrag der Verteidigung zog sich das Gericht zu Beginn des Prozesses zur Beratung zurück. Danach zeigten sich Richter und Staatsanwaltschaft bereit, die Anklagepunkte der Körperverletzung wegen der geringen Straferwartung einzustellen, sollte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ablegen.

Angeklagter gestand umfassend

Auf diesen Deal ließ sich der Beschuldigte ein und räumte über seinen Anwalt Marco Heimann alle im Raum stehenden Vorwürfe ein. Heimann erklärte, sein Mandant sei damals „jung und dumm“ gewesen, habe mittlerweile aber erkannt, dass der von ihm eingeschlagene Weg „perspektivlos“ sei. Der 20-Jährige habe deshalb die richtigen Schlüsse gezogen. Er habe sein Abitur abgelegt und sei mittlerweile Student. Deshalb, und aufgrund der stabilen Familienverhältnisse, sei die Zukunftsprognose seines Mandanten positiv. Dieser Ansicht schlossen sich Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe an.

Gericht sieht fehlende Reife

Richter Andreas Lecker verurteilte den Angeklagten schließlich nach Jugendstrafrecht. Zwar sei er zum Zeitpunkt seiner Taten bereits 19 Jahre alt gewesen, allerdings habe er damals weder eine abgeschlossene Ausbildung noch einen Schulabschluss vorweisen können. Deshalb könne von einer Reifeverzögerung ausgegangen werden.

Positiv rechnete Lecker dem schon vorher mehrmals rechtlich in Erscheinung getretenen Angeklagten an, dass dieser seit Februar 2018 nicht mehr straffällig geworden war. Allerdings habe der Angeklagte eine nicht gerade kleine Menge Marihuana erworben und weiterverkauft, hinzu komme der Handel mit harten Drogen wie LSD und Ecstasy. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig, Verteidigung und Staatsanwaltschaft kündigten aber bereits an, nicht in Revision gehen zu wollen.

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