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Region Cham
Freitag, 17. August 2018 28° 2

Tradition

Ein Glaubenszeugnis ohne Grenzen

Rund 250 Gläubige nahmen am Mai-Feiertag an der 29.Ausgabe der Chodenwallfahrt in Neukirchen b. Hl. Blut teil.

Hunderte Gläubige feierten in der Pfarrkirche „Mariä Geburt“ die Pilgermesse. Foto: kbr
Hunderte Gläubige feierten in der Pfarrkirche „Mariä Geburt“ die Pilgermesse. Foto: kbr

Neukirchen b Hl Blut.Nahezu historischen Charakter besitzt die Wallfahrt der Choden aus dem Bereich von Klenci bis Loucim, die seit der ersten Begegnung am 9. Mai 1990 alljährlich im Marienmonat zum Gnadenbild nach Neukirchen b. Hl. Blut pilgern.

Rund 250 Gläubige aus dem Nachbarland nutzten den Mai-Feiertag, um den Reigen der traditionsreichen Wallfahrersaison weiterzuführen. Die Altersspanne der Pilger reichte vom Kleinkind bis zu den Senioren, die teilweise mit ihren landestypischen bunten Chodentrachten einen Farbtupfer im religiösen Geschehen setzten.

Acht Würdenträger

Unter feierlichem Orgelspiel von Jana Dedinova und Hana Matejkova zogen acht Würdenträger in die Pfarrkirche „Mariä Geburt“ ein, welche in Konzelebration mit Pfarrer Miroslav Kratochvil und seinem Nachfolger Miroslav Gierga eine festliche Pilgermesse feierten.

Der Hauptzelebrant bedankte sich für den Empfang durch Ortspfarrer Georg Englmeier. Ethnischen Hass und Intoleranz gebe es überall auf der Welt. Jedoch seien die Menschen hier im Grenzland ein Beispiel dafür, wie man mit anderen Nationen in Frieden und Freundschaft zusammenleben könne, sagte er. Dank gebühre der Mutter Jesu, deren verbindende Güte die Menschen vereine und verschiedene Völker zusammenführe, was in ein gutes Miteinander münden könne.

Der Geistliche mit marianischem Bezug hat schon an verschiedenen Orten auf der Erde gedient. Hierbei erkannte er, dass Inhalte dieses Kapitels über Maria auch im Koran vorkommen und selbst Christen und Muslime zusammen an diesen Stätten beten. Die Gottesmutter vermittele innere Ruhe, die sie dadurch erhielt, dass sie ihren Sohn Jesus der Welt schenkte. „Wir bekommen diese innere Ruhe zu spüren, wenn wir in der Nähe der Jungfrau Maria sind“, spannte der Priester den Bogen zur Madonna vom Heiligen Blut, einem geschichtsträchtigen Ort.

Eindrucksvolle Marienlitanei

Ausdrucksstarker Volksgesang erfüllte das Gotteshaus, und die böhmischen Marienverehrer, die zum Teil schon in der dritten Generation zum Marienheiligtum kommen, brachten der Gottesmutter andächtig ihre Anliegen dar. Während einer eindrucksvollen Marienlitanei knieten die Priester vor dem Hochaltar zu Füßen der Neukirchener Madonna und sangen zusammen mit den Gläubigen voller Demut.

Nach dem Gottesdienst zogen die Gläubigen mit den Geistlichen zur nahegelegenen Nepomuk-Kapelle am Kirchenvorplatz, wo sie im Gebet und mit Gesängen ihrem Nationalheiligen huldigten. Loucims Bürgermeisterin Jana Dirriglova, die sich unter die Pilger mischte, trug zur Chodenwallfahrt erstmals das Erbe ihrer Großmutter: eine landestypische bunte Choden-Tracht mit leuchtenden Rot- und Weiß-Elementen.

Nach der Wallfahrtsszene schloss sich für die Ehrengäste ein gemütlicher und unterhaltsamer Abschluss der Wallfahrt an. (kbr)

die marienwallfahrt

In der Pfarrkirche des Wallfahrtsortes Neukirchen b. Hl. Blut ist die Marienstatue gut aufgehoben und wird von beiden Nationen gleichermaßen verehrt.

Das Chodenland ist das einzige Gebiet in Böhmen, indem die volkstümliche Kleidung erhalten blieb. Sie ist außerordentlichen Anlässen vorbehalten und auf die Umgebung von Taus und Postrekov konzentriert.

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