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Kommentar

Ein Herz für weniger Plastik

Ein Kommentar von Michael Gruber

Eine Wurst aus dem Bayerwald geht auf Weltreise: AIDA-Passagiere steuern auf die Strände der Karibik zu und knabbern auf den Salami-Herzen aus Furth im Wald. Hoch über dem Oktoberfest schweben die Flugzeuge von Air Dolomiti auf ihren Routen durch Europa. Was gibt’s zum Snacken? Einen deftigen Happen von Rohwurst Breu.

Es ist beachtlich, was sich hinter dieser unscheinbaren Halle in der Waldmünchener Straße verbirgt. Im entlegensten Supermarkt in Kiel gibt es Produkte des traditionsreichen Familienbetriebs zu kaufen, der in einer Branche unterwegs ist, die längst von internationalen Konzernen dominiert wird. Ein Erfolgsrezept ist die Fantasie, die in der Produktgestaltung steckt: Die Salami gibt es nicht nur in der Stange, sondern als kleine Herzchen oder aufgerollt auf einer Kabeltrommel – „Spaßprodukte“ eben.

Nur dieser Spaß hört für Kritiker bei der Verpackungsweise auf. Sie fragen: Braucht jedes Salamiherzchen, das kaum weniger als fünf Gramm wiegt, ein eigenes Plastiktütchen? Muss die Snackbox nochmal in eine Geschenkbox gehüllt werden? Und gibt es für die Kabeltrommel aus Kunststoff keine andere Lösung? Vorwürfe dieser Art könnten in Zeiten von steigendem Umweltbewusstsein eher lauter als leiser werden.

Das wäre schade, denn Rohwurst Breu hat bewiesen, wie viel Innovationskraft und Fantasie in der Produktentwicklung steckt. Warum nicht auch hier mit Ideen vorangehen und das auf eine Verpackung übertragen, die weniger Müll macht? Es wäre noch mehr Werbung für Furth im Wald und die Firma. Und im Kampf gegen den Klimawandel geht es jetzt doch um die Wurst, oder?

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