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„Ein Leben aus dem Glauben“

Die bekannte Arracherin Maria Kieslinger wurde 81 Jahre alt. Sie starb nach langer, schwerer Krankheit.
Regina Pfeffer

Maria Kieslinger starb im Alter von 81 Jahren.  Foto: Regina Pfeffer
Maria Kieslinger starb im Alter von 81 Jahren. Foto: Regina Pfeffer

Arrach.In Liebe und Dankbarkeit nahmen die Hinterbliebenen von Maria Kieslinger Abschied von ihrer Mutter, Schwiegermutter, Oma und Uroma. Die bekannte Arracherin starb nach langer, schwerer Krankheit am 8. Mai im Alter von 81 Jahren und wurde wegen der derzeit herrschenden Lage im engsten Familienkreis zur letzten Ruhe gebettet. Pfarrer Johann Wutz zelebrierte das Requiem in der Pfarrkirche Haibühl. Bewegende musikalische Akzente setzte Sopranistin Andrea Kolbeck mit Kirchenmusiker Ewald Pirtzl.

„Wenn heute vor genau 75 Jahren, also im Mai 1945, Gläubige dieses Evangelium gehört haben, dann muss ihnen die Verheißung der vielen ewigen Wohnungen noch viel verlockender geklungen haben“, sagte der Priester. Angesichts der Wohnungsnot aufgrund der Zerstörung der Großstädte und der vielen Flüchtlinge, mit denen man sich auf dem Land die Wohnungen teilen musste, war dies wirklich der Himmel, die ewigen Wohnungen, das Paradies. Hautnah hat auch Maria Kieslinger diese Zeit miterlebt, als Kind in der Heimat und dann als junge Erwachsene im wohl noch von den Zerstörungen des Krieges gezeichneten München, bemerkte Pfarrer Wutz. „Vielleicht mag damit auch ihre Freude an schönen Dingen, für ein gemütliches Heim und nützlichen Arbeiten für Haus und Garten zusammenhängen“, meinte dieser.

Der Zelebrant blickte in seiner Ansprache auf das Leben der Verstorbenen zurück (siehe Info). Neben der Kindererziehung arbeitete Maria Kieslinger auch mehrere Jahre in der Firma Roßberg in Lam, anfangs in Heimarbeit, später dann in der Fabrik. Ihre große Leidenschaft war das Stricken und Häkeln, vor allem von Socken, Tischdecken oder auch Puppenkleidern für die Enkeltöchter. Auch die Gartenarbeit lag ihr am Herzen. Ihre acht Enkelkinder (Thomas, Markus, Julia, Steffi, Lena, Michael, Andreas, Christian) waren ihr Ein und Alles. Zudem war Maria Kieslinger langjähriges Mitglied des KDFB Arrach (aufgelöst 2010), wo sie an den regelmäßigen Treffen und Tagesausflügen teilnahm. Solange es ihr möglich war, feierte sie dienstags die Hausfrauenmesse in der Arracher Dorfkapelle mit.

„Ein Leben aus dem Glauben war ihr wichtig“, sagte Pfarrer Wutz. Durch ihre fortschreitende Demenz konnte sie nicht mehr so aktiv am Leben teilnehmen. Deshalb verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre (ab 2015) in der Residenz am Kurpark in Bad Kötzting, wo sie liebevoll gepflegt wurde. „Dankbare Erinnerung und Gebet sind keine Einbahnstraße. Was wir für unsere lieben Verstorbenen tun, das tun auch sie für uns. Jesus Christus ermöglicht diese gegenseitige Verbindung, denn er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben“, versicherte der Geistliche abschließend.

Danach fand die Heimgegangene ihre letzte Ruhestätte auf dem Haibühler Friedhof. (krp)

Maria Kieslinger

  • Eltern:

    30. Oktober 1938 als sechstes von sieben Kindern von Alois und Maria Sußbauer in Grafenwiesen, Geschwister waren Alois, Sepp, Franz, Karl, Ellis (bereits gestorben) und Gisela.

  • Familie:

    Am 12. Juni 1959 heiratete sie Wilhelm Kieslinger aus Arrach, der ihr 2015 im Tod vorausging. Aus der Ehe gingen die vier Söhne Reinhard, Stefan, Herbert und Martin hervor. (krp)

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