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Ein Herz für RSG-Direktor Günter Habel

Schüler und Wegbegleiter bereiteten ihm einen Abschied vom Chamer Gymnasium, der nicht nur ihn zu mancher Träne rührte.
Von Ernst Fischer

Die Schüler sagten es mit Herz, wie sie über ihren scheidendenden Direktor Günter Habel denken.  Foto: Ernst Fischer
Die Schüler sagten es mit Herz, wie sie über ihren scheidendenden Direktor Günter Habel denken. Foto: Ernst Fischer

Cham. „Es gibt keine Worte!“ Zwei Elftklässler sagten es so, was vorher keiner der sieben Ehrengast-Redner in die vorgegebenen fünf Minuten zu fassen schaffte. Weit über zweieinhalb Stunden dauerte die Abschiedsfeier für Oberstudiendirektor Günter Habel, der zum Ende dieses Schuljahres als Chef des Chamer Robert-Schuman-Gymnasiums in Pension geht. Und die SMV-Sprecher sagten es wohl am treffendsten mit einem kleinen Versprecher, was diesen Mann an der Spitze dieser Schule ausmachte: „Er war ein wahnsinnig guter Direktor und Schüler,.... äh Lehrer!“

„Es ist nicht selbstverständlich, so ein Verhältnis zu seinem Schulleiter zu haben“, so sagten es die Zehntklässler, die eigentlich keine Worte finden wollten. Und viele ungezählte andere Schüler aus allen Jahrgangsstufen hielten sich an das, was die künftige Schulleiterin Angela Schöllhorn zur Regie dieser Abschiedsfeier ausgab: „Wir wollen alle Facetten der Schule sichtbar machen, die Günter Habel gefördert hat.“

Ein „Potpourri des RSG“

„Gonna fly now“ spielte die Schul-Bigband für Günter Habel. Und er klatschte mit, so wie immer.  Foto: Ernst Fischer
„Gonna fly now“ spielte die Schul-Bigband für Günter Habel. Und er klatschte mit, so wie immer. Foto: Ernst Fischer

Das ging auch ohne Worte - mit der Big Band („Gonna fly now“) zum Beispiel, den „Klassen in Bewegung“ (Akrobatik), „School of Dance“, der Theatergruppe oder dem Schüler- und Lehrerchor („Danke für den Spaß am Lehren!“). Und ganz am Ende stand Günter Habel vor diesem „Potpourri RSG“ und schluckte schwer, bevor er diese Worte fand: „Jetzt haben wir alle gesehen, warum es hier am RSG so schee is!“

Aber natürlich geht so ein Abschied nicht ohne Reden. Die Nachfolgerin Angela Schöllhorn blickte vor 250 „Kollegen, Wegbegleitern und Freunden“ in der RSG-Schulturnhalle auf „die Ära Habel am RSG“ zurück: „Das waren zehn Jahre, die er für die Schule und in der Schule gelebt hat.“

Franz-Xaver Huber, der Ministerialbeauftragte für Gymnasien in der Oberpfalz, erinnerte an Habels Laufbahn in 42 Jahren Schuldienst als Chemie- und Biologielehrer, davon 29 Jahre am Chamer Fraunhofer-Gymnasium, bevor er 2009 zum Schulleiter am Robert-Schuman-Gymnasium ernannt wurde. Huber zitierte auch aus Habels Lehrer-Beurteilungen: „Glaubwürdigkeit, Moderation, Einfühlungsvermögen, Menschenführung“ zeichneten ihn aus.

Zum Abschied in erster Reihe: Günter Habel mit Familie  Foto: Fischer
Zum Abschied in erster Reihe: Günter Habel mit Familie Foto: Fischer

Landratsstellvertreter Sandro Bauer outete sich als „bekennender Schumanist“, der hier vor 30 Jahren selbst sein Abitur gemacht hat. In 50 Jahren Schulgeschichte habe es hier nur vier Schulleiter gegeben: Ernst Pilz, Herbert Schneider, Gerhard Pschorn und Günter Habel. Das sei ein Zeichen der Kontinuität. Bauer: „Diese Schule hatte schon immer einen besonderen Spirit.“ Und er nannte Werte, die diese Schule auszeichnen: „immer sehr offen und liberal.“

Die Chamer Bürgermeisterin Karin Bucher sagte über Günter Habel: „Es gibt wenige Menschen, die jeder mag. Er gehört dazu.“ Und warum? „...weil er auch alle Menschen mag.“

Der Elternbeiratsvorsitzende Florian Fundeis charakterisierte das RSG so: „An dieser Schule treffen sich Menschen, so wie sie sind und sein dürfen.“ Und: „Hier spürt man das Interesse an jedem Einzelnen.“

Johann Gruber vom Schumanisten-Förderverein erinnerte daran, dass er schon von Anfang an seit 50 Jahren mit dem RSG in Verbindung stehe: „Hier ist Schulfamilie keine Phrase.“ Dr. Paul Schrott, der Vorsitzende des Personalrats, dreht die Buchstaben des RSG ein wenig für Habel: RGS, er sei ein Richtig Guter Schulleiter, „einer der menschelt“.

Das „Gefühl“ der Schüler

„Thank you, Grazie, Merci...“, Gracia Cumurija, Miriam Frisch und Anne Meierhofer, die Sprecher der Schülermitverwaltung, sagten „Danke“ in zehn Sprachen an den „wahnsinnig guten Direktor und Schüler“ (siehe oben), dem sie auch noch das sagen wollten: „Wir hatten immer das Gefühl, dass Sie uns auf gleicher Ebene begegnen.“

Und das letzte Wort von ihm: Beim Nachdenken über sein Leben sei ihm klargeworden: „Eigentlich ist alles Zufall und Glück.“ Nur ein Beispiel: Es sei „ein Zufall, dass mich 1970 eine freche Göre mal ins Wasser geschmissen hat.“ Die Göre heißt Christl und ist bis heute sein Glück, die starke Frau an Günter Habels Seite. Mit den Kindern Matthias (35), Johanna (32) und Christoph (29) saß sie diesmal in erster Reihe. Der Ministerialbeauftragte Franz-Xaver Huber sagte zu ihr: „Passen Sie gut auf ihn auf, er hat es verdient!“

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