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Vortrag

Einkaufen mit der Nase

Stephanie Ertl vom Verbraucherservice erklärte Landfrauen, wie sie umwelt- und gesundheitsbewusst Mode kaufen können.
Florian Zach

Kreisbäuerin Rosmarie Maier bedankt sich bei der Referentin Stephanie Ertl.  Foto: Florian Zach
Kreisbäuerin Rosmarie Maier bedankt sich bei der Referentin Stephanie Ertl. Foto: Florian Zach

Michelsneukirchen.Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes lud zum Landfrauenfrühstück in das Gasthaus Jäger nach Michelsneukirchen ein.

Das reichhaltige Büffet versüßte den Herbsttag. Kreisbäuerin Rosmarie Maier freute sich über das Beisammensein. Rosmarie Maier begrüßte die Referentin, Stephanie Ertl, vom Verbraucherservice aus Regensburg zum Thema Kleiderkauf im digitalen Zeitalter.

Ertl erklärte, mit welchen Erwartungen man zum Einkaufen von Kleidung geht. Neben der Optik sind Preis, Marke und Funktionalität wichtig. Weniger wird auf Herstellung und Schadstoffe geachtet. Es sei nicht immer leicht, die verschiedenen Labels auseinanderzuhalten. So beziehen sich laut Ertl einige Gütesiegel nur auf den Einsatz ökologischer Baumwolle, doch Weiterverarbeitung und Arbeitsbedingungen bei den Näherinnen spielten keine Rolle. Vor allem bei wasser- und schmutzabweisender Funktionskleidung wurde festgestellt, dass auf ein Kilo Textilien ein Kilo Chemikalien kommen. Diese Schadstoffe sind laut Ertl in Gewässern nachweisbar.

Ein weiterer Trend ist der Used Look. Hier werden Jeans so bearbeitet, dass sie wie gebraucht aussehen. Dabei setzen die Arbeiter vor allem auf die Sandstrahltechnik, was bei ihnen oft zu Lungenkrankheiten führt, da es bei der Bearbeitung keinen Schutz gibt. 20 Prozent des industriellen Wasserverbrauchs wird durch Färben und Veredeln der Textilien benötigt.

Selbst das Naturprodukt Baumwolle kann schon beim Anbau als Monokultur oder durch gentechnisch veränderte Pflanzen und künstliche Bewässerung eine schlechte Ökobilanz haben. Hier empfahl Stefanie Ertl, auf Bio-Baumwolle zu achten.

Eine weitere Sparte sind die synthetischen Chemiefasern Polyester und Polyamid. 2015 wurden 50 Millionen Tonnen Kleidung aus Polyester produziert. Durch die preiswerte Herstellung verkürzte sich der Nutzungszyklus, durch Auswaschungen gelange viel Mikroplastik in den Wasserkreislauf.

Im digitalen Zeitalter steht dem Einkaufserlebnis in den Geschäften der Onlinehandel gegenüber, so Ertl. 15 Prozent der Kleidung werden online gekauft. Hier empfahl sie den Landfrauen, nur das zu bestellen, was man wirklich braucht und sich nicht durch Sonderangebote verführen zu lassen.

Ein weiterer Rat für umweltfreundliches Einkaufen: nicht jeden Modetrend mitmachen. „Finden Sie Ihren eigenen Stil. Kombinieren Sie ältere Kleidung mit neuer“, forderte sie. Auch der Kauf im Secondhandshop schone die Umwelt. Laut Ertl finde gerade ein Umdenken in Form von Tauschpartys statt. „Bevor Sie Kleidung in die Tonne werfen, geben Sie sie bei Kleidersammlungen oder in Kleiderkammern ab, denn auch hier werden die Sachen weiter verwertet“, sagte Ertl. Sie beantwortete zahlreiche Fragen der Landfrauen und bot Info-Broschüren an, in denen die verschiedenen Gütezeichen erläutert werden.

Kreisbäuerin Rosmarie Maier bedankte sich bei der Referentin mit einem Landfrauenkalender und gab die nächsten Termine bekannt. So finden eine Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Gut Wolfgangshof und eine adventliche Sitzweil im Gasthaus Wagner in Kothmaißling statt. Die Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle des BBV Cham entgegen. (cfz)

Empfehlungen

  • Reinigung:

    Neue Textilien sollten grundsätzlich vor dem ersten Gebrauch gewaschen werden.

  • Orientierung:

    Beachten sollte man die Gütezeichen „Oeko Tex 100“ und „grüne Mode“.

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