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Vortrag

Energiespeicher der Zukunft

Beim Energiewende-Stammtisch referierte Dr.-Ing. Matthias Schulz. Er sprach über die Entwicklung neuer Keramik-Batterien.
Johann Gruber

Energiewendestammtischgründer Hans Christl (links) bedankte sich bei Referent Dr.-Ing. Matthias Schulz. Foto: Johann Gruber
Energiewendestammtischgründer Hans Christl (links) bedankte sich bei Referent Dr.-Ing. Matthias Schulz. Foto: Johann Gruber

Arnschwang.Im Rahmen der Nutzung erneuerbarer Energien, hat man sich im Landkreis Cham das Ziel gesetzt, eine der führenden Regionen Deutschlands zu werden und den Anteil regenerativer Energieversorgung bis zum Jahre 2020 auf 60 Prozent zu erhöhen. Vor fünf Jahren hat der Landkreis für seine Bürger deshalb mit sogenannten „Energy Scouts“ Anlaufstellen zum Thema „Energie“ eingerichtet. Die Beratungen können Interessierte kostenlos in Anspruch nehmen, da die Bioenergie-Region Straubing-Bogen sowie die Partnerregion Landkreis Cham mit Hilfe von Fördermitteln die Kosten für das Energy-Scout-Projekt tragen.

Mit Johann Christl aus Arnschwang gibt es einen Energy Scout auch im Nahbereich Furth im Wald- Hohenbogenwinkel. Christl hat 2016 den „Energiewende-Stammtisch“ in Arnschwang ins Leben gerufen, zu dem jeder an Energiethemen Interessierte herzlich willkommen ist. Etwa zwei bis drei Dutzend Besucher zählen seitdem die monatlichen Stammtische im Radl-Café in Arnschwang, bei denen schon viele Energiethemen behandelt wurden.

Zum jüngsten Energiewende-Stammtisch fanden sich mehr als doppel so viele Besucher wie sonst ein, weil es Christl gelungen war, mit Dr.-Ing. Matthias Schulz vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS im rund 80 Kilometer nördlich von Hof gelegenen Hermsdorf, einen hochkarätigen Referenten nach Arnschwang zu holen. Dr. Schulz, der die Arbeitsgruppe „Stationäre Energiespeicher“ in der IKTS-Abteilung „Systemintegration und Technologietransfer“ leitet, bezeichnete stationäre Energiespeicher als wesentlichen Baustein für die Gestaltung unserer zukünftigen Energieversorgung.

Im Fokus der Entwicklungen stehen dabei natrium-basierte Batterien, keramische Katalysatoren für Metall-Luft-Batterien und keramische Alkali-Ionen-Leiter.

In seiner Arbeitsgruppe werden durch werkstoffwissenschaftliche Ansätze und produktionstechnische Lösungen Materialien, Fertigungsverfahren sowie innovative Batteriedesigns anwendungsorientiert entwickelt. Das Fraunhofer IKTS verfügt dazu über eine hochmoderne Anlagen- und Analysetechnik, welche die Grundlagen für die Untersuchung neuer kostengünstiger Prozesse und den Aufbau eines vertieften Verständnisses über Betrieb und Alterung von stationären Energiespeichern bilden.

Die meisten Stromspeicher basieren bisher auf Lithium oder Kobalt, deren Abbau aus den Lagerstätten vielfach ohne Rücksicht auf horrende Umweltschäden erfolge. Das könne per Google-Suche jeder selbst nachschlagen. Als nachhaltige Alternative stellte Dr. Schulz ein vom Fraunhofer IKTS entwickeltes neues und kostengünstiges Batteriesystem vor: die Keramische Hochtemperaturbatterie cerenergy®. Mit Kosten von weniger als 100 Euro/kWh liegt der Preis auf Zellebene bei rund einem Drittel des Preisniveaus von Li-Ionen Akkus. Der nächsten Energiewende-Stammtisch findet am 1. Mai um 19 im Radl-Café in Arnschwang statt. (fer)

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