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Ein Segen berührt jeden

Pfarrer Karlheinz Seidl über Abschiede, Segenswünsche und Gottes Handfläche

Stadtpfarrer Karlheinz Seidl feiert mit der Gemeinde den diesjährigen Gottesdienst zu Fronleichnam
Stadtpfarrer Karlheinz Seidl feiert mit der Gemeinde den diesjährigen Gottesdienst zu Fronleichnam Foto: Johann Dendorfer/Johann Dendorfer

Furth im Wald.„Juli ist der Monat der Abschiedsfeiern in den Kindergärten und Schulen. Heuer fallen sie wohl eher klein aus. Was ich mit solchen oder ähnlichen Abschieden verbinde, ist ein Lied, das manchmal gesungen wird, und zwar ganz am Schluss. Da ist vom Wiedersehen die Rede: „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand!“ Ein Lied, gesungen bei Zeugnisübergaben, bei Abschlussfeiern und die letzten Jahre erstaunlich oft auch bei Beerdigungen. Und selbst die Leute, die der Kirche den Rücken gekehrt haben oder gar nicht an Gott glauben, singen gerne mit. Auch Menschen, denen ein ausdrücklicher und geformter Gottesglaube fehlt, die mit Sakramenten und Glaubensbekenntnissen nichts anfangen können, fühlen sich berührt vom Segen. Vielleicht, weil die Sehnsucht nie ganz verschwindet: Jemand hält mich in seiner Hand. „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand!“ Den deutschen Text und die Melodie hat der Lehrer, Komponist und Autor Markus Pytlik geschrieben. Er hat dabei einen alten englischen Text benutzt, den „irischen Segen“, der noch ein wenig bilderreicher ist als der deutsche: „Möge die Straße sich erheben und dir entgegenkommen“, heißt es da am Anfang, und im Refrain hält Gott die Reisenden in seiner Handfläche. Eine schöne Vorstellung, auf der Handfläche Gottes zu stehen und von ihm vorsichtig durch das Leben getragen zu werden. Das Volk der Iren hat beim Erfinden von Segenswünschen besonders viel Phantasie entwickelt. Die ältesten Segensworte gehen vielleicht auf den heiligen Patrick (400-461) zurück. Der Segen verbindet gute Wünsche mit der Gewissheit: Gott ist mit dir! Da gibt es uralte eindrucksvolle Segenstexte, Segensmeditationen, die ich mir selber zusprechen kann wie zum Beispiel dieser: „Christus mit mir, Christus vor mir, Christus hinter mir, Christus in mir, Christus unter mir, Christus über mir, Christus mir zur Rechten, Christus mir zur Linken, Christus, wo ich liege, Christus, wo ich sitze, Christus, wo ich mich erhebe. Christus im Herzen eines jeden, der meiner gedenkt; Christus im Munde eines jeden, der zu mir spricht; Christus in jedem Auge, das mich sieht: Christus in jedem Ohr, das mich hört.“

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