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Furth im Wald

Ein Drachenboot für das Further Museum

Sie stechen den Furthern auf ihren Reisen als Mitbringsel besonders schnell ins Auge: Drachendarstellungen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen.

Das Drachenboot – neue Kostbarkeit im Museum Foto: Elfriede Kellnhofer
Das Drachenboot – neue Kostbarkeit im Museum Foto: Elfriede Kellnhofer

Furth im Wald.So ist das Landestormuseum dieser Tage auch in den Besitz einer kleinen Kostbarkeit gelangt. Es handelt sich dabei um ein gläsernes Modell eines Drachenboots. Das Boot selbst ist nur ca. 13 cm lang und befindet sich in einem Glasschrein. Gefertigt wurde es in Fernost, vielleicht in der Heimat der Drachenboote, in China. Ein Herstellungsdatum lässt sich nicht ermitteln, verschiedene Details des Glasschreins deuten auf eine Zeit um 1950.

Die Besonderheit des Modells liegt in der Brillanz seiner unglaublich präzisen Ausführung, die an die Grenzen des Glasmacherisch-Möglichen geht. Da ist zum einen der filigran wiedergegebene Bootskörper mit elegantem Drachenkopf und Drachenschwanz – beidseitig sind dabei je fünf Ruder und ein Lenkpaddel angebracht. Anstelle der Besatzung finden sich fünf pagodenähnliche Einbauten im Boot, gekrönt von einem mittig situierten, reich geschmückten turmartigen Aufbau. Die Stelle des Trommlers im Bug des Drachenboots markiert eine rot-weißblaue Flagge – auch die, wie alle Teile dieses Kunstwerks aus Glas.

Die Heimat der Drachenboote ist im zentralen China zu suchen und ihre ersten Hinweise datieren weit vor Christi Geburt. Ihr Gebrauch ist zunächst rituell belegt, wobei hier verschiedene Interpretationen vorliegen (der Drache im alten China ist kein Symbol des Bösen, er wird u.a. auch verehrt als Mittler zwischen den Menschen und den Gottheiten).

Um 500 n. Chr. liegen erste Berichte über Wettkämpfe mit Drachenbooten vor, eine Tradition, die bis in die Gegenwart nicht abreißt und mittlerweile weltweit zu Drachenbootregatten und Meisterschaften in verschiedenen Bootsklassen geführt hat. 10 bis 15 Paddler sitzen paarweise im Boot und im Rhythmus eines Trommlers betätigen sie ihre Stechpaddel. Gesteuert wird das Boot im Regelfall von einem oder zwei Steuerleuten im Heck. All das lässt das gläserne Modell hervorragend nachvollziehen.

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