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Region Cham
Samstag, 26. Mai 2018 25° 2

Event

Eine Nacht voll Hexenzauber

In der Grenzstadt fand am Samstag die erste Further Walpurgisnacht statt – mit Tänzen und mystischen Geschichten.
Von Monika Kammermeier

Die Ränkamer Autorin und Mythenforscherin Christl Fischer hatte die Walpurgisnacht organisiert – und die Hexen nach Furth geholt. Foto: Mitch Cizek

Furth im Wald.Im Vorhof der NaturFreunde-Hütte hat am Samstagabend ein großes Spektakel stattgefunden: die erste Further Walpurgisnacht. Mit dem leuchtenden Mond am Himmel und dramatischer Musik an einer Feuerstelle wurden die zahlreichen Gäste mit Erzählungen, Hexentänzen, Zaubersprüchen und Wissenswertem zu Kräutern unterhalten. Initiatorin der Veranstaltung war Christl Fischer aus Ränkam. Sie ist Autorin des Buches „Sagenhaftes Bayern“ und tourt im Landkreis und darüber hinaus als Mythen- und Geschichtenerzählerin.

Erste Further Walpurgisnacht

Mit dabei waren auch Brauchtumshistoriker Hubertus Berger, der den Abend moderierte, die Lamer Hexen und der Teufel, dargestellt von Rafael Schötz, Kräuterexpertin Doris Weirather aus Österreich und die Pastritztaler Goaßlschnalzer aus Furth im Wald mit Akkordeonspieler Martin Meier. MdB Karl Holmeier begrüßte zur ersten Walpurgisnacht in Furth im Wald.

Trud und Feuerball

Er gratulierte Christl Fischer zum Buch, das bereits über 1000 Mal verkauft worden sei. Holmeier unterstützte Fischer mit Geschichten aus seinem privaten Fundus. Man habe sich früher abends am Tisch immer Geschichten erzählt, sagte er. Die Großmutter wusste von der Trud, dem brennenden Feuerball und vom Teufelstritt.

Etwa bis 800 n. Chr. habe die heilige Walburga gelebt, eine Klosterschwester. Zum 1. Mai hin werde seit der Christianisierung die Walpurgisnacht gefeiert, wusste Berger. Er räucherte den Platz, weil man das zu Walpurgis immer getan habe. Mangels Geld tat man das früher mit allerlei Kräutern, Zauberkräutern. Doris Weirather, zertifizierte Wildkräuterführerin und mit einem Landespreis ausgezeichnet, erzählte Wissenswertes zur Gundelrebe, auch Gundermann genannt, zum Löwenzahn und der Brennessel. Die Löwenzahnstengel könne man essen, die seien nicht giftig und reinigten den Körper, wusste sie. Gundelrebe sei gut gegen Kopfschmerzen und eigne sich im Salat, sie löse Schwermetalle. Die Brennessel sei die Königin der Kräuter und reich an Spurenelementen wie Magnesium, Kalium und Kalzium. Vor der Haustüre eines jeden würden natürlicherweise immer diese Dinge wachsen, die gesund für deren Bewohner seien.

Dann sprach die Lamer Hexe das Hexeneinmaleins, und Christl Fischer gab die Geschichte vom Kerschbaumriegl zum Besten. Der Sepp (fiktiver Name) aus Ränkam sei dort Hexen und dem Teufel persönlich begegnet und konnte sich mit nur einem Rosenkranz vor ihnen schützen. Fischer wurden schon als Kind viele Weizgeschichten vom Vater erzählt und von der Mutter Märchen, berichtete sie.

Lichtertanz mit Lamer Hexen

Darauf folgte ein Lichtertanz mit den Lamer Hexen. Der Auftritt der Hexen war wohl etwas dramatisch, denn vereinzelt fürchteten sich kleine Kinder unter der Gästeschar. Die Lamer Hexen trugen fantastische Masken und Kleider, die sie selbst fertigten.

Berger informierte noch zur Freinacht, die zu Walpurgis sei und in der allerhand Schabernack getrieben wurde und werde. Beltane, wie die Kelten die Zeit der Walpurgisnacht nennen, sei auch für die Liebe wichtig. Vergissmeinnicht habe man gepflanzt, und wenn sie zueinander wuchsen, wurde geheiratet. Bevor der Teufel mit großem Getöse auftrat, mit gehörnter Maske und im schwarzen Fell, stellte Fischer noch Wirtin Elvira Fischer vor, die sie schon einmal sehr unterstützte bei einem Sagenabend und auch diesmal zum Gelingen mit guter Bewirtung beitrug. Der Teufel drehte eine Runde, schnappte sich dann Christl Fischer und tanzte mit ihr und den anderen Hexen in den Mai hinein. So löste sich die Mystik mit diesem Tanz in fröhlichen Klängen auf. Christl Fischer und auch die Wirtin erhielten einen Blumenstrauß von Berger, und die Pastritztaler Goaßlschnalzer hieben zum letzten Auftritt an.

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