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Veranstaltung

Ein Ort mit Geschichte

Festgottesdienst anlässlich des Jubiläums 900 Jahre Kloster Reichenbach: „Ein wertvolles Erbe, auf das wir stolz sind“.
Von Ulrike Niklas

  • In der renovierten Klosterkirche wurde der Festgottesdienst gefeiert. Fotos: run
  • Die Besucher bewunderten die Pracht im Gotteshaus.
  • Weihbischof Pappenberger zelebrierte mit BGR Hammerer, Pater Kamil, Pater Tadeusz und Pater Marek den Festgottesdienst.
  • Über die Pfisterstraße wurde zur Klosterkirche gezogen. Dort wurde Festgottesdienst gefeiert.

Reichenbach.„Endlich ist es soweit. Viele haben auf diesen Tag hingearbeitet. Wir können unsere Klosterkirche wieder benutzen!“ Pfarrer Alois Hammerer zeigte sich freudig und dankbar zugleich, den Festgottesdienst in der renovierten Klosterkirche feiern zu dürfen.

Zuvor waren die Gläubigen mit Vertretern des geistlichen und politischen Lebens sowie den Vereinen zum Klosterberg hinaufgezogen. Oben erwartet von Weihbischof Reinhard Pappenberger, Pfarrer Alois Hammerer und Pater Tadeusz sowie Pater Marek und Pater Kamil. „Hier an diesem besonderen Ort, der auf 900-jährige Geschichte zurückblicken darf“, begrüßte Pfarrer Hammerer die zahlreichen Gäste. „Jetzt dürfen wir wieder hier Gottesdienst feiern. Wir sind in unserer neurenovierten Kirche, sie empfängt uns mit ihrer einladenden Pracht und lässt uns erahnen, was es bedeutet, dem dreifaltigen Gott nahe zu sein.“

Zu Beginn brachte Weihbischof Pappenberger Weihwasser im „wunderschön renovierten Kirchenraum“ aus, das Zeichen, das uns verbindet mit dem, der die Quelle des Lebens selber ist. Der Weihbischof war bereits anlässlich des Jubiläums 125 Jahre Barmherzige Brüder hier. Und nun zum 900-jährigen Jubiläums des Klosters und der Wiederaufmachung, Zugänglichmachung des Herzstücks einer jeden geistlichen Kommunität, der Klosterkirche. Mit Blick in die Geschichte sei ihm deutlich geworden, was viel zu selbstverständlich angenommen werde, nämlich wie christlich geprägt der Landstrich ist, in dem wir leben dürfen, der für uns Heimat ist.

Ort verbindet zwei Traditionen

Pappenberger nannte die Entstehung Reichenbach durch Markgraf Diepold, weiter dessen Gründung von Waldassen, später Gründung von Ettal. Das Kloster hier habe auch andere Zeiten gekannt. An diesem Ort verbinden sich zwei Traditionen, das benediktinische Erbe des Ursprungs, und die Barmherzigen Brüder, die neu ansetzen, diesen Ort übernehmen und ihn so prägen, wie das in allen geistlichen Strömungen eigentlich gemeint ist. Christlicher Glaube, ernst gemeint, werde sich immer zugunsten der Menschen auswirken, sonst ist er es nicht. Was Christsein ist, erläuterte der Geistliche. Benediktisches Hingeordnetsein auf den Gottesdienst, auf das Innere selbst, und die Hospitalität der Barmherzigen Brüder, das Offensein für alle Menschen, seien das Kostbarste, was man im Laufe der Geschichte in Reichenbach zusammengebracht und geschenkt bekommen habe.

Pfarrer Hammerer dankte am Ende der Messe Weihbischof Pappenberger vor allem für seine Worte, in denen er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so wunderbar verbunden hat, und einem die Augen geöffnet hat, wie man füreinander da ist.

Bürgermeister Franz Pestenhofer blickte in die Geschichte, denn „diese Kirche mit dem Kloster ist der Wirklichkeit gewordene Traum der Markgräfin Luitgart“. Das Gemeindeoberhaupt sprach von der Blütezeit der Benediktiner, die Reichenbach zu einem Zentrum der Wissenschaft machten, aber auch einschneidenden Ereignissen wie Reformation und Säkularisation. Durch die Barmherzigen Brüder kehrte wieder klösterliches Leben ein. Hier wurde Eustachius Kugler, Klostersepp genannt, ebenso aber auch das dunkelste Kapitel der Einrichtung, nämlich dass 405 Bewohner durch nationalsozialistische Gewaltherrschaft ihr Leben lassen mussten. Das Kloster Reichenbach habe in seiner 900-jährigen Geschichte Höhen und Tiefen erlebt und kein Brand konnte es restlos zerstören. Es thront immer noch auf dem Berg über dem Regen: „Ein wertvolles Erbe, auf das wir stolz sind“.

Die Fachplaner Spitzner und Jerominek zeigten die technische Seite der Renovierung und Restaurierung auf, die mit Stuckteilen, die vom Gewölbe herabfielen, begannen. Nach den ersten Untersuchungen zur Schadensaufnahme/Ursache, zeigte sich ein grundsätzliches Problem, indem eine dauerhafte Anbindung des Stucks nicht erzielt werden konnte. Hinzu kamen allgemeine statische Probleme, die zu Rissen im Gewölbe führten. Es begann eine mehrjährige Planungs- und Vorbereitungsphase. Um während dieser Zeit die Kirche nicht sperren zu müssen, wurden zum Schutz der Kirchenbesucher Netze angebracht.

Eine Punktlandung

Auf das Datum dieses Sonntags sei hingearbeitet worden, und man sei glücklich, geschafft zu haben. Die Aufgabe als Planer sei jedoch nicht zu Ende, in den nächsten Monaten werde die Altargestaltung angegangen.

Landrat und Bezirkstagsvorsitzender Franz Löffler beglückwünschte zum Jubiläum 900 Jahre Kloster Reichenbach, was nicht nur für den Ort von Bedeutung sei, sondern für die gesamte Region. Auch seinen Vorgängern war es ein großes Anliegen, dass Reichenbach gut funktioniere. Die Klöster waren immer schon Zentren geistlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Lebens. „Wir haben das Glück, dass wir im mittleren Regental gleich zwei Klöster haben.“ Löffler dankte den Barmherzigen Brüdern, dass sie diese tolle Einrichtung führen. Dies sei so ein Geist, dass man Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, auch in die Gesellschaft integrieren, „das ist wahrste Inklusion im besten Sinne des Wortes“.

Die Abschlussworte oblagen Pfarrer Hammerer, der sich umfang- und segensreich in die Renovierung und Restaurierung eingebrachte hat: „Mögen wir alle hier ein Stück Himmel auf Erden erahnen und daraus leben, dass Gott, der ist, uns umarmt und mit uns geht, alle Wege.“ Ein Stück Himmel auf Erden, das kann jeder Besucher der prachtvollen und herrlichen Klosterkirche Reichenbach erleben.

Ritus: Zu Beginn brachte Weihbischof Pappenberger Weihwasser in „dem wunderschön renovierten Kirchenraum“ aus, das Zeichen, das uns verbindet mit dem, der die Quelle des Lebens selber ist.

Info: Der Geistliche würdigte in seiner Begrüßung, wie christlich geprägt der Landstrich sei, in dem wir leben dürfen, der für uns Heimat ist.

Die Segnung

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