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Requiem

Eine Radl-Runde in die Ewigkeit

Eine sehr große Trauergemeinde nahm am Donnerstag Abschied vom ehemaligen Lohberger Bürgermeister Hans Mühlbauer.
von Maria Frisch

-Hans Mühlbauer (+) Foto: Maria Frisch
-Hans Mühlbauer (+) Foto: Maria Frisch

Lohberg. „Die schier unfassbare Nachricht, dass Hans Mühlbauer plötzlich an Herzinfarkt verstorben ist, platzte in das frohe Feiern mit der Feuerwehr Engelshütt“, schilderte Pfarrer Ambros Trummer beim Requiem am Donnerstagnachmittag, wie er selbst und viele andere davon erfahren hatten. Mit dieser schlimmen Tatsache musste nicht nur seine Familie, sondern auch die Bürger der Gemeinde fertig werden, die er als Bürgermeister zwölf Jahre lang geleitet hat. Natürlich stehe nach so einem jähen Lebensende nach gerade einmal 62 Jahren die Frage nach dem warum im Raum.

-Hans Mühlbauer (+) Foto: Maria Frisch
-Hans Mühlbauer (+) Foto: Maria Frisch

Viel geredet werde zur Zeit vom Waldsterben. „In der Gemeinde Lohberg gibt es im wahrsten Sinne des Wortes ein Waldbauernsterben“, konstatierte der Priester und zählte etliche Sterbefälle auf. „Da könnte es einem schon kalt über den Rücken laufen“, gab Pfarrer Trummer zu.

Hans Mühlbauer habe selbst einst den Hof als kostbares Erbe und als Aufgabe von seinen Vorfahren übernommen. Er war 22 Jahre alt, hat sich aber nach dem Tod seines Vaters, der Verantwortung gestellt. „Er passte den Hof den Möglichkeiten der Zeit an, indem er ein E-Werk baute und ein mobiles Sägewerk betrieb“, wusste der Seelsorger. Der „Hofbäura Hans“, wie er im Volksmund genannt wurde, war auch Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Lohberger Winkel. Als man einen Bürgermeisterkandidaten suchte, war er bereit, seinen Betrieb zurückzustellen und für die Allgemeinheit da zu sein. Hans Mühlbauer wurde am 25. Januar 1957 geboren. 1984 trat er mit Roswitha, geborene Sixt, an den Traualtar. Die beiden Kinder Vevi und Hans durften ihre Liebe und Fürsorge erfahren. Mittlerweile war er auch Opa von drei Enkelkindern. Fürsorglich kümmerte sich Hans Mühlbauer mit seinen Schwestern um die betagte Mutter.

Sportlich fit, fuhr der „Hofbäura Hans“ in der Wintersaison regelmäßig auf seinem Hausberg Arber Ski, meistens bevor es auf den Pisten voll wurde. Im Sommer konnte man in den Waldungen Richtung Arber und um den Kleinen Arbersee seine Motorsäge hören. Er genehmigte sich aber auch, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein - mit seiner Ehefrau und guten Freunden wie Glaskünstler Theo Sellner und Frau Gertraud. Dann kam der letzte Sonntag, der dies alles beendete. Vor der Mittagszeit drehte der Forstwirt noch eine Runde zum Kleinen Arbersee. „Es sollte die letzte seines Lebens werden“, so der Priester.

Franz Müller erinnerte an den Sonntag, als die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel einschlug: „Es erscheint unfassbar, dass der ehemalige Volksvertreter und Bürgermeister, der mir ein besonderer Weggefährte war, nicht mehr unter uns weilt“

Von 1990 bis 2014 gehörte der Naturfreund dem Gemeinderat Lohberg an. Von 1996 bis 2008 hatte er das Amt des 1. Bürgermeisters inne. Viele Projekte tragen seine Handschrift, beispielsweise die Wiederbelebung der Glashüttentradition in der Alten Kirche, die Revitalisierung des Schwarzauer Hauses oder verschiedene Infrastrukturprojekte. Im Namen nachfolgender Vereine brachte Franz Müller den Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl zum Ausdruck: Die Waldvereinssektion Lohberg dankte für eine 30-jährige Mitgliedschaft, der Sportverein Lohberg zollte Anerkennung, auch der Obst- und Gartenbauverein. Der CSU-Ortsverband dankte ebenso wie der Holzverbund der Ökoregion, der Hegering Lamer Winkel und der Trachtenverein Enzianbuam. Bei der FFW Lohberg war der Verstorbene seinerzeit Schirmherr beim 100-jährigen Fest, bei der FFW Thürnstein/Schrenkenthal Ehrenmitglied und Ehrenschirmherr bei der Einweihung der neuen Feuerwache 2010. Lohberg sei um einen liebenswürdigen Menschen ärmer geworden. „Lieber Hans, wir werden dich vermissen“, schloss Franz Müller. (kfl)

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