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Wirtschaft

Einblicke in Stickerei-Betrieb

Landrat Löffler besuchte die Firma Tischler in Rhanwalting. Das Unternehmen hat Handelsbeziehungen bis nach Taiwan.
von Hans Schmelber

So schaut Stickerei auf einem T-Shirt aus: Landrat Franz Löffler (l.), Wirtschaftsreferentin Isabella Bauer und Waffenbrunns Bürgermeister Roland Saurer (r.) ließen sich von Chef Christian Tischler (2. v. l.) informieren. Der Landkreischef zollte dem Unternehmer großen Respekt.  Foto: Hans Schmelber
So schaut Stickerei auf einem T-Shirt aus: Landrat Franz Löffler (l.), Wirtschaftsreferentin Isabella Bauer und Waffenbrunns Bürgermeister Roland Saurer (r.) ließen sich von Chef Christian Tischler (2. v. l.) informieren. Der Landkreischef zollte dem Unternehmer großen Respekt. Foto: Hans Schmelber

Waffenbrunn.„Es sind genau solche Betriebe wie der Ihrige, die uns im Landkreis so stark machen“, versicherte Landrat Franz Löffler am Dienstag Geschäftsführer Christian Tischler bei seinem Besuch in der Stickerei Tischler in Rhanwalting. Angefangen hat alles 1963 mit der Firmengründung durch Sofie und Johann Tischler als Perlen- und Handstickerei. Bis zu 120 Heimarbeiterinnen waren schon bald darauf tätig für öffentliche Auftraggeber und den Export in die saudischen Emirate. 1970 erfolgte die Erweiterung des Tätigkeitsfeldes um Automatenstickereien.

1974 musste, vor allem wegen fehlenden Nachwuchses in der Handstickerei und der steigenden Lohnstruktur, eine Teilauslagerung der Handstickerei nach Pakistan in die Wege geleitet werden, 1982 erfolgte eine Verlagerung der Automatenstickerei für den Bereich Abzeichen nach Taiwan. Im Zuge der Globalisierung wurden die wirtschaftlichen Vorteile der Fertigung im asiatischen Raum genutzt.

Und diese Verbindungen wurden auch genutzt, als 1984 die Produktpalette um Metallabzeichen & Medaillen erweitert wurde. 1994 siedelte man in den Neubau um, der wegen des wachsenden Auftragsaufkommens erforderlich wurde. Einen Meilenstein setzte Christian Tischler, als er 2002 die Leitung des Betriebes in nächster Generation übernahm mit Folge von Umstrukturierung der Tätigkeitsfelder in eigene Teilbereiche mit kompetenten Ansprechpartnern. 2003 ging es weiter mit dem innovativen Ausbau des Betriebes mit Aufnahme eines reichhaltigen Textilprogramms ins Liefersortiment und Ergänzung der angebotenen Veredelung um Flock und Druck.

Firma stetig erweitert

2010 wurde das Vertriebsnetz erweitert und ein eigener Außendienstmitarbeiter zur Verbesserung des Kundenservices durch individuelle Beratung für Firmen und Vereine vor Ort eingestellt. 2012 erfolgte wieder ein Anbau an das bestehende Betriebsgebäude zur Erweiterung der Produktionsfläche und des Maschinenparks. 2019 war Zeit für ein Logo-Relaunch und damit einen neuen Webauftritt.

Der Firmenchef ist stolz darauf, dass zehn Mitarbeiter aus der Gemeinde kommen und die 13 anderen aus Nachbargemeinden und keiner mehr als zwei Kilometer zu seinem Arbeitsplatz fahren muss. Das imponierte auch Landrat Franz Löffler, seiner Wirtschaftsreferentin Isabella Bauer und dem Waffenbrunner Bürgermeister Roland Saurer, der sich auch immer hocherfreut zeigt, wenn er an das Gewerbesteueraufkommen der Stickerei Tischler denkt, wie er sich ausdrückte.

Auf den langen Weg Rhanwalting- Taiwan angesprochen, meinte der Geschäftsführer, dies sei in der heutigen Zeit der Globalisierung kein Problem. Alle Entwürfe und Vorlagen würden im Büro in Rhanwalting erstellt. Die Produktion erfolge zum Beispiel dann am Mittwoch und Donnerstag in Taiwan, komme per UPS-Flug über Mombay und Dubai schon am Freitag in München an und sei bereits am Montagnachmittag auslieferbar.

„Mit der Produktion in Taiwan werden aber auch die Arbeitsplätze in Rhanwalting gesichert“, fügte Tischler gleich an. Er zeigt eine sehr aufwändige Lurex-Stickerei, wie sie z. B. auf Lederhosenträgern vorkommt. „Wir sind aber schon wieder einen Schritt weiter mit der Erweiterung der Angebotspalette um Metallartikel, wie z. B. Fahnennägel, Anstecker, Hutnadeln.“ Der Geschäftsführer erzählte auch die Geschichte von Papst Benedikt, der 2006 Fahnenplaketten und Abzeichen bei Tischler in Auftrag gegeben hatte.

Mit Optimismus in die Zukunft

„Geändert hat sich auch die Verkaufsstrategie“, erzählte Tischler. „Früher waren wir nur für Wiederverkäufer tätig. Jetzt sind wir in der Region Direktvermarkter, vermarkten außerhalb über Vertrieb – und wir investieren auch in Werbung“, führte er aus. Beim Rundgang durch die Produktion erklärte er Maschinen, den Stickvorgang und zeigte fertige Produkte.

„Und so geht es mit Optimismus weiter in die Zukunft“, versicherte Tischler, „dank stetiger Optimierung aller Geschäfts- und Fertigungsprozesse, kontinuierlicher Weiterbildung der Mitarbeiter, Nutzung innovativer Fertigungstechniken, fortlaufender Aktualisierung der Infrastruktur und Sondierung des Marktgeschehens.“

Daten und Zahlen

  • Mitarbeiter:

    23, davon acht in Vollzeit, fünf in Teilzeit und zehn geringfügig Beschäftigte

  • Maschinen:

    Der Personaleinsatz ist genau abgestimmt für eine optimale Ausnutzung der modernen Maschinen. Und davon stehen sechs in der Produktion. Auf vier Maschinen kann man sechs Produkte gleichzeitig besticken.

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