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Region Cham
Sonntag, 19. August 2018 29° 4

Verkehr

Endspurt für Ortsumgehung Neubäu

Alle sechs Bauwerke bei Roding sind fertig. Die B85-Trasse soll laut Staatlichem Bauamt planmäßig im Herbst eröffnet werden.
Von Bastian Schreiner

Das Schlüsselbauwerk über den Hauserbach und das Meisterweiher-Biotop ist fertig, nun laufen die Asphaltierungsarbeiten. Foto: Schreiner
Das Schlüsselbauwerk über den Hauserbach und das Meisterweiher-Biotop ist fertig, nun laufen die Asphaltierungsarbeiten. Foto: Schreiner

Roding.Das Ziel, die Ortsumgehung Neubäu am See im Herbst für den Verkehr freigeben zu können, hat das Staatliche Bauamt Regensburg weiter fest im Blick. „Aktuell gehen wir davon aus, dass die Trasse Ende Oktober eröffnet werden kann“, informiert Baudirektor Dr. Richard Bosl. Alle sechs Bauwerke entlang der rund vier Kilometer langen Umgehung, für die die Neubäuer Bevölkerung Jahrzehnte gekämpft hat, sind mittlerweile fertiggestellt.

Sämtliche Brückenbauwerke der neuen Trasse – wie hier am Eichelbergweg – sind inzwischen fertiggestellt. Foto: Schreiner
Sämtliche Brückenbauwerke der neuen Trasse – wie hier am Eichelbergweg – sind inzwischen fertiggestellt. Foto: Schreiner

Derzeit läuft die Asphaltierung an beiden Streckenbaulosen. Sowohl beim Bauabschnitt 1 zwischen der Anschlussstelle Neubäu-West und der Kreisstraße CHA 23 als auch beim Bauabschnitt 2, der sich dort anschließt und bis zur Anschlussstelle Neubäu-Ost reicht, sind die Mitarbeiter der Baufirmen Dankerl und Rädlinger dabei, die Strecke zu asphaltieren. Deshalb spricht der Baudirektor von „Großkampf-Wochen“. Mit den Arbeiten wurde laut Bosl am vergangenen Dienstag begonnen – werde noch einige Tage dauern, bis alle Schichten asphaltiert sind.

Baudirektor Dr. Richard Bosl rechnet spätestens Ende Oktober mit der Verkehrsfreigabe. Foto: Schreiner
Baudirektor Dr. Richard Bosl rechnet spätestens Ende Oktober mit der Verkehrsfreigabe. Foto: Schreiner

Danach stehen kleinere Arbeiten an: Schutzplanke aufstellen, Bankette herrichten, Beschilderung montieren und Markierungen setzen. „Mit dem bisherigen Verlauf sind wir sehr zufrieden. Es gab kaum Verzögerungen“, versichert Dr. Bosl im Gespräch mit unserem Medienhaus. Spatenstich für das Projekt war übrigens im November 2015. Jedoch musste der Kostenrahmen für die Umgehung des Rodinger Ortsteils nach oben korrigiert werden. Wie bereits berichtet, hätten gestiegene Preise beim Brückenbau und die Preisentwicklung des Asphalts die Baukosten in die Höhe getrieben. Statt der aus den Vorplanungen stammenden 19 Millionen Euro hat das Staatliche Bauamt nun rund 25 Millionen Euro veranschlagt – eine Steigerung um fast 32 Prozent.

Die Ortsumgehung nimmt Gestalt an: An der Anschlussstelle Neubäu-Ost laufen die Restarbeiten. Foto: Schreiner
Die Ortsumgehung nimmt Gestalt an: An der Anschlussstelle Neubäu-Ost laufen die Restarbeiten. Foto: Schreiner

Das Schlüsselbauwerk über den Hauserbach und das Meisterweiher-Biotop, das mit 83 Metern gleichzeitig das längste ist, wurde vor kurzem als letztes fertiggestellt. Wie Bosl mitteilt, erhält die Brücke noch eine Irritationsschutzwand für Fledermäuse. Schon vor dem Baustart war eine aufwendige Umzugsaktion für die vom Aussterben bedrohte Haselmaus auf die Beine gestellt worden. Doch in keine der 30 montierten Nistkästchen im Hauserbachtal hatte sich letztendlich eine Haselmaus eingenistet.

Zahlen zum Projekt

  • 4 Kilometer

    4 Kilometer ist die Trasse der Ortsumgehung. Der Orsteil wird im Süden umgangen. Nach Fertigstellung der Umgehung werden die Anwohner der alten B 85 nachhaltig von Lärm und Schadstoffen entlastet.

  • 25 Millionen Euro

    25 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme laut Dr. Richard Bosl. Ursprünglich waren 19 Millionen Euro vorgesehen. Gründe: gestiegene Preise beim Brückenbau und die Preisentwicklung des Asphalts

  • 6000 Fahrzeuge

    6000 Fahrzeuge nutzen im Durchschnitt täglich die Ortsdurchfahrt Neubäu am See. Der starke überörtliche Durchgangsverkehr ist mit einem sehr hohen Schwerverkehrsanteil gekennzeichnet.

Da sich der Verkehrsstrom bei Altenkreith teilt – B 16 Richtung Regensburg und B 85 Richtung Schwandorf –, erhält die Ortsumgehung im Gegensatz zum autobahnähnlichen Ausbau zwischen Cham und Roding nur drei Fahrspuren, so Bosl. Bei der Überführung der Kreisstraße CHA 23 liegt seinen Angaben zufolge der Tiefpunkt der neuen Trasse. Somit erhält der Verkehr bergauf in Richtung Roding und bergauf in Richtung Bruck je zwei Spuren. „Dadurch können die langsameren Lastwagen besser überholt werden“, erklärt er. Die Umgehung könne im Herbst dank der Behelfsumfahrungen unter Verkehrsfluss an die bestehende Strecke angebunden werden. Spatenstiche und Verkehrsfreigaben haben in jüngster Vergangenheit immer wieder Minister nach Roding gelockt. Wer im Herbst kommt, sei noch offen, so Bosl. „Wir werden die Termin aber in München anmelden.“

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