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Waldmünchen

Ein Kreuzweg als Gelübde zum Kriegsende

Die Waldmünchner beten noch heute hinauf nach Herzogau, weil sie 1945 von großem Blutvergießen verschont wurden.

Gläubige auf dem Kreuzweg nach Herzogau Foto: wir
Gläubige auf dem Kreuzweg nach Herzogau Foto: wir

Waldmünchen.Im April 1945 war die Angst in der Waldmünchner Bevölkerung groß, dass mit dem Einmarsch der Amerikaner ihre Stadt verstärkt in Kriegshandlungen hineingezogen werden könnte. Angesichts dieser großen Gefahr in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges sind viele Waldmünchner Bürger ihrem Stadtpfarrer Johann Ederer gefolgt und haben versprochen, einen Kreuzweg zu errichten und ihn auch jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli zu beten. Sie legten ein Gelübde ab und baten, dass Gott der Stadt und ihren Menschen zur Seite stehe. Waldmünchen wurde zwar von den Amerikanern eingenommen, so manches Haus wurde in Mitleidenschaft gezogen, aber der Krieg ging ohne großes Blutvergießen für die Bevölkerung zu Ende. Der Kreuzweg wurde, wie versprochen, von da an jedes Jahr am sogenannten „Blutsonntag“ gebetet, aber erst 1973 konnte auch das Versprechen, die 14 Stationen des Kreuzwegs zu errichten, unter Stadtpfarrer Karl Stern erfüllt werden.

Beginnend bei der Magdalenen-Kapelle des Waldvereins führt der Weg hinauf nach Herzogau und dort durch die alte Kastanienallee bis zur Kirche „St. Anna und St. Sebastian“. Es ist nun genau 45 Jahre her, dass sich ein Trupp Männer mit Pickeln und Schaufeln aufgemacht hat, um die Granitsteine mit den Motivtafeln des Kreuzweges zu setzen. Nur noch Walter Ruhland lebt aus dieser Runde und erinnert sich an die schwere Grabarbeit in dem steinigen Gelände. Seither gehen die Gläubigen aus der Stadt und den vielen eingemeindeten Dörfern diesen Kreuzweg.

Am Sonntag betete Stadtpfarrer Wolfgang Häupl mit den Waldmünchnern und erteilte ihnen am Schluss den Segen. Er bedankte sich, dass viele das Gelübde der Vorfahren mitgetragen haben. Ein besonderes Vergelts Gott sagte er dafür, dass das Umfeld der Stationen und der Weg in einem schönen Zustand sind. Darum kümmert sich seit Jahren ehrenamtlich Hans Pröll, der in Herzogau aufgewachsen und nach seinem Arbeitsleben wieder nach Waldmünchen zurückgekehrt ist. Ruhebänke laden zur stillen Meditation bei den Stationen ein. Seit einigen Jahren ist es Tradition, dass die FFW Herzogau, hier vornehmlich die Frauen, die Beter mit Kaffee und Kuchen erwarten, was am Ende gerne angenommen wurde. (wir)

Glauben

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