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Wirtschaft

Ein neuer Manager für Bad Kötzting?

Bürgermeister Hofmann lobt beim Unternehmertreffen den Verein Stadtmarketing, regt aber auch eine eigene Stelle dafür an.
Von Martin Schönhuber

Rund 50 Unternehmer kamen zum Treffen ins Sinocur. Fotos: Schönhuber
Rund 50 Unternehmer kamen zum Treffen ins Sinocur. Fotos: Schönhuber

Bad Kötzting.Zum zweiten Mal hatte die Stadt Bad Kötzting am Mittwochabend zum Unternehmertag in den Vortragsraum des Sinocur eingeladen. Und das nicht vergeblich. Fast alle der 48 angemeldeten Personen, Unternehmer und Mitarbeiter von regionalen Unternehmen waren der Einladung gefolgt.

Dazu die Stadträte Wolfgang Pilz und Carola Höcherl-Neubauer sowie der Jugendratsvorsitzende Julian Preidl. Bürgermeister Markus Hofmann bedankte sich bei den Unternehmern für Ihre Arbeit, lebe die Stadt doch nicht zuletzt von der Gewerbesteuer. Die für dieses Jahr erwarteten 3,6 Millionen Euro verdanke man den Unternehmern der Stadt. Auch die allgemein gute wirtschaftliche Entwicklung im Land trage dazu bei. In der Stadt Bad Kötzting wäre vor allem mittelständige Unternehmen ansässig. Ziel des Abends sei es, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Eine Frage der Werbung

Großgeschrieben werde in Bad Kötzting seit langem das Thema Gesundheit. Gute Arbeit bescheinigte der Bürgermeister dem Verein Stadtmarketing und seiner Vorsitzenden, Carola Höcherl-Neubauer. Allerdings müsse die Stadt sich nach Außen als Ganzes besser vermarkten. Man habe hervorragende Einrichtungen wie den Kurpark, das Bad, das Sinocur und viele Unternehmen. Aber derzeit „werkle jeder allein vor sich hin“, mache also Werbung für sich alleine. Es fehle die Werbung fürs „große Ganze“.

„Es fehlt Werbung fürs ,große Ganze‘ und ein Leerstands- Management.“

Markus Hofmann Bürgermeister

Außerdem fehle ein „Leerstandsmanagement“; es müssten Investoren generiert, Wohnraum geschaffen und der Tourismus weiter gesteigert werden. Der Verein Stadtmarketing mache gute Arbeit, könne jedoch diese Leistung nicht erbringen. Der Plan sei die Einstellung eines professionellen Stadtmarketing-Managers. Allerdings müsse der gesamte Stadtrat hinter so einer Entscheidung stehen, denn der Erfolg so einer Institution würde sich nur längerfristig einstellen. Man könne nicht nach einem Jahr schon fragen, „ was bringt der eigentlich“ stellte Markus Hofmann fest.

Profitieren von Megatrends

Weiterhin sei eine Kooperation mit einer bedeutenden Berufsgenossenschaft, bei der allein im Umkreis etwa 3000 Unternehmen versichert seien, im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement geplant. Anschließend referierte Professor Dr. Markus Lemberger, seit ungefähr 15 Jahren im Landratsamt für das Regionalmanagement zuständig und Lehrstuhlinhaber an der Hochschule für angewandtes Management in Erding über das Thema: Wie können Mittel- und Kleinunternehmen von den „Megatrends“ die in der Welt kursieren, profitieren? Als Erstes lobte der studierte Volkswirt die örtlichen Unternehmen. Im Landkreis sei man mindestens so innovativ wie in München. Unternehmer müssten immer überlegen, wie sie ihr Unternehmen voranbringen könnten. Dabei stellte er fest, dass die besten Ideen nachgewiesenermaßen bei trivialen Tätigkeiten wie Duschen, Sport oder in „unmöglichen Situationen“ entstünden. Weiterhin sagte er, dass Revolutionen nicht durch die Anwendung von Werkzeugen, sondern durch Verhaltensänderungen entstünden. Verhaltensänderungen gebe es derzeit besonders durch den Einsatz digitaler Technik. So hätten Untersuchungen gezeigt, dass circa 35 Prozent der nach dem Jahr 2000 geborenen Mitbürger bis zu sechs Geräte wie Smartphone, Tablet, Fernseher, PC und so weiter gleichzeitig nutzten.

Der Referent

  • Tätigkeit:

    Prof.Dr. Markus Lemberger, Diplom Volkswirt und Dr. rer. Pol. ist tätig im Regionalmanagement des Landratsamtes in Cham und Lehrstuhlinhaber an der Hochschule für angewandtes Management.

  • Qualifikation:

    Er war in verschiedenen Unternehmen beziehungsweise Organisationen in der weiteren Region tätig.

  • Firmen:

    So etwa bei Siemens und der Universität Regensburg. Des Weiteren lehrte er an der Uni Regensburg, der Hochschule Deggendorf und der Hochschule für angewandtes Management.

  • Politik:

    2014 war Prof. Lemberger für die CSU der Gegenkandidat der Chamer Bürgermeisterin bei der Kommunalwahl. (kmi)

Gefragt seien immer mehr Gruppenleistungen statt Einzelleistungen. Unternehmen beauftragten sogenannte „Ideenscouts“ oder „ Lösungsmanager“. Jeder, der sich auch nur einmal im Netz aufhalte, würde dort eine „Spur hinterlassen“. Deshalb gebe es Geschäftsmodelle wie „Pay Back“, deren einzige Aufgabe es sei, Daten über das Einkaufsverhalten von Kunden zu sammeln. „Inzwischen können sie die Daten auch auswerten“. Die Erkenntnisse würden verkauft und von Unternehmen verwendet, um „zielgruppenspezifisch Kunden anzusprechen. Jeder müsse für sich versuchen herauszufinden, „wo stehe ich, was gibt’s für Trends und was kann ich daraus machen“ – und nicht zuletzt: wann ist der richtige Zeitpunkt. Das betreffe nicht nur große Unternehmen, sondern auch Ein-Mann-Unternehmen. Nach dem Vortrag konnten die Besucher sich, bewirtet von der Stadt, zwanglos unterhalten und sich durch das Sinocur führen lassen.

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