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Medienpädagogik

Ein „Like“ für die Magersucht?

In den sozialen Medien gibt es immer mehr Fan-Foren für Bulimie. Das befeuert den Schönheitswahn – gerade bei Mädchen.
Von Birgit Zwicknagel

Im Schönheitswahn setzen gerade junge Mädchen ihre Gesundheit aufs Spiel und entwickeln Essstörungen. Foto: Jens Kalaene/dpa
Im Schönheitswahn setzen gerade junge Mädchen ihre Gesundheit aufs Spiel und entwickeln Essstörungen. Foto: Jens Kalaene/dpa

Cham.Ich habe mir heute ein Thema rausgesucht, über das man öffentlich nicht viel hört oder liest: Magersuchtforen! In der Fachsprache „Pro Ana“ – Ana von Anorexia (also Magersucht) oder „Pro Mia“ – Mia von Bulimie (also Ess-Brechsucht). Gerade junge Mädchen in der Pubertät haben oft das Gefühl, „zu dick“ zu sein, hassen ihren eigenen Körper und versuchen sich in verschiedenen Diäten oder zwanghaftem Sport. Und manche werden durch Freundinnen oder Suche im Internet auch auf entsprechende Websites oder Foren aufmerksam.

Die Gruppen sind für meist leicht zugänglich, oft über WhatsApp. Die Suchenden finden hier „Gleichgesinnte“ und Ermunterung. Es folgen Regeln: wieviel Kalorien darf ich pro Tag zu mir nehmen (das sind IMMER bedenkliche Werte!), wie kann ich noch exzessiver Sport betreiben, mit welchen Tricks erbreche ich Essen das meine Eltern „mir aufgezwungen“ haben usw. Fotos dokumentieren den Erfolg und die anderen Teilnehmerinnen ermuntern (kontrollieren) einen.

Eltern erfahren davon zu spät

In vielen Fällen bemerken die Eltern diesen gefährlichen Trend erst spät – zu spät! Doch warum befassen sich ausgerechnet die Computermäuse mit diesem Thema? Weil diese Gruppen über das Internet agieren und der Verein das eine oder andere Mal genau damit konfrontiert werde. Über Magersucht/Ess-Brechsucht als solches kann ich keinen Rat geben, das ist nicht mein Fachgebiet. Hier wenden Sie sich auf jeden Fall an jemanden, der sich damit auch auskennt!

Computer

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Doch als Computermaus möchte ich Ihnen den Rat geben, gut hinzusehen, womit sich Ihre Kinder beschäftigen und ob es solche Seiten öfter aufruft. Vor allem, wenn Sie eine Tochter haben, die dem Schönheitswahn einiger Promis verfallen ist (berühmt, erfolgreich, dünn und damit DAS Vorbild).

„Wichtig ist – wie immer wenn es ums Netzverhalten geht: Schauen Sie hin, nicht weg und interessieren Sie sich für das, was Ihr Kind im Netz ansieht“

Birgit Zwicknagel, Medienexpertin

Das Internet zu verbieten oder entsprechende Filter zu aktivieren wird nicht viel bringen und macht das Ganze nur noch interessanter. Außerdem hat man ja Freundinnen genug, wo man diese Seiten ungestört besuchen kann. Suchen Sie das offene Gespräch, wenn Sie entsprechende Anzeichen finden. Wird Ihr Verdacht bestätigt, suchen Sie bitte professionelle Hilfe! Wenn Sie über solche Seiten im Netz stoßen, melden Sie diese ruhig bei jugendschutz.net, wo die Inhalte/Zugangsmöglichkeiten geprüft und Seiten ggf. gesperrt werden.

Surfverhalten der Kinder beobachten

Medienexpertin Birgit Zwicknagel berät Eltern, die mit der Mediennutzung ihrer Kinder überfragt sind – und das sind nicht wenige.
Medienexpertin Birgit Zwicknagel berät Eltern, die mit der Mediennutzung ihrer Kinder überfragt sind – und das sind nicht wenige.

Wichtig ist – wie immer wenn es ums Netzverhalten geht: Schauen Sie hin, nicht weg und interessieren Sie sich für das, was Ihr Kind im Netz ansieht, womit es sich befasst, welchen Trends es folgt. Auf computermäuseverein.de haben wir ein paar Links unter „Aktuelles“ hinterlegt für diejenigen, die sich für dieses Thema noch mehr interessieren.

Die Rubrik der „Computermäuse“ macht nun eine Sommerpause (aber nur hier, das Team ist natürlich weiter rund um die Uhr für Sie da) und ich hoffe, wir lesen uns dann im Oktober mit neuen Themen wieder.

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