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Region Cham
Sonntag, 27. Mai 2018 27° 2

Vortrag

Energie sparen statt Geld verheizen

Der zweite Kreiswerketag lud ins Biomasseheizkraftwerk nach Waldmünchen zu einem Informationsabend über Sparmöglichkeiten.

Die Referenten Sascha Gierl (links) und Tobias Scherner sprachen über Möglichkeiten der Heizungsoptimierung Foto: wbr

Waldmünchen. Energie einsparen statt Geld zu verheizen, so war das Thema des 2. Kreiswerketages 2018 umschrieben. Zahlreiche Interessenten waren zu dem Vortrag im Biomasseheizkraftwerk gekommen, um sich mit den Möglichkeiten der Energieeinsparung beim Heizen vertraut zu machen. Zwei Referenten konnten an diesem Abend von Matthias Wiedemann vom Zukunftsbüro der Kreiswerke Cham begrüßt werden. Sascha Gierl ist Heizungsmeister und Energie-Effizienz-Experte. Tobias Scherner ist Heizungsbauingenieur und Inhaber der Firma TS Wellness-Gebäudetechnik in Weiding.

Die Frage, ob sich beim Heizen durch technische Maßnahmen Geld sparen lässt, ist leicht mit „Ja“ zu beantworten. Effiziente Wärmedämmung, Vermeidung von Bauschäden, Wärmebrücken und Zugluft oder Optimierung der Heizungsanlage sind verschiedene Maßnahmen zur Heizenergieeinsparung. Etwa 80 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in privaten Haushalten entfallen auf die Heizung. Eine Möglichkeit, dieses enorme Einsparpotential nutzbar zu machen ist der hydraulische Abgleich.

Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass das erwärmte Heizungswasser im Heizungssystem richtig verteilt wird. Einflussgrößen sind dabei der Wärmeerzeuger, die Umwälzpumpe, Rohrlängen und Querschnitt, aber auch die Verlegeart und die baulichen Gegebenheiten. Bei einer gut ausgelegten Heizung werden die Heizkörper bedarfsgerecht gleichmäßig warm und es kann bis zu 15 Prozent Energie eingespart werden. Energetische Sanierungsmaßnahmen werden vom Staat gefördert. Um für die Modernisierung der Heizung in den Genuss der zinsgünstigen Förderprogramme zu kommen ist immer der hydraulische Abgleich erforderlich.Alle Maßnahmen sind dazu vorab zu beantragen. Für die Berechnung des hydraulischen Abgleichs gibt es verschiedene Berechnungsvarianten.

Per Drehscheibe oder App bzw. mit einfachen Herstellerprogrammen kann ein überschlägiger Abgleich berechnet werden. Bei Verwendung von Planersoftware erfolgt eine präzise Rohrnetzberechnung und die Heizlastberechnung jeden einzelnen Raumes. Das ist damit aber das genaueste, aufwendigste und teuerste Verfahren. Die Kosten für diese Maßnahme, die im vierstelligen Bereich liegen, trägt in jedem Fall der Auftraggeber. Erfahrungen und Studien haben gezeigt, dass der Nutzen des hydraulischen Abgleichs der Thermostatventile bei Neubauten wesentlich höher ist und bei Altbauten nicht unbedingt sinnvoll ist. Mehrfamilienhäuser sind dabei effektiver als Einfamilienhäuser. Bei Fernwärmeeinsatz ist der Nutzen geringer als bei Heizungen mit Öl oder Gas.

Im Anschluss an die Vorträge der Referenten wurden zahlreiche Fragen beantwortet. Matthias Wiedemann dankte den Referenten mit einem kleinen Präsent für ihren Vortrag. (wbr)

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