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Engagement

Einstehen für die Menschenrechte

Amnesty International startet eine Foto-Aktion am Chamer Marktplatz zum 70. Geburtstag der Erklärung der Menschenrechte.

Die Organisatoren und Mitglieder der Amnesty-International Gruppe Cham, von links: Wolfgang und Anna Weinzierl, Gerda Simstich, Liz Turba-Bernhardt, Gerhard Höcht und Hermann Seitz Fotos: cea
Die Organisatoren und Mitglieder der Amnesty-International Gruppe Cham, von links: Wolfgang und Anna Weinzierl, Gerda Simstich, Liz Turba-Bernhardt, Gerhard Höcht und Hermann Seitz Fotos: cea

Cham.Vor 70 Jahren, genau am 10. Dezember 1948, wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) verabschiedet. Es war ein historischer Moment, in dem die Vereinten Nationen jedem Menschen, weltweit und unabhängig von seiner Herkunft, die gleichen Rechte und Freiheiten zusicherten.

Dieses Jubiläum nahmen die Verantwortlichen der Amnesty-International Kreisgruppe Cham (ai-Gruppe Cham) zum Anlass, mit einer Foto-Aktion die Menschenrechte ins allgemeine Bewusstsein zurückzurufen.

„Wir suchen Leute, die bereit sind, Flagge zu zeigen für die Menschenrechte“, sagte Anna Weinzierl von der ai-Gruppe Cham. In einer Zeit, in der sich immer mehr Staaten von den Grundlagen des freien Lebens entfernen, sei die Unterstützung jedes Einzelnen in der Öffentlichkeit notwendig.

Die Hintergründe

Rege Diskussionen am Stand der ai-Gruppe Fotos: cea
Rege Diskussionen am Stand der ai-Gruppe Fotos: cea

Dass die Rechte nicht eingehalten werden, bedeute ja nicht, dass es sie nicht mehr gibt, äußerte sich einer der Interessenten, die sich im Laufe des Vormittags am Stand der ai-Gruppe einfanden. Anna Weinzierl und ihre Kolleginnen und Kollegen gaben Auskunft über die Intention dieser Aktion: Es gehe nicht darum, Unterschriften zu sammeln oder neue Mitglieder zu werben. Vielmehr sollten möglichst viele Menschen dafür gewonnen werden, sich mit einem persönlich ausgewählten Artikel aus den Allgemeinen Menschenrechten fotografieren zu lassen. Die so entstandenen Bilder werden zu einer Collage zusammengestellt unter dem Titel: „Ich stehe ein für Menschenrechte!“

Im Vorfeld hatten sich bereits einzelne Personen fotografieren lassen und brachten mit den ausgewählten Artikeln ihre persönliche Stellungnahme zum Ausdruck (die MZ berichtete). Diesem Beispiel folgten zahlreiche Chamer Bürgerinnen und Bürger, sowie Besucher aus dem näheren und weiteren Umland.

Am Stand der ai-Gruppe Cham kam es immer wieder zu lebhaften Diskussionen. Die Freizügigkeit werde in Europa immer mehr durch Rechtspopulisten angegriffen, begründete einer der Teilnehmer sein Engagement. Dieses große Gut gelte es unbedingt zu schützen, ebenso wie die Religionsfreiheit. Wenn in Zeiten von Kreuzerlass die Religion in Bayern instrumentalisiert werde, müsse man sich „halt auch mal hinstellen“ und „Nein sagen“.

„Lautstark einstehen“

Ändern könne man letztlich nur etwas, wenn viele Menschen lautstark für die Erhaltung der Menschenrechte einstehen. Auf die Frage, wie man sich denn fühle, wenn manche Leute mit Ignoranz oder gar Beschimpfungen auf ihre Aktion reagieren, sagten die Organisatoren, diese „Vogel-Strauß-Politik“ seien sie gewohnt. Alles das, was ein schlechtes Gewissen macht, werde schnell ausgeblendet – man gehe einfach vorbei.

Insgesamt zeigten sich die Mitglieder der ai-Gruppe Cham jedoch „sehr zufrieden“ mit der Resonanz auf ihre Aktion. „Einige Leute sind sogar aktiv auf uns zugegangen“, sagte Weinzierl. Das sei heutzutage nicht mehr selbstverständlich. (cea)

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