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Region Cham
Montag, 16. Juli 2018 28° 8

Bahnhof

Ein Wichtiger Beitrag zur Mobilität

Am Dienstag erfolgte der symbolische Spatenstich zum barrierefreien Ausbau des Grenzbahnhofes in Furth im Wald.
Von Wolfgang Baumgartner

Vertreter aus Politik und Bahn beim symbolischen Spatenstich am Further Bahnhof. Foto: wb
Vertreter aus Politik und Bahn beim symbolischen Spatenstich am Further Bahnhof. Foto: wb

Furth im Wald.Von einem „großen Tag für Furth im Wald und alle Bahnreisenden“ sprach am Dienstag Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern der Deutschen Bahn AG, beim symbolischen Spatenstich zum barrierefreien Ausbau des Further Bahnhofs. Rund fünf Millionen Euro investieren Bund und Freistaat in die Ertüchtigung des Further Bahnhofes.

Möglich gemacht wurde diese Maßnahme durch das Zukunftsinvestitionsprogramm, mit dem Bund und Länder den Ausbau von Bahnstationen mit weniger als 1000 Reisenden pro Tag fördern wollen.

Eineinhalb Jahre Bauzeit

Allein in Bayern werden nach den Worten von Klaus-Dieter Josel 19 der bundesweit 130 Bahnstationen durch dieses Programm ausgebaut. „Das größte Projekt im Freistaat ist der barrierefreie Ausbau des Further Bahnhofs“, fügte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG hinzu. Neben der Barrierefreiheit des neu zu schaffenden Zwischenbahnsteigs und des Hauptbahnsteigs umfasst das Projekt eine Treppenanlage mit Lift, neue Beschilderung und neue Wetterschutzanlagen. Nach einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren soll der modernisierte Further Bahnhof dann im Herbst 2019 seiner Bestimmung übergeben werden.

Walter Reichenberger (rechts), Leiter Bahnhofsmanagement Regensburg, DB Station und Service AG, hieß die Ehrengäste aus Politik und Bahn willkommen. Sie freuten sich am Dienstag über den Beginn der Arbeiten zum barrierefreien Ausbau.  Foto: wb
Walter Reichenberger (rechts), Leiter Bahnhofsmanagement Regensburg, DB Station und Service AG, hieß die Ehrengäste aus Politik und Bahn willkommen. Sie freuten sich am Dienstag über den Beginn der Arbeiten zum barrierefreien Ausbau. Foto: wb

Der frischgebackene Staatssekretär im neu geschaffenen Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Josef Zellmeier wies auf die Bedeutung des Further Bahnhofs als „Eingangstor nach Bayern und in die Bundesrepublik Deutschland“ und als Schnittstelle zwischen Bayerischer und Oberpfälzer Wald hin. Nach dem Wegfall der Grenzen und der Aufnahme der Tschechischen Republik in die Europäische Gemeinschaft sei es an der Zeit, dass nun auch die Grenzen für Menschen mit Behinderung wegfallen und ein grenzenloses Reisen auch mit Handicap möglich ist. Zellmeier erinnerte an die Einrichtung des Zukunftsinvestitionsprogramms vor drei Jahren durch den damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Dadurch seien die finanziellen Grundlagen geschaffen worden, um weniger stark frequentierte Bahnhöfe modernisieren zu können. Der Freistaat habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt und neben weiteren 18 Stationen auch Furth im Wald für dieses Förderprogramm vorgeschlagen.

Unter den Gästen befanden sich auch die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Brigitte Klappenberger, die AWO-Vorsitzende Edeltraud Sander und Stadträte, unter anderem Ernst Glaser, Siegfried Ehrnböck, Andreas Klier, Günter Stelzer, Franz Former, Michael Engl und Uli Dimpfl.  Foto: wb
Unter den Gästen befanden sich auch die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Brigitte Klappenberger, die AWO-Vorsitzende Edeltraud Sander und Stadträte, unter anderem Ernst Glaser, Siegfried Ehrnböck, Andreas Klier, Günter Stelzer, Franz Former, Michael Engl und Uli Dimpfl. Foto: wb

Damit komme der Freistaat seinem wichtigen gesellschaftspolitischen Ziel, die Barrierefreiheit herzustellen, ein wesentliches Stück näher. Furth im Wald sei die Größte der „kleinen Stationen“, die im Rahmen des ZIP-Programms ausgebaut werden. Insgesamt will der Freistaat bis 2021 rund 200 Stationen mit einem Investitionsvolumen von einer halben Milliarde Euro barrierefrei ausbauen. Der Bahnhof ist nach den Worten des Staatssekretärs immer eine Visitenkarte einer Stadt, einer Kommune, der Bahn und des Landes. Nach den baulichen Maßnahmen müssten dann allerdings auch die Bahnverbindungen von Bayern nach Tschechien deutlich verbessert werden. „Zur Not müssen wir vielleicht noch die Fanny mobilisieren, um in dieser Richtung entscheiden voranzukommen“, schmunzelte Zellmeier.

Im Anschluss an den offiziellen Spatenstich konnten sich die Gäste bei einem kleinen Büfett, vorbereitet von der Familie Limmer stärken. Das Bild zeigt unter anderem MdB Karl Holmeier, Staatssekretär Josef Zellmeier und den Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Hopp.  Foto: wb
Im Anschluss an den offiziellen Spatenstich konnten sich die Gäste bei einem kleinen Büfett, vorbereitet von der Familie Limmer stärken. Das Bild zeigt unter anderem MdB Karl Holmeier, Staatssekretär Josef Zellmeier und den Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Hopp. Foto: wb

Landrat Franz Löffler gratulierte Josef Zellmeier zu seinem neuen Amt als Staatssekretär in einem Ministerium, das „für uns in der Region sehr wichtig ist!“ Mobilität war, ist und wird auch in Zukunft der entscheidende Faktor sein, wenn es darum geht, wie eine Region sich weiterentwickelt. Der Landkreis sei dafür das beste Beispiel, wie sich eine Region voranbringt, wenn für Mobilität gesorgt werde.

Verlässlichkeit ist wichtig

Neben der Straße habe auch die Schiene einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet. Der Landkreis Cham sei der fünftgrößte Flächenlandkreis in Bayern; deshalb seien gut funktionierende Schienenverbindungen wichtig. Dazu gehöre aber auch Verlässlichkeit, denn nur dann erfahre die Schiene ausreichend Akzeptanz. Ebenso von Bedeutung sei die Barrierefreiheit. Löffler freute sich, dass bei der Maßnahme in Furth ein Kompromiss zwischen den baulichen Anforderungen und dem Denkmalschutz gefunden werden konnte. Künftiges Ziel müsse es zudem sein, die Linie München-Prag weiter zu ertüchtigen, um eine Fahrzeit von vier Stunden zu erreichen.

 Unmittbar nach dem symbolischen Spatenstich legten die Handwerker wieder los. In einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren soll der Further Bahnhof bis Ende 2019 barrierefrei sein. Dazu werden alle Bahnsteige erhöht und dem Niveau der Zugeinstige angepasst.  Foto: wb
Unmittbar nach dem symbolischen Spatenstich legten die Handwerker wieder los. In einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren soll der Further Bahnhof bis Ende 2019 barrierefrei sein. Dazu werden alle Bahnsteige erhöht und dem Niveau der Zugeinstige angepasst. Foto: wb

Bürgermeister Sandro Bauer freute sich, dass die Bauarbeiten bereits begonnen haben. „Und das mit Pauken und Trompeten“, schmunzelte der Rathauschef. Denn während der Osterfeiertage seien die Spundwände in den Boden getrieben worden. Bauer erinnerte an das Jahr 2013, als der aktuelle Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer als damaliger Staatssekretär den Further Bahnhof besichtigte und und zusicherte, „die Sache nicht aus dem Auge zu verlieren!“ Die Karriere von Andreas Scheuer zeige, „dass Furth ein gutes Pflaster für Staatssekretäre ist“, scherzte Bauer. Er räumte ein, als Stadt kein leichter Verhandlungspartner für die Stadt gewesen zu sein. Aber es ging immer nur darum, einen barrierefreien Ausbau zu erreichen, „der auch noch vernünftig ausschaut!“

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