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Reaktion

Ein paar Bitten für den Schinderbuckel

Mit einem offenen Brief wenden sich die Gegner eines weiteren Baugebietes am Schinderbuckel an die Kötztinger Stadträte.

Unterhalb dieses Kreuzes auf dem Gehsberg soll ein neues Baugebiet entstehen. Foto: S. Weber
Unterhalb dieses Kreuzes auf dem Gehsberg soll ein neues Baugebiet entstehen. Foto: S. Weber

Bad Kötzting.Vor zehn Tagen sprach sich der Stadtrat einstimmig dafür aus, das Verfahren zur Änderung des Landschafts- und Flächennutzungsplanes in die zweite Runde zu schicken. Die Initiatoren der Unterschriftenaktion zur Bewahrung der Naturraumes und des Landschaftsbildes am Gehsberg bedauern das in einem offenen Brief an den Stadtrat sehr, wollen die Entscheidung aber akzeptieren. Sie merken außerdem noch an, dass es „zu unserer Meinung nach unpassenden Anmerkungen seitens einiger Stadträte“ gegeben habe.

Zum Argument, es werde Bauland für junge Familien gebraucht, bemerken sie: „Wir möchten betonen, dass es uns niemals darum ging, diesen Familien dies nicht zu ermöglichen. Vielmehr ging es darum, die Natur und die Landschaft am Gehsberg zu erhalten.“ Dass Unterzeichner der im Vorfeld kursierenden Liste und Initiatoren selbst am Schinderbuckel wohnten und manche auch von den Festsetzungen des Bebauungsplanes befreit worden seien, stimme zwar: „(...) allerdings können wir nicht nachvollziehen, was das mit dem Wunsch, die Grenzen des vorhandenen Baugebietes in ihrer jetzigen Form beizubehalten, zu tun hat.“

Es freue sie, „dass über 300 Menschen diesen Wunsch mit uns teilten (...) und wir möchten diesen engagierten Bürgern, die teilweise trotz Interessenkonflikten mit Ihrer Unterschrift ein Zeichen für den Natur- Landschaftsschutz setzten, danken.“ Die Unterzeichner seien auch nicht nur am Schinderbuckel wohnhaft, sondern im gesamten Stadtgebiet. „Die Tatsache, dass so viele Bürger für den Erhalt des Landschaftsbildes am Gehsberg eintraten, ist ein großartiges Beispiel für gelebte Demokratie und die freie Meinungsäußerung. Unsere Nachkommen können uns zumindest nicht vorwerfen, dass wir es nicht versucht haben!“ Es sei immer nur um die Erhaltung des markanten Naherholungsgebietes am Gehsberg gegangen, „nie gegen die Person des Investors, ebenso wenig wie von unserer Seite Gerüchte über eine Erpressung des Stadtrats in die Welt gesetzt oder weiterverbreitet wurden“.

Aus dem Rathaus

  • Stellungnahme:

    Markus Hofmann, der im Moment mit der Douzelage in Slowenien unterwegs ist, nimmt am Freitag schriftlich Stellung zu dem Brief, der ihm ebenfalls vorliegt.
    „Wir nehmen die Anliegen weiterhin ernst und werden im Verfahren alle Optionen prüfen. Die Bürger haben selbstverständlich auch hier noch die Möglichkeit, ihre Bedenken zu äußern.“

„Nicht nur der Gehsberg liegt uns am Herzen, sondern die Verhinderung einer weiteren Zersiedelung der Landschaft im Allgemeinen. Darum fordern wir den Stadtrat auf, sowohl dem geplanten Projekt am Gehsberg, als auch bei anderen zukünftigen Baulanderschließungen für die Grundstücke ein Baugebot zu verhängen. So würde dafür gesorgt werden, dass – wenn schon die Natur geopfert werden muss – zumindest auch gebaut wird.“ Das 1975 von der Krieger- und Soldatenkameradschaft errichtete Kreuz am Gehsberg trage die Aufschrift „Gott mit uns für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit“. „Es soll uns mahnen, für diese Werte einzustehen. Dass dieses Kreuz in der Stadtratssitzung zum gewöhnlichen Wegkreuz degradiert wurde, stimmt uns nachdenklich und bringt in unseren Augen den Errichtern nicht den nötigen Respekt entgegen.“

Politik

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Begrüßt werde die Zusicherung des Stadtrates, darauf zu achten, „dass die notwendigen Abstandsflächen zum Biotop südlich des geplanten Baulandes, zum Waldrand sowie zum Biotop im Bereich des Trinkwasser-Hochbehälters (...) eingehalten werden. Damit will die Stadt dafür sorgen, dass auch in Zukunft die Aussicht vom Kreuz genossen werden kann. Mit Transparenz bei der Planung sollte die Stadt die Sorgen der Bürger ausräumen.

Bitte gehen Sie sensibel und verantwortungsvoll mit diesem Ort um und überlegen Sie, ob die vorgeschriebene Ausgleichsfläche von einem Hektar nicht im Umfeld des Kreuzes sowie am Waldrand geschaffen werden könnte“, bitten Dr. Simon Brandl, Martin Brandl, Ulrich Sacher, Wolfgang Rießelmann und Dr. Johann Penzkofer

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