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Furth im Wald

Eine kostbare Stunde der Kirchenmusik

Eigentlich hätte es ein Familienkonzert von Regionalkantor Wolfgang Kraus und seiner Mutter, der

Sie gestalteten eine kostbare Stunde der Kirchenmusik: Oliver Hien, Anca Moosmüller und Wolfgang Kraus (von links) Foto: cjr
Sie gestalteten eine kostbare Stunde der Kirchenmusik: Oliver Hien, Anca Moosmüller und Wolfgang Kraus (von links) Foto: cjr

Furth im Wald.Sopranistin Brigitte Kraus werden sollen, aber wegen einer Erkrankung musste dieses Programm kurzfristig durch eine Wiederholung eines Konzertes vom Sonntag zuvor in Regensburg ersetzt werden: Anca Moosmüller, Bratsche und Oliver Hien, Geige waren sofort eingesprungen. Zusammen mit dem Regionalkantor an der Eisenbarth-Orgel gestalteten sie eine kostbare Stunde der Kirchenmusik.

Sie enthielt neben Werken der großen Meister Bach und Mozart auch Kompositionen der ehemaligen Regensburger Domorganisten Josef Renner (1868-1934) und Eberhard Kraus (1931-2003), dem Vater von Wolfgang Kraus. Zum 150. Geburtstag Renners hatte der Organist drei seiner Werke ins Programm genommen: Aus den fünf Präludien von 1895 zunächst das vierte, das als „Fuge über Salve Regina“ op. 41D einen kurzen, aber sehr komplexen Orgelpart darstellt.

Kraus nutzte das Stück, um auf eine originelle Folge von Bearbeitungen vorzubereiten: Vier Duos aus dem III. Teil der Clavierübung von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Sowohl für die beiden Streicher als auch für den Organisten boten sie eine willkommene Gelegenheit, die ihnen innewohnende ansprechende Farbigkeit hervor zu heben.

Im klaren Kontrast zum beschwingten Bach war die Meditation zum Psalm 137 „An den Strömen von Babel“ von Eberhard Kraus zu hören. Kaplan Daniel Schmid sprach den uralten, in seiner Sprache sehr drastischen Psalm-Text und Orgel und Viola setzten die Worte lautmalerisch um.

Beim „Interludium für Violine und Orgel“ von Josef Renner war es die Geige, die die Orgel in ihrer stimmungsvollen Rolle noch überschrieb. Oliver Hien fand zu einem ernsten, manchmal atonal klingenden Zusammenspiel mit großer Geste – eine insgesamt fast ein wenig depressiv wirkende Traummusik mit wachsender unterschwelliger Spannung, bis am Schluss Orgel und Geige sich endlich in einem harmonischen gemeinsamen Orgelpunkt lösten.

Ein Schwergewicht ist auf alle Fälle das „Duo B-Dur“, KV 424 für Violine und Viola von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Ein eigenständiges dreisätziges Werk und eine Originalkomposition für diese seltene Besetzung. Dem wurden Hien/Moosmüller in vollem Umfang gerecht.

Eine mitreißende „Phantasie über das Osteralleluja“ für Orgel von Josef Renner krönte dann abschließend diese abwechslungsreiche Stunde. Die konstant virtuosen Anforderungen befeuerten Wolfgang Kraus noch zusätzlich in seiner Auffassung von diesem grandiosen Stück. Die beständigen Steigerungen fesselten die Zuhörer, bis sich am Ende der Gedanke von der Himmelfahrt Christi in einem strahlenden Orgelpunkt manifestierte – ein ideales Finale eines Konzertes, das mehr war als lediglich ein Ersatz. (cjr)

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