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Mittwoch, 15. August 2018 24° 3

Kultur

Eine Zeitreise durchs böhmische Mittelalter

Wohnen wie die Slawen im 9. Jahrhundert: Im Geschichtspark Bärnau erkundete Eschlkam die frühen Spuren einer Nachbarschaft.

Die Reisegruppe vor der größten tschechischen Reitschule in Tachov. Foto: Altmann
Die Reisegruppe vor der größten tschechischen Reitschule in Tachov. Foto: Altmann

Eschlkam.Das Tourismusbüro hat eine Reise nach Bärnau in die nördliche Oberpfalz mit einem Abstecher nach Tachov, in eine der ältesten Städte des Pilsner Bezirks entlang der Goldenen Straße, organisiert. Als Reiseleiter stellte sich der Waldschmidtpreisträger Haymo Richter zur Verfügung, der sein Wissen als glänzender Reiseführer unter Beweis stellte.

Der Bayerisch-Böhmische Geschichtspark in Bärnau war die erste Station, die Busfahrer Radek als erstes für einen Rundgang ansteuerte. Dort wurde ein frühmittelalterliches slawisches Dorf durchstreift und die imposante Turmhügelburg bestiegen. Mit rund 30 rekonstruierten Gebäuden aus dem Mittelalter ist der Geschichtspark das größte Museum seiner Art im deutschsprachigen Raum. Zu sehen gibt es unter anderem ein slawisches Langhaus, eine Turmhügelburg mit dazugehörigen Wohn- und Nebengebäuden sowie eine große Herberge aus dem 9. – 13. Jahrhundert n. Chr.. Die historische Entwicklung einer Region, die vom Zusammenwachsen der bayerischen Bevölkerung mit den slawischen Siedlern geprägt ist, wurde so veranschaulicht, und die Reiseteilnehmer zeigten sich sehr beeindruckt vom archäologischen Freilandmuseum.

Anschließend ging es ins böhmische Tachov, und zwar auf einer sehr geschichtsträchtigen Straße, „der Goldenen Straße“, die Mitte des 14. Jahrhunderts von Kaiser Karl IV. zur Handelsverbindung zwischen Nürnberg und Prag erhoben wurde. Wie Haymo Richter während der Fahrt berichtete, habe diese Straße damals schon Wohlstand und Reichtum gebracht. In Tachov wurde die größte tschechische Reitschule besichtigt. Nach der Spanischen Hofreitschule in Wien ist sie die zweitgrößte in Mitteleuropa. Ausgebaut wurde sie in den Jahren 1848 und 1861, vom Inhaber der Tachauer Herrschaft, dem Feldmarschall Alfred I., dem bedeutendsten Vertreter des Adelsgeschlechts Windischgrätzer. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor diese Reitschule ihre ursprüngliche Verwendung und verfiel immer mehr. Im Jahre 2000 begann die aufwändige Rekonstruktion und wird laufend fortgesetzt. Sehr angetan waren die Reiseteilnehmer vom Tachauer Schloss, wo noch eine kleine Führung stattfand.

Bei der Heimfahrt wurde noch ein kurzer Stopp in Bor (Haid) gemacht, wo der dortige Pfarrer auf Initiative von Haymo Richter die prächtige St. Nikolaus- Kirche in einer kurzen Führung vorstellte. In den Jahren 1739–1750 wurde sie neu errichtet und im Barockstil erbaut. Besonders beeindruckend ist der prächtig Hochaltar vom Bildhauer Johann Christoph Artschlag aus Neustadt. (kbi)

Ausflugsstationen

Reise: Mit dem Tourismusbüro Eschlkam ging es entlang der Goldenen Straße nach Tachov, eine der ältesten Städte im Pilsener Bezirk.

Bärnau: Im Bayerisch-Böhmischen Geschichtspark ging es auf Zeitreise in das slawische Mittelalter.

Tachov: Die Gruppe besuchte die tschechische Reitschule. Sie ist die zweitgrößte Mitteleuropas.

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