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Eine Auszeit im Pfarrhof

Die beiden dienstältesten Ministrantinnen legten am Pfarrhof einen Weg der Sinne an. Er soll helfen, zur Ruhe zu kommen.
Maria Frisch

Die jüngeren Ministranten bei einer Station des Besinnungsweges, der sich großer Beliebtheit erfreute. Die Nähe zueinander war nur den Zwillingen Antonia und Josephina Sperl erlaubt.  Foto: Maria Frisch
Die jüngeren Ministranten bei einer Station des Besinnungsweges, der sich großer Beliebtheit erfreute. Die Nähe zueinander war nur den Zwillingen Antonia und Josephina Sperl erlaubt. Foto: Maria Frisch Foto: Maria Frisch

Lohberg.Die dienstältesten Ministrantinnen Sophie Müller und Franziska Mühlbauer haben sich Gedanken gemacht, wie man es in Zeiten der Corona-Krise den Menschen erleichtern kann, in sich hineinzuhorchen. Dabei kamen sie auf die Idee, auf dem Pfarrhofgelände einen Besinnungsweg anzulegen, den jedermann nutzen darf, kann und soll. Dabei orientierten sie sich an dem Spruch: „Wenn dir die Kraft fehlt, und alles zu viel wird, dann nimm dir eine Auszeit – ohne dich zu rechtfertigen, und ohne Schuldgefühle.“ Dieser Ratschlag eines unbekannten Verfassers ruft wohl bei jedem ein Kopfnicken hervor und kann helfen, einen Schaden an der Psyche zu vermeiden.

„Eine Auszeit, das ist es, was wir in dieser stürmischen Zeit brauchen. Mit diesem kleinen Weg in unserem Pfarrhof kannst Du dich und deine Umwelt vielleicht näher kennenlernen und dich für die schönen Dinge im Leben öffnen, denn die gibt es auch in schweren Tagen“, lautet der Einstieg der beiden Initiatorinnen bei der Sitzgruppe vor dem Pfarrhofbüro. Die Arbeitsanweisung gibt vor, einfach von Station zu Station zu schlendern, um zu entspannen und zu meditieren. Am besten wäre es, das Handy kurz wegzulegen, so die Empfehlung, um die gesamte Konzentration nur der eigenen Seele zu widmen. Die beiden Urheberinnen hoffen, dass sich möglichst viele eine kleine Ruhepause vom Alltagstress gönnen. Am Schluss jeder Station gibt es zur besseren Orientierung einen Wegweiser zur nächsten Station.

Alle Sinne sind gefordert

Im Fokus des Wegs stehen die Sinne, beispielsweise das Hören. Wer kenne es nicht? Manchmal wolle man einfach nicht hören, was andere sagen. „Wer hält sich nicht die Ohren zu, wenn Mama zum fünften Mal ruft und wer war nicht verletzt, wenn jemand hinter dem Rücken über einen lästert?“, wenden sich die Organisatorinnen besonders der Jugend zu. „Halte Dir einen Moment die Ohren zu. Was kannst Du jetzt noch hören und wahrnehmen?“, lautet die Anweisung.

Vielleicht bemerke man seinen Atem? Wer wolle, könne auch leise vor sich hinsingen oder summen. „Nachdem Du dir die Ohren zugehalten hast, denk daran, wie schön es ist, alles um sich herum hören zu können“, werde wohl jedem bewusst. „Wer redet, sät und wer hört, erntet“, bringe es ein argentinisches Sprichwort auf den Punkt.

Zu allen Sinnen sei ein Spielangebot für Kinder angefügt. Zum Thema „Hören“ werden dem Spieler A die Augen verbunden, der Spieler B versteckt sich. A versucht, B zu finden, indem dieser Anweisungen gibt (nahe dran = warm, weit weg = kalt). Da der Besinnungsweg erst am vergangenen Samstag angelegt wurde, zählten die jungen Ministranten am Dienstag zu den ersten, die ihn erprobten. Betreuerin Andrea Schwarz hatte mit dem achtköpfigen Trupp zunächst eine Wanderung unter Einhaltung der Abstandsregelung nach Hinterlohberg zur Hirschenkapelle unternommen, wo gebetet und der im Vorjahr eingeweihte Sakralbau besichtigt wurde.

Soziale Kontakte genossen

Auf dem Rückweg über den Kastlbauernhof zum Pfarrhof meldete sich langsam der Hunger. Die Teenager nutzten die Zeitspanne, bis die Bratwurstsemmeln fertig waren, für den Besinnungsweg. Aufgrund der Corona-Zeit genossen sie den sozialen Kontakt besonders. Der Ausflug wurde im Übrigen von herrlichem Wetter beschirmt, so dass auch das Eis im Freien schmeckte. In Fleisch und Blut übergegangen ist mittlerweile das Abstand halten, ohne dass man die Buben und Mädchen ständig daran erinnern muss. Zwei durften aber so nah zusammenrücken, wie man es vor den Corona-Zeiten gewohnt war: die Zwillinge Antonia und Josephina Sperl. (kfl)

Pfarrei Lohberg

  • Bibelkreis:

    Neben dem Besinnungsweg weist die Pfarrei zudem auf ihren Bibelkreis im Juni hin. Dieser findet am 23. Juni um 19.30 Uhr im Dorfstadel statt. Es gelten die üblichen Hygienevorschriften mit Abstand und Mundschutz.

  • Kirchenladen:

    Am 24. Juni feiert außerdem der Kirchenladen seinen 13. Geburtstag. Es gibt ein Programm für den kompletten Tag im Pfarrhof.

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