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Jubiläum

Ehrenurkunde für 70 Jahre

Die Maschinenfabrik Herbert Meyer blickt heuer auf ihr 70-jähriges Bestehen zurück. Die IHK zeichnete den Betrieb aus.
Von Karl-Heinz Hofmann

  • Josef Dischner und Ralph Schwarzfischer von der IHK überreichten Thomas Meyer die Ehrenurkunde. Fotos: Karl-Heinz Hofmann
  • Seit 70 Jahren besteht die Maschinenfabrik Herbert Meyer – und seit 50 Jahren gibt es sie in Rötz.

Rötz.Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des IHK-Gremiums Cham, Josef Dischner und Ralph Schwarzfischer, kamen zu einer Auszeichnung in die Firma Meyer. Geschäftsführer Thomas C. Meyer begrüßte die Gäste der IHK, seinen Betriebsleiter Johann Bierl und die einzelnen Abteilungsleiter der Maschinenfabrik. Meyer stellte seine Rede unter das Motto: „70 Jahre und drei Generationen“.

Thomas Meyer erzählte, dass es im Jahr 1949 nach dem 2. Weltkrieg für seinen Großvater hieß, neu anzufangen. Herbert Meyer musste seine Heimat Trautenau im Riesengebirge verlassen und kam als Vertriebener nach Garmisch, dann nach München. Seine ersten Existenzgründer-Versuche betrafen das Recycling von Autoreifen zu Fußabstreifermatten und auch Teigrollmaschinen zur Brezenherstellung. Später war er erfolgreich mit Bügelformpressen, daraus entwickelten sich Heizpressen zum Fixieren von Stoffen und Pelzen. Aus dieser Technik reiften alle heutigen Produkte: Kaschieren von technischen Textilien, Verpressen von automobilen Interiorbauteilen, Konsolidieren von Compositen, Laminieren von Verbundstoffen und Beschichten von Leder und Stoffen.

1969 stieg Vater Werner Meyer in die Firma ein. In Rötz wurde eine Halle gekauft, da der Standort in München zu klein wurde. 1997 begann Thomas Meyer selbst, im Betrieb mitzuarbeiten. Über drei Generationen blieb die Firma Meyer ein Familienbetrieb.

Thomas Meyer: „Wir haben kurze Dienstwege, jeder kennt jeden, wir haben langjährige Mitarbeiter und wir haben Emotionen. Ich denke, wir sind alle mit Begeisterung dabei und kämpfen für den täglichen Erfolg. Auch wenn es manchmal etwas lauter wird, so haben wir dennoch alle das gleiche Ziel. Wir wollen die besten Maschinen bauen!“

Die Maschinenfabrik Herbert Meyer hat sich vom Ein-Mann-Betrieb zu einem internationalen Industriebetrieb entwickelt. Sie könne Kleinserien bauen, aber auch hoch komplexe Anlagen, die nur für einen Kunden konstruiert und gefertigt werden. Heute wetteifere man gegen billige Konkurrenten im Ausland, aber auch gegen Großkonzerne im Inland.

Kunden haben sich verändert

Meyer überzeugt durch eine hervorragende Performance und bietet ausgereifte Lösungen, hat 70 Jahre Erfahrung und ist hochgradig motiviert, das Beste zu geben. Auch die Kunden haben sich verändert. Früher waren das kleine Handwerksbetriebe. Später große Bekleidungs-Massenfertiger in kommunistischen Ländern. Heute kaufen von uns mittelgroße Familienbetriebe, Hochschulen, Institute und auch Großkonzerne und Automobilhersteller, inzwischen mit einem 70-prozentigen Export-Anteil.

Thomas Meyer meinte, dass es im Großen und Ganzen seit 70 Jahren bergauf ging, mal mehr und mal weniger. Aktuell erlebe man zwar wieder eine Verschnaufpause, die nach zehn Jahren hervorragenden Wachstums durchaus sein dürfe. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass das nur vorübergehend ist, weil die Weltwirtschaft momentan ein bisschen aus den Fugen geraten sei.

Innovation, Kompetenz, Qualität

Mit Stolz erzählte er, dass Meyer am Standort Rötz bisher 284 junge Menschen ausgebildet hat. Die Ausbildung sei wesentlicher Bestandteil der Firmen-Philosophie. Nur mit gut ausgebildeten Fachkräften könne man gute Maschinen herstellen. Meyer hat innovative Nischenprodukte, die in vielen Industrien zur Anwendung kommen können und so sieht man optimistisch in die Zukunft, in Deutschland, in Rötz, schloss der Geschäftsführer ab.

Josef Dischner von der IHK stellte in seiner Laudatio die drei Begriffe: „Innovation, Kompetenz und Qualität“ heraus. Diese bringen gut auf den Punkt, was das Familienunternehmen Meyer in den letzten 70 Jahren verfolgt und was es am Ende auch so erfolgreich gemacht habe. Umso mehr freue es ihn, im Namen der IHK Regensburg und ganz besonders im Namen der Wirtschaft des Landkreises Cham zu diesem stolzen Jubiläum gratulieren könne. Damals sei es eher Zufall gewesen, dass Großvater Herbert mit seinem Unternehmen in Rötz ansässig geworden sei. Ein Zufall, der sich aber sehr bald als Glücksfall dargestellt habe und in der Rückschau betrachtet viel dazu beigetragen hat, dass der Landkreis Cham heute ein so moderner und leistungsfähiger Wirtschaftsraum in Ostbayern sei. Daran hatte auch Vater Werner wesentlichen Anteil. Als Münchner sei er der Chamer Region immer sehr verbunden gewesen und habe dort auf die Menschen gesetzt. Er habe auch in schwierigen Zeiten investiert und trug als Unternehmerpionier zum Strukturwandel im Landkreis Cham bei.

Josef Dischner bedankte sich für das Engagement des heutigen Inhabers Thomas Meyer, seine eindrucksvollen Investitionen und seinen Einsatz über das eigene Unternehmen wie beispielsweise beim Kompetenznetzwerk Mechatronik und als Mitglied im IHK-Gremium Cham und im Außenwirtschaftsausschuss der IHK Regensburg. Die beiden Vertreter überreichten die Ehrenurkunde der IHK Regensburg. Auch Bürgermeister Ludwig Reger gratulierte der Maschinenfabrik am Tag zuvor und überreichte an Thomas Meyer ein Präsent zum Jubiläum.

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