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Meilenstein

Eine Bildungs-Premiere in Waldmünchen

Das erste MGH-Erwachsenenbildungsprogramm ist fertig. Die Macher sind überzeugt, volksnah und flexibel bleiben zu können.
Von Petra Schoplocher

Novum: Erstmals haben die Verantwortlichen des Mehrgenerationenhauses ein Erwachsenenbildungsprogramm vorgestellt, „ein Alleinstellungsmerkmal“. Die Freude war und ist groß bei (von links) Nadine Himmelhuber, Petra Spachtholz, Barbara Konering, Martina Mathes und Alois Nock. Foto: Schoplocher
Novum: Erstmals haben die Verantwortlichen des Mehrgenerationenhauses ein Erwachsenenbildungsprogramm vorgestellt, „ein Alleinstellungsmerkmal“. Die Freude war und ist groß bei (von links) Nadine Himmelhuber, Petra Spachtholz, Barbara Konering, Martina Mathes und Alois Nock. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Für Martina Mathes ist klar: „Wir haben das Beste behalten“. Nämlich: Volksnahe Bildung, ein eingespieltes Team, große Flexibilität und somit hervorragende Angebote. Entsprechend gut war die Stimmung, als das Team des Mehrgenerationenhauses das Frühjahrs-Erwachsenenbildungsprogramm vorstellte – das erste.

Dieses ist ein ganz besonders, schließlich sei die Konstellation, dass die Erwachsenenbildung unter das Dach eines MGH schlüpft, wohl mindestens bayernweit einmalig. Das ermögliche, weiterhin in den Genuss all der Vorteile zu kommen, die die frühere kleine VHS Waldmünchen-Rötz ausgezeichnet haben.

Kultur

Waldmünchens französische Seele

Schon die Beständigkeit ist rekordverdächtig: Der Französisch-Stammtisch geht auf einen Vhs-Kurs aus dem Jahr 1983 zurück.

Das schnelle Reagieren auf Anfragen oder Ideen etwa. „Dann haben wir eben kurz vor der Combourgfahrt einen Französisch-Crashkurs gemacht“, nennt sie ein Beispiel. Auch einen Kurs mit nur fünf Teilnehmern zu halten, war möglich, wenn sich die einig waren, ein paar Euro mehr zu zahlen. „Das ging, weil wir keinen Verwaltungsbürokratiekopf hatten.“ Und auch nicht haben werden.

Rund ums Programm

  • Neuer Träger:

    „Frühjahr 2020“ ist das erste Erwachsenenbildungsprogramm, das unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses geplant wurde und abgewickelt wird. Das MGH löst damit die Volkshochschule ab, die sich im Herbst aufgelöst hatte. Eine wohl mindestens bayernweit einmalige Konstellation.

  • Alte Bereiche:

    Beibehalten wird die Aufteilung in „Sportlich und gesund“ sowie „Sprachen, Kreatives, Spezielles“, auch die bewährten Formate („passt super an den Kühlschrank“) sollen nicht angerührt werden. Die Gestaltung hat in bewährter Manier Sandra Ederer übernommen, gedruckt hat die Programme die Firma Leopold in Waldmünchen.

  • Wissenswertes:

    Die Flyer liegen ab sofort im Rathaus, der Tourist-Information, Geschäften und Banken auf. Weitere Informationen und Ergänzungen sind wie bisher auf der Homepage zu finden: mgh-waldmuenchen.de.

Martina Mathes ist überzeugt, dass der Waldmünchner Weg den Leuten entgegenkommt und preislich interessant ist. „Wir sind weiterhin nah an den Menschen.“ Möglich sei dies aber nur, weil auch die Kursleiter entsprechend „ticken“ würden und äußerst flexibel seien. „Und wenn eine Susanne Nock nicht so anschiebt...“, lobt das Mitglied der Steuerungsgruppe die frühere VHS-Vorsitzende und MGH-Projektleiterin.

Keine Konkurrenz zur VHS Cham

Mathes betont aber auch: „Wir sind keine Konkurrenz zur Volkshochschule Cham, sondern eine Ergänzung.“ Schließlich könnte Waldmünchen aufgrund der neuen Struktur Angebote machen, die einer VHS nicht möglich sind, Beispielschlagwort Mindestteilnehmerzahl. Insofern würde sie sich wünschen, dass Waldmünchen als Mehrwert für den gesamten Landkreis gesehen würden, denn „sonst wären diese Sachen einfach weg“. Ihr gefalle jedenfalls das Bild, das MGH-Bildungsprogramm als Sahnehäubchen auf der Erwachsenenbildung im Landkreis, sehr gut.

Verein

Die VHS Waldmünchen-Rötz löst sich auf

Die Mitglieder stimmten für das Ende der VHS Waldmünchen-Rötz. In Rötz muss der Stadtrat noch entscheiden, wie es weitergeht.

Die Verantwortlichen hätten sich viele Gedanken gemacht, als sich das Ende der VHS abzeichnete und viel durchgerechnet, erinnert die frühere Wirtschaftsschulleiterin. Der Anschluss an die Volkshochschule Cham sei durchaus eine Option gewesen, hätte aber bedeutet, „wirklich bedarfsgerechte Angebote nicht aufrecht erhalten zu können“. Was weg sei – das kenne man aus vielen Bereichen – sei nur sehr schwer wieder zurückzuholen.

Umland profitiert mit

Nicht zu verkennen sei, dass das MGH-Bildungsprogamm nicht den Waldmünchnern zum Mehrwert gereiche, sondern das gesamte Umland bereichere und entlaste. Gerade im Winter könne eine Fahrt von Tiefenbach nach Cham schon eine Herausforderung sein.

Bestens etabliert hat sich der Tschechisch-Stammtisch, der nun unter dem Dach des MGH-Bildungsprogramms weitergeführt wird. Für alle, die die Sprache lernen möchten, ist am 3. Februar um 19.30 Uhr ein Info-Abend geplant. Foto: Nock
Bestens etabliert hat sich der Tschechisch-Stammtisch, der nun unter dem Dach des MGH-Bildungsprogramms weitergeführt wird. Für alle, die die Sprache lernen möchten, ist am 3. Februar um 19.30 Uhr ein Info-Abend geplant. Foto: Nock

Alois Nock, ebenso Mitglied der Steuerungsgruppe, erlaubt sich ebenso einen Blick zurück. Nach 40 Jahren als gallisches Dorf – die Waldmünchen-Rötzer VHS war die letzte eigenständige im Landkreis – sei es ganz und gar nicht selbstverständlich gewesen, dass der Landkreis als Co-Financier der Erwachsenenbildung das Geld an ein MGH zahlt. „Das ist eher untypisch“, betont Nock. Insofern sei die entsprechende Entscheidung von Landrat und Kreistag, „da mitzuspielen der Schlüssel“ gewesen.

Nock stellt die Qualitfikation derer heraus, die für das Bildungsprogramm verantwortlich zeichnen, Sozialpädagogen und Gesundheitsmanagerin. „Der Erfolg steht und fällt mit dem Personal“, ist auch Martina Mathes überzeugt.

Seit Herbst 2018 bietet Birgit Daschner erfolgreich Reha-Sport an. In diesem Jahr folgen Kurse für Kinder. Das sieht Barbara Konering, die den Bereich Gesundheit im Bildungsprogramm koordiniert, als große Bereicherung. Foto: Schoplocher
Seit Herbst 2018 bietet Birgit Daschner erfolgreich Reha-Sport an. In diesem Jahr folgen Kurse für Kinder. Das sieht Barbara Konering, die den Bereich Gesundheit im Bildungsprogramm koordiniert, als große Bereicherung. Foto: Schoplocher

Zwei von ihnen, Nadine Himmelhuber und Barbara Konering, waren federführend am neuen Programm beteiligt. „Dieses Mal war alles etwas kurzfristiger“, berichtet Barbara Konering, die den Bereich Gesundheit koordiniert. Dank der schnellen Rückmeldungen der (teils ehrenamtlichen!) Kursleiter habe aber alles wunderbar geklappt. Die Gesundheitsbotschafterin der Stadt freut sich, dass viele bewährte Angebote beibehalten werden können, von Yoga über Wirbelsäulengymnastik bis zu verschiedenen Vorträgen. Die Erweiterung des Bereichs Reha-Sport um Kinder, findet sie besonders bemerkenswert.

Keine Zukunftssorgen

Nadine Himmelhuber hat erst am 1. Januar ihre Tätigkeit fürs MGH aufgenommen, was eine „stressige, aber gute Zeit“ zur Folge hatte. Auch sie findet die Zusammenarbeit mit den Kursleitern unglaublich gut. Kurze Wege, auch zu Susi Nock, würden es ihr leicht machen, betont sie. Drei Flechtkurse mit Frisörmeisterin Tanja Meier sind neu im Programm und „sicherlich eine spannende Sache“, weist sie auf eine Besonderheit hin. Kurz vor Druck sei noch das Angebot von Agnes und Christian Graf zu einem Reisevortrag über Peru und Bolivien hereingeschneit, erzählt sie. Flexibel, wie das Team ist, findet er sich auf dem DIN A 4-Flyer.

Menschen

Sie ist die Frau im Hintergrund

Seit August 2015 ist Petra Spachtholz Geschäftsführerin der VHS in Waldmünchen. Sie ist mehr als nur „die Verwaltung“.

Petra Spachtholz, die die Verwaltung „wuppt“, wird weiterhin eine Statistik führen, und „natürlich werden wir uns alles nach einem Jahr genau anschauen“, betont Martina Mathes. Sorgen macht sie sich keine. „Wir werden uns dieses Alleinstellungsmerkmal erhalten“, ist sie überzeugt.

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