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Eixendorfer See: Paradies vor der Tür

Radeln, Wandern, Fischen, Campen oder Nordic Walking: Für jeden Naturliebhaber bietet der See viele Erholungsmöglichkeiten.

Daniel aus München versucht sein Anglerglück. Was Natur und Freizeit angeht, ist der Bayerische Wald für ihn die Nummer eins.
Daniel aus München versucht sein Anglerglück. Was Natur und Freizeit angeht, ist der Bayerische Wald für ihn die Nummer eins. Foto: Christa Bucher

Rötz.„Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen. Denn das Glück ist immer da“: Diese Sätze aus Goethes „Erinnerungen“ kann man auch umändern in: Denn das Schöne liegt so nah. Mit seinem Vierzeiler hat der Dichterfürst zwar nicht die Gegend um den Eixendorfer See gemein, den gab es ja zu dieser Zeit noch nicht, doch hätte er ihn und die Landschaft, die das Gewässer umgibt, gesehen, hätte er diese Zeilen vielleicht für den im ehemaligen Schwarzachtal zwischen Rötz und Neunburg vorm Wald gelegenen Stausee geschrieben.

Schwarzach: Dass der bekannte Stausee angelegt werden konnte, ist der Schwarzach zu verdanken, die sich bei Kritzenast mit der böhmischen Schwarzach verbindet. Früher trat sie bei Regen über die Ufer und überflutete viele Flächen.
Schwarzach: Dass der bekannte Stausee angelegt werden konnte, ist der Schwarzach zu verdanken, die sich bei Kritzenast mit der böhmischen Schwarzach verbindet. Früher trat sie bei Regen über die Ufer und überflutete viele Flächen. Foto: Christa Bucher

Dass der Eixendorfer See als Stausee angelegt wurde, hat man nur der reichlich Wasser führenden Schwarzach zu verdanken, die sich mit der böhmischen Schwarzach bei Kritzenast verbindet und in früheren Jahren bei Schneeschmelze oder in niederschlagreichen Sommern über die Ufer trat und landwirtschaftliche Flächen überflutete.

Ein Dorf verschwand

Fluten: Ende der 1960-er Jahre wurde mit der Schwarzach-Regulierung begonnen. Damals wurden der Silbersee, der Perlsee und 1973 der Eixendorfer See als Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Große Teile von Eixendorf versanken in den Fluten.
Fluten: Ende der 1960-er Jahre wurde mit der Schwarzach-Regulierung begonnen. Damals wurden der Silbersee, der Perlsee und 1973 der Eixendorfer See als Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Große Teile von Eixendorf versanken in den Fluten. Foto: Christa Bucher

Ende der 1960-er Jahre begann man mit der Schwarzachregulierung, indem man den Silbersee, den Perlsee und 1973 den Eixendorfer See als Hochwasserrückhaltebecken baute. Die Kehrseite der Medaille war, dass große Teile von Eixendorf, darunter auch die historische Brücke, in den Fluten versanken. Doch in Erinnerung an dieses versunkene Dorf hat der See seinen Namen. Auch Höllmühle, Obermühle, Seebarnhammer und eine Teilstrecke der ehemaligen Bahnlinie Bodenwöhr-Rötz verschwanden beim Stauseebau.

Einsatzkräfte

Angler vermuten Umweltfrevel im Stausee

Feuerwehren, Polizei und Wasserwirtschaftsamt rückten an den Eixendorfer See aus. Am Ende gibt es keinen Verdächtigen mehr.

1975 wurde die Talsperre, die die Schwarzach auf einer Länge von 6,2 Kilometern anstaut, erstmals geflutet. Und so schmiegt sich der See malerisch dem Flusslauf der Schwarzach folgend in die Landschaft ein. Der Eixendorfer See, der wie ein breiter Fluss aussieht, ist aber schon lange nicht mehr nur ein Rückhaltebecken.

Freizeit: Der Eixendorfer See ist seit Jahren ein beliebtes Ziel für Urlauber und Einheimische. Radeln, Wandern, Segeln, Fischen, Campen oder Nordic Walking: Für jeden Naturliebhaber bietet das Gewässer Erholungsmöglichkeiten.
Freizeit: Der Eixendorfer See ist seit Jahren ein beliebtes Ziel für Urlauber und Einheimische. Radeln, Wandern, Segeln, Fischen, Campen oder Nordic Walking: Für jeden Naturliebhaber bietet das Gewässer Erholungsmöglichkeiten. Foto: Christa Bucher

Er ist beliebtes Ziel für Urlauber und Einheimische. Radeln, Wandern, Segeln, Fischen, Campen oder Nordic Walking: Für jeden Naturliebhaber bietet das Gewässer Erholungsmöglichkeiten. Bei den Anglern ist der Eixendorfer See, sein Angelgewässer erstreckt sich von der Vorsperre Neunburg vorm Wald in Richtung Rötz, ein optimales Angelgewässer. Auch Urlaubsgäste schätzen das Angeln im reizvollen Schwarzachtal.

Da ist zum Beispiel Daniel aus München. Der hat sich in diesem Jahr entschieden, Urlaub im Rötzer Urlaubsland zu machen. Für ihn ist klar, dass, was Natur und Freizeit angeht, der Bayerische Wald die Nummer eins ist. In diesem Jahr versucht der Hobbyangler am Eixendorfer See sein Glück. Aber er macht sich keine großen Hoffnungen, dass er an diesem Tag einen großen Fang machen wird, hat er doch seit Jahren die Angel nicht mehr ausgeworfen. Anders ist es bei Alois Zellner aus Rosenheim. Der passionierte Angler kommt seit 20 Jahren an den Eixendorfer See. Er findet die Landschaft schön, wandert gerne und freut sich über das „gute Fischwasser“, aus dem er schon so manchen Hecht, Zander, Waller oder Weißfisch geangelt hat. Und auch an diesem Tag hatte er Glück: Schleie und Schied sowie eine Barbe hatte er an Land gezogen und nimmt sie mit ins Hotel in Gütenland, wo sie für ihn zubereitet werden.

Natur

Der Eixendorfer See im Überblick

Der Eixendorfer See bietet nicht nur gute Freizeitmöglichkeiten, sondern auch Hochwasserschutz und Strom für 2700 Haushalte.

Alle lieben den See

Aber natürlich lieben nicht nur die Angler den See. Auch den Wanderern präsentiert er sich von seiner schönsten Seite. Hier kann man gemütlich nebeneinander radeln, sich unterhalten und nebenbei die Natur genießen. Manche Radler fahren nur um den See, die anderen machen eine Tagesfahrt und einige fahren einen Teilabschnitt des Schwarzachtal-Radweges. Den Wanderern zeigt sich der See mit seiner in der Sonne glitzernden Wasserfläche, seiner saftigen Tallandschaft und seiner bunten Flora in Ufernähe.

Informationen: Entlang der 15,3 Kilometer umfassenden Strecke am See informieren Tafeln über den Bau der Talsperre, über die Nutzung der Wasserkraft und die verschwundenen Schleifen und Hämmer an der Schwarzach.
Informationen: Entlang der 15,3 Kilometer umfassenden Strecke am See informieren Tafeln über den Bau der Talsperre, über die Nutzung der Wasserkraft und die verschwundenen Schleifen und Hämmer an der Schwarzach. Foto: Christa Bucher

Auf der 15,3 Kilometer langen Strecke informieren Tafeln über den Bau der Talsperre, über die Nutzung der Wasserkraft und die verschwundenen Schleifen und Hämmer an der Schwarzach. Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Startet man den Rundweg in Hillstett, führt der Weg am linken Ufer des Sees Richtung Gütenland zur Brücke bei der Staatsstraße 2151. Sie war mit ihren 360 Metern die damals längste Staatsstraßenbrücke Bayerns. Hier hat man einen wunderbaren Blick auf den See.

Freizeit

Eine Radl-Tour für mehr Weitsicht

Die Tour zwischen der Donau und dem Regen verspricht einen perfekten Tag mit dem E-Bike inmitten einzigartiger Natur.

Wer noch gut zu Fuß ist, kann bis zum Ende des Sees gehen. Wer sich drei Kilometer Weg sparen will, der geht die Brücke entlang und kommt wieder auf den Wanderweg. Der Rückweg führt über das „neue“ Eixendorf, vorbei am Seebarnhammer zurück nach Hillstett, wo man sich in der Museumsschänke Salzfriedl von den „Strapazen“ erholen kann. (wbx)

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