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Soziales

Ein „Kerpener“ auf geradem Weg

Kolpingsfamilie gedenkt des Gesellenvaters zu dessen 200. Geburtstag mit einem Gottesdienst und geselligen Beisammensein im Haus der Pfarrgemeinde.
Von Peter Nicklas

  • Mit der Fahne voran zogen die Mitglieder der Kolpingsfamilie in die Stadtpfarrkirche ein.Fotos: Nicklas
  • Ein Vortrag über das Leben von Adolph Kolping stand im Mittelpunkt des Nachmittagsprogramms.
  • Vorsitzender Michael Fleck schnitt die „Jubiläumstorte an.
  • Kaplan Berno Läßer (l.) bekam die Urkunde als neuer Präses.

Roding.Wenn die Rede vom „Kerpener“ ist, mögen manche an den Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher denken. Doch es gibt noch einen viel bekannteren „Schuster“ aus dieser Stadt im Rheinland, nämlich Adolph Kolping, der vor seinem Priestertum diesen Beruf erlernt hat.

„An ihn werden die Leute noch denken, wenn der Rennfahrer längst vergessen ist“, so Michael Fleck, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, bei der Gedenkfeier zu dessen 200. Geburtstag. Sein Leben und Werk, aber auch seine Aussagen sind bis heute in vielerlei Hinsicht von Bedeutung.

Festlicher Gottesdienst

Den Auftakt der Feier zum 200. Geburtstag Kolpings bildete am Sonntagvormittag ein Gottesdienst, zusammen zogen die Mitglieder mit dem Banner voran in die Stadtpfarrkirche ein und nahmen auf den vorderen Kirchenbänken Platz. Der Stadtpfarrer begrüßte sie herzlich und ging in der Predigt kurz auf den Anlass dieses festlichen Gottesdienstes ein.

„Kolping, das ist eine Geschichte mit Zukunft“, so der Vorsitzende Michael Fleck bei seiner anschließenden Begrüßung im Haus der Pfarrgemeinde. Adolph Kolping habe nicht nur als Priester segensreich gearbeitet, sondern sei auch Visionär gewesen und habe mit seinem Handeln in die Gesellschaft hinein gewirkt. Sein Leben sollte Ansporn sein, ihm nachzueifern und auch nachzudenken, wie sein Auftrag auch in der Zukunft verwirklicht werden kann.

Ein Meister im Helfen

„Mitglieder der Kolpingsfamilie sind aktiv, sie wirken mit in anderen Vereinen und auch in den politischen Gremien“, leitete der Vorsitzende über auf das Grußwort von Bürgermeister Reichold. Dieser bezog sich auf eine Ansprache von Bundespräsident Gauck, der bei einem Festakt zum 200. Geburtstag von Adolph Kolping betont hatte, Kerpen sei nicht Schumacherstadt, sondern Kolpingstadt.

„Wo der eine Meister darin ist, auf einer vorgegebenen Strecke im Kreis herumzufahren und dabei der Schnellste zu sein, ging es dem anderen darum, Menschen zu helfen, die aus dem vorgegebenen Kreislauf ausbrechen und ruhig auch einmal langsam fahren“, sagte Reichold.

„Den eigenen Weg gehen“

Adolph Kolping sei es immer darum gegangen, Menschen begreiflich zu machen, dass sie „ihren ganz eigenen Weg suchen müssen“. Denn das Leben, so Reichold, „ist keine Kreisbahn, aus der es kein Entrinnen gibt“. Es biete vielmehr die Möglichkeit, sich einen Weg selber zu bahnen und zwar am besten in der Gemeinschaft mit anderen.

„Es ist lobenswert, dass die Kolpingsfamilie Roding die Zielsetzung Adolph Kolpings aufgegriffen hat, sich als guter Christ in Familie, Beruf und Arbeitswelt, Staat und Gesellschaft zu bewähren“, betonte Bürgermeister Franz Reichold.

Anschließend wurde ein Mittagessen aus der Küche des Seniorenheims Gschwendner serviert, am Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen sowie eine „Jubiläumstorte“, die Bäckermeister Weiß mitgebracht hatte. Vorsitzender Michael Fleck zeigte das Leben des seligen Gesellenvaters auf und sein Lebenswerk, seine Publikationen und die Gesellenvereinigungen, die er aus der Taufe gehoben hat und die hereinwirken „in unsere Zeit“.

In Roding wurde 1868 ein solcher Gesellenverein gegründet, auch seine Entwicklung und Geschichte wurde dargestellt. Lebendig gestaltet wurden sie durch Interviews mit anwesenden früheren Präses der Kolpingsfamilie, etwa mit Prälat Heinrich Wachter und Leo Feichtmeier. Außerdem wurden verdiente Mitglieder geehrt.

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