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Heimat

Einblick in alte Glasindustrie

Beim Hutscha-abend des Museumsvereins zeigte Günther Zeug einen Film über alte Glasschleifen im Ulrichsgrüner Tal.
Elisabeth Ruhland

  • Zahlreiche interessierte Besucher folgten im Gasthaus Weber Max den Ausführungen von Günther Zeug. Foto: Elisabeth Ruhland
  • Hans Fickerl, Jürgen Lampatzer, Franz Danzer mit dem Referenten Günther Zeug (v. li.) Foto: Elisabeth Ruhland

Waldmünchen.Knapp 60 Zuhörer drängten sich zusammen beim Weber Max und wollten den Vortrag von Günther Zeug über die Glasschleifen und Polierwerke im Ulrichgrüner Tal hören. Hans Fickerl, Vize-Vorsitzende im Museumsverein, freute sich darüber, dass der in Lenkenhütte geborene Günther Zeug, jetzt wohnhaft in Regenstauf, Blicke in vergangene Zeiten ermöglichte.

Der Referent ist in Waldmünchen kein Unbekannter, hat er sich doch über Jahre im Ulrichsgrüner Tal für den Skisport engagiert. Luftaufnahmen vom acht Kilometer langen Ulrichsgrüner Tal mit den Standorten von sieben Glasschleifen und Polierwerken, die entlang des Schaufelbaches ab 1825 betrieben wurden, machten den Arbeitszweig deutlich.

Die Ortsnamen Lenkenhütte, Neuhütte, Unterhütte, Althütte weisen auf die Glasgeschichte des Tales hin. Namen wie die Frankenschleif, die Schächtlschleif oder die Weigschleif, wo Zeugs Großeltern Ludwig und Maria Weig beheimatet waren, sind in der Bevölkerung geläufig, obwohl aus den früheren Fabrikgebäuden längst Wohnhäuser oder Feriendomizile wie das Hotel Frankenschleife wurden.

Zeug schilderte in seinem Film die Besitzverhältnisse der Werke, wovon die vordere Schächtlschleif von den Voithenbergern gebaut wurde. Nur wenige Relikte aus der Glasschleifenzeit sind erhalten, am längsten wurde im Graßl-Werk Ulrichsgrün Glas poliert. Bis 1964 liefen die Polierplatten über die Glasplatten, betreut von Johann Schönberger, der danach auf dem Anwesen eine Landwirtschaft betrieb.

Günther Zeug zeigte auch, wie der Arbeitsprozess der Schleifer und Polierer aussah. Dazu war er mit Johann Schönberger und Professor Dieter Manske (†) ins Industriemuseum Theuern gefahren. Schönberger erklärte die Arbeitsabläufe; im Originalton erfuhr man, mit welchem Lärm die Arbeiter konfrontiert waren.

Im zweiten Teil zeigte Zeug einen Film über den „Winter im Ulrichsgrüner Tal“. Da gab es wunderbare Bilder mit tief verschneiten Gibachtmandln, Skispuren am Gibacht und in Althütte zu sehen. Er hielt auch Nachweise der touristischen Erschließung des Gebiets – heute Nordic-Aktiv-Zentrum – fest. 1956 wurde die TV-Skiabteilung Unterhütte gegründet, sie nannte sich Hüttentaler. Sie stellte mit dem TV unzählige Veranstaltungen auf die Beine. Etliche Zuschauer konnten sich bei den Jugendskitagen, wo teils 1000 Teilnehmer aus der Oberpfalz in Unterhütte und am Gibacht zusammenströmten, entdecken. Zeug erinnerte an den Liftbau 1968 in Unterhütte und 1970 in Althütte und auch daran, dass eine Art Skischaukel bestand. Bilder von Siegerehrungen durch den damaligen Landrat Heinrich Eiber zeugten vom Engagement der Skifahrer. Aufzeichnungen vom Skifasching erheiterten die Besucher. Eine Großveranstaltung war der Skifasching am Moosdorfer Hang, wohin die Maschkerer ab dem Marktplatz Waldmünchen zu Fuß marschierten.

Vorsitzender Jürgen Lampatzer überreichte Günther Zeug ein Schmankerlkörbchen. (wir)

Hintergrund

  • Produktion:

    Das Glas zum Schleifen und Polieren kam vor allem aus dem Rheinland und musste auch wieder dorthin gebracht werden – mit Pferde- und Ochsengespannen eine schwere Aufgabe.

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