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Region Cham
Montag, 23. April 2018 21° 8

Kolumne

Ein Christbaum für die Nacht

Um über weihnachtliches Grün zu diskutieren, braucht es keine Reise nach Rom. Ein Abstecher nach Bad Kötzting reicht völlig.
Von Stefan Weber

Normalerweise erscheint an dieser Stelle unserer „Scheinwerfer“-Kolumne eine Karikatur – doch in diesem Fall steht das Foto für sich selbst. Foto: S. Weber

Bad Kötzting.Gerupftes Huhn oder Klobürste – deftig spötteln viele Römer über den Christbaum, der dieses Jahr vor dem Rathaus der Ewigen Stadt steht. Doch bis an die Metropole am Tiber muss der Bad Kötztinger nicht reisen, um die Diskussion über einen Christbaum zu führen, denn ein ebenfalls vieldiskutiertes Exemplar steht derzeit auf dem Platz vor St. Veit. Zwischen Glühwein und Jagertee (wobei die Beschreibungen für den Nadelbaum je nach Anzahl der konsumierten Tassen „intensiver“ werden) dreht sich bei vielen Besuchern das Gespräch nicht selten in den vergangenen Wochen um das Gehölz in Bad Kötztings guter Stube.

Das ist noch charmant

„Sehr luftig“ sind da noch die charmanten Beschreibungen. Manch einer will auch schon mehrere verschiedene Baumarten darin entdeckt oder Vögel durch die lichten Reihen haben fliegen sehen. Doch woher stammt das sonderbare Grün eigentlich? Der „Scheinwerfer“, unsere Wochenend-Kolumne, bringt nun Licht in das Dunkel dieser Frage. Die Stadt macht sich quasi ganzjährig auf die Suche nach geeigneten Bäumen – schließlich braucht es mehr als einen Weihnachts-Repräsentanten an mehreren öffentlichen Plätzen im Ort.

In der Regel werden die Bäume gespendet, weil sie die Besitzer ohnehin nicht mehr im Garten oder sonst wo haben wollen. Dafür muss natürlich die Größe stimmen, und zu kompliziert darf der Abtransport auch nicht sein.

Die Stadt spart eben, wo sie nur kann – das sieht man nur wenige Meter vom Christbaum der besonderen Art entfernt an der Bühne des Christkindlmarktes.

Die Stadt spart eben, wo sie nur kann – das sieht man nur wenige Meter vom Christbaum der besonderen Art entfernt an der Bühne des Christkindlmarktes. Nicht ein Deko-Artikel findet sich darauf, daran oder drum herum, was nicht nur bei Lichte betrachtet doch recht kahl wirkt. Wenig Licht bekommt dem Christbaum vor St. Veit hingegen relativ gut, wie Budenbetreiber zu berichten wissen. Sie haben den direkten Kontakt zu den Besuchern und haben herausgehört, dass den meisten Bad Kötztingern der Baum bei Tag wenig Freude bereitet.

Die Vorteile ausspielen

Bei Nacht allerdings, im vollen Licht der Kerzen, da sei er dann gar nicht mehr „sooo schlecht“ anzuschauen. Ein Baum für die Nacht also? Da trifft es sich gut, dass die Tage im Winter ziemlich kurz sind, da kann Bad Kötztings prominentester Baum seine Vorteile am besten ausspielen.

Aber seien wir mal ehrlich: Ein schöner Baum, der auch bei Lichte betrachtet was hermacht, wäre natürlich auch nicht schlecht. Es soll über diese Frage übrigens schon bei Besitzern zu Diskussionen gekommen sein. Viele wären nämlich stolz, wenn ihr Nadelbaum Schmuck für den Veitsplatz wäre. Bleibt zu hoffen, dass sich für 2018 wieder ein Exemplar findet, das optisch auf mehr Zustimmung stößt, hofft Euer Scheinwerfer...

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