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Gedenken

Ein Gefühl von Optimismus

Beim 53. Heimattreffen erinnerten die Teilnehmer an die Verstorbenen aus Rothenbaum. Diakon Hiebl segnete den Friedhof.
Von Helga Brandl

  • Diakon Hiebl segnete die Gebets- und Ruhestätte in Rothenbaum. Foto: Helga Brandl
  • Diakon Hiebl zelebrierte den Gottesdienst in Rothenbaum. Foto: Brandl

Neukirchen b Hl Blut.Die Verbundenheit zur Heimat ihrer Vorfahren stand im Fokus des 53. Heimattreffens unter Regie des Arbeitskreises Heimatpfarrei Rothenbaum im Verein „Glaube und Heimat“, das den Beteiligten drei ereignisreiche Tage bescherte.

Zur Auftaktveranstaltung im Gasthaus „zum Wirt“ in Vorderbuchberg begrüßte Vorsitzender Oswald Maier am Freitagabend seine Landsleute, unter die sich auch der Neukirchner Altbürgermeister Sepp Berlinger mischte. Ein besonderer Dank galt den Organisatoren des Heimattreffens, allen voran Friedrich Reithmeier und Emil Baierl, die sich unermüdlich um den Erhalt des Rothenbaumer Friedhofsareals bemühen. Ein bunter Abend mit dem Vorderbuchberger Duo bot die Plattform für die Nachfahren der ehemaligen Rothenbaumer, sich über den Ort und die Heimat auszutauschen.

Völkerumspannende Kirche

Der Samstagvormittag stand im Zeichen der völkerumspannenden Kirche, als zahlreiche Gläubige – unter ihnen auch Chudenins Bürgermeister Jaroslav Bousek – sich auf dem Rothenbaumer Kirchengelände zum Gebet versammelten. Vorstand Maier hieß besonders Diakon Alois Hiebl willkommen, der im Beisein von Dominik Götz den Wortgottesdienst mit Kommunionausgabe zelebrierte. Die Predigt spickte der Geistliche mit Aussagen von Bischof Rudolf Voderholzer anlässlich des 70. Sudetendeutschen Tages in Regensburg (siehe Info).

Europa sei eine geistig-geistliche Größe, und „seine Seele ist das Christentum“, schloss der Priester seine Gedanken. Auf dem Steinboden der ehemaligen Wallfahrtskirche zur „Schmerzhaften Mutter Gottes“ in Rothenbaum erwachten Erinnerungen an frühere Zeiten, als die massiven Grundmauern aus Steinquadern das Gotteshaus noch trugen, welches 1957 nach einem Brand im Mai 1953 gesprengt wurde. Bunte Blumengebinde, gespendet von der Familie Hofmann aus Neukirchen b. Hl. Blut, zierten die kargen Steine und vermittelten das Gefühl von Optimismus. Neben kirchlichem Liedgut erklangen durch die Musikkapelle Schießl-Pielmeier Melodien vom „Böhmerwald“, die im Gottesdienst Glanzpunkte setzten. Der ehemalige Rothenbaumer Kreuzweg als Bilderserie neben dem Altar wurde ebenso wie ein Foto des Original-Rothenbaumer-Gnadenbildes bewundert.

Diakon Hiebl erinnerte an diesen bedeutsamen Ort im Gedenken an die Gottesmutter Maria, an dem die Verstorbenen aus Rothenbaum niemals vergessen seien. Im Anschluss segnete er die Ruhestätte mit mehr als 100 Grabsteinen. Ein Besuch der Bärenkapelle auf dem Fuchsberg war vor dem fröhlichen Unterhaltungsabend mit Tanz und Musik in Vorderbuchberg möglich. Wie jedes Jahr fand das Heimattreffen seinen Ausklang mit einer Feldmesse beim Jägershofer Kirchlein, die Pater Raymund vom Neukirchener Franziskanerkloster zelebrierte und die das Gesangsduo Simone Breu und Laura Hastreiter mitgestaltete. Zum Totengedenken verlas Arbeitskreisvorsitzender Oswald Maier die Namen der seit dem letzten Heimattreffen verstorbenen Landsleute. Beendet wurde die Zeremonie mit dem Heimatlied „Tief drin im Böhmerwald“, welches an jedem der drei Tage gemeinsam gesungen wurde.

Historischer 1. September 1939

Bürgermeister Markus Müller vermittelte den Gästen seine Gedanken mit dem Hinweis auf das historische Datum 1. September. „Heute vor 80 Jahren brach der 2. Weltkrieg aus. Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen, hieß es im Radio. Eine Lüge, wie sich herausstellte, denn es war in Wahrheit ein Angriffskrieg gegen Polen. Auch damals schon galt ‚im Krieg stirbt zuerst die Wahrheit‘. Krieg war von Leid, von Unmenschlichkeit, von Unrecht für unzählige Menschen und ganze Völker gezeichnet sowie von der Vertreibung, die auch die Sudetendeutschen in der Pfarrei Rothenbaum traf“, gab der Bürgermeister zu bedenken. „Die Mütter und Väter des Grundgesetzes zogen Lehren aus der Geschichte, sie knüpften wieder an die demokratischen Traditionen unseres Landes an. Zum Neuanfang gehörte auch, sich um eine Aussöhnung mit den Kriegsgegnern zu bemühen und wieder ein geachteter Partner in der Staatengemeinschaft zu werden. Frieden und Freiheit, Demokratie und die Wahrung der Menschenrechte sind auch heute nicht selbstverständlich. Sie müssen errungen und bewahrt werden. Auch daran erinnert das jährliche Heimattreffen – und das ist gut so“, sagte Müller.

Den Bischof zitiert

  • Botschaft:

    Beim Evangelium handle es sich um eine Kraft oder Botschaft, die die Völker in ihrer Kultur und Prägung integriere. (kbr)

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