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Region Cham
Freitag, 23. Februar 2018 2

Ereignis

Emotionen pur beim Weninger-Turnier

30 Mannschaften kämpften in Waldmünchen beim 23 Stunden langen Hallenkick um den Titel. Die Bistro Youngsters siegten.
Von Petra Schoplocher

  • Bürgermeister und Veranstalter jubeln mit. Kein Wunder, blieb der Sieg beim 27. Weninger-Turnier nicht nur in der Stadt, sondern gewissermaßen auch im Bistro. Die „Youngsters“ schafften zudem das Kunststück, den Titel zu verteidigen. Foto: Schoplocher
  • Die Jüngsten der SG Waldmünchen/Geigant sorgten zwischen Halbfinale und Endspiel dafür, dass sich die Protagonisten ausschnaufen konnten. Und es war ein Vorgeschmack: Mit viel Stimmung in der Halle und vollem Einsatz am Parkett. Foto: ps

Waldmünchen.Um wie viel Schlaf ihn das Endspielergebnis letztlich gebracht hat, vermochte Peter Weninger am „Morgen danach“ nicht mehr zu sagen. Nachdem sich die Feierlichkeiten in der Nacht auf Montag aber im Vergleich zum Vortag noch einmal um eine Stunde Richtung Sonnenaufgang verschoben hatten, liegt der Verdacht nahe, dass der Turniersieg „seiner“ Bistro Youngsters nicht ganz unschuldig war an einem gewissen Defizit.

Dieses nahm der Namensgeber des Weninger-Turniers aber gerne hin. Immerhin sei eine Titelverteidigung äußerst selten und bei inzwischen 27 Auflagen nun auch erst drei Mannschaften geglückt. Doch auch ungeachtet dieses Coups, war der 50-jährige Organisationsleiter sehr zufrieden. „Das war wieder eine tolle Geschichte“, bilanzierte er.

23 Stunden Hallenkick

Weil er dem Torwart unabsichtlich auf die Hand gestiegen war, entschuldigte sich Christian Eidenhardt herzlich bei seinem „Opfer“. Foto: ps

In den 23 Stunden Hallenkick von Samstag früh bis Sonntag Abend war alles geboten, was ein Fußballturnier ausmacht. Plus – und das erhebt den sportlichen Wettstreit eben auf den Rang einer Kultveranstaltung – dem unvergleichlichen Drumrum. Da reisen Spieler von ihrem Studienort hunderte Kilometer weit, um dabei zu sein. Da verlegen Freunde eine Geburtstagsfeier, „weil man die ja anders legen kann, das Turnier aber nun mal an diesem Wochenende ist“. Kurzum: Auch, wer nicht dauernd den Blick auf das Spielgeschehen gerichtet hatte, war gut unterhalten. Wobei manche Begegnungen so packend waren, dass man sich nicht entziehen konnte. Emotionen pur auf dem Spielfeld, Emotionen pur auf den Rängen. 30 Mannschaften konnte Peter Weninger rekrutieren und damit noch einmal zwei mehr als im Vorjahr – „ein wahnsinniger Erfolg“, wie er sich freut. Und das, obwohl „es immer schwieriger wird“. Schließlich gelten harte Zugangsregelungen für eine Spielberechtigung, die allesamt den Charakter des Turniers – das den Beinamen Stadtmeisterschaft trägt – bestimmt: „Es ist im und für den Altlandkreis Waldmünchen.“

Impressionen vom Waldmünchner Weninger-Turnier

Zum Vergleich: Bei der Chamer Stadtmeisterschaft kickten 33 Teams um den Sieg, obwohl es bei ihr keinerlei Beschränkungen gibt. Die 30 Mannschaften waren so bunt gemischt wie ihre Namen, etwa Team Kesselfleisch, FC Porto und Versand oder Kommando Koma. Spätestens bei der Vorrunde am Sonntag trennte sich aber die Spreu vom Weizen, sprich: Die reinen Hobbykicker und diejenigen, die es mit einem Bierchen als Dopingmittel probiert hatten, mussten die Segel streichen.

Der später als solcher ausgezeichnete beste Spieler des Turniers, Nico Bücherl (links), erzielte für die „Bistro Youngsters“ das vorentscheidende 2:0 im Finale. Foto: ps

„Erst, als sie sich am Sonntag mehr und mehr gesteigert haben, haben die Jungs an sich geglaubt“, schildert Peter Weninger die Situation der „Youngsters“. Drei Teams hat der Fußballstammtisch ins Rennen geschickt, dazu rund 45 Helfer aufgeboten. So groß der Druck auf die Titelverteidiger, so überschwänglich die Freude über das erlösende erste Tor im Finale. Als das 3:0 fällt und letztlich die Schlusssirene ertönt, gibt es kein Halten mehr. Nicht bei den Kickern und auch nicht bei den Fans. Die Bistro Youngsters steigerten sich im Laufe des Turniers und schalteten im Halbfinale die AEV II mit 3:0 aus. Auch das Endspiel gegen Dynamo Tresen I war beim gleichen Ergebnis eine klare Angelegenheit. Der Drittplatzierte wurde im Penalty ermittelt und hieß letztlich Gaggerlwetza.

Spektakuläre Effekte

Sieger und Besiegte klatschen sich ab. Nach 108 Begegnungen und rund 23 Stunden Hallenkick bedankten sich Organisatoren und Spieler bei den Helfern und Schiedsrichtern für ihren unermüdlichen Einsatz. Foto: ps

Wie schon das Finale zelebriert wurde – abgedunkelte Halle, Scheinwerfer auf jeden einzeln einlaufenden Spieler und der Musik „Conquest of Paradise“ aus „Eroberung des Paradieses“ – hatten sich die Verantwortlichen auch bei der Siegerehrung einen besonderen Effekt einfallen lassen. Als Bürgermeister Markus Ackermann den Pokal übergab, schossen Konfettikanonen Silberschnitzel in die Luft, der Jubel kannte keine Grenzen. Neben den Teams, die alle eine kleine Aufmerksamkeit erhielten, wurden Nico Bücherl als bester Spieler, Alfons Eiber als bester Torwart (AEV) und Timo Ziereis (Schneeweiß Bethlehem) als bester Newcomer geehrt. Die Torschützenkrone setzte sich Tobias Kordick (Gaggerlwetza) mit acht Treffern auf, das älteste Team war „Kerosin“ mit 287 Jahren. Abgesehen von einem gewissen Schlafdefizit haben aber alle gewonnen – bei einem Kultturnier dabei zu sein, ist eben Kult.

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