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Region Cham
Freitag, 17. August 2018 28° 2

Tradition

Eng mit der Heimat verbunden

Ehemalige Bewohner der Ortschaften Grafenried, Anger, Seeg und Haselberg und Angehörige feierten ein Wiedersehen.

  • Am Gedenkstein sangen alle Teilnehmer des traditionellen Treffens das Böhmerwaldlied. Fotos: wbf
  • Diakon Gänger segnete die Gräber und erinnerte an die Verstorbenen aus den vier Orten.
  • Im Gasthaus Laubmeier gab es Geschenke für Helmut Roith (r.) und Hans Laubmeier (2. v. r.).

Waldmünchen.Jedes Jahr treffen sich ehemalige Bewohner der Ortschaften Grafenried, Anger, Seeg und Haselberg sowie deren Angehörige und Freunde in der alten Heimat. Traditionell wird das Heimattreffen mit dem Patroziniumsgottesdienst in der freigelegten Kirche St. Georg (wir berichteten) eröffnet. Danach steht eine Einkehr im Gasthaus „Zum Deutschen Eck“ auf dem Programm.

Dort begrüßte Ortsbetreuer Thomas Schrödl die zahlreichen Gäste. Er freute sich, dass die ehemaligen Bewohner und ihre Familien auch über 70 Jahre nach der Vertreibung noch so eng mit ihrer alten Heimat verbunden sind. Unter den Besuchern war auch wieder Judith Mandrgoc aus den USA, deren Großmutter aus Grafenried stammte und 1890 nach Amerika ausgewandert war.

Schrödl betonte, dass er sich schon lange mit der Geschichte Grafenrieds beschäftige. Bei seinen Forschungen sei ihm aufgefallen, dass die Gemeinde mehr eine weit verzweigte Großfamilie denn eine bloße Dorfgemeinschaft gewesen sei. Ein Ahnenpass von Josef Klein aus Seeg habe ihn damals auf den Gedanken gebracht, dass viele Grafenrieder Familien verwandtschaftlich miteinander verbunden sein könnten. Inzwischen konnte er dies mit Hilfe der Kirchenbücher belegen. In einer Präsentation zeigte er auf, wer mit wem verwandt gewesen sei. Um die Geschichte Grafenrieds weiter aufarbeiten zu können, bat er die Anwesenden, die Augen nach „historischen Schätzen offenzuhalten“. Damit meinte Schrödl Ahnentafeln, Chroniken, Aufzeichnungen und alles, was über die Grafenrieder Dorfgeschichte, Lebenskultur und vieles mehr, Aufschluss geben könne. Solche Dokumente seien für die Aufbereitung der Ortsgeschichte von enormer Bedeutung. Schrödl nutzte außerdem die Gelegenheit, sich bei seinem Vorgänger Hans Laubmeier und „Ausgräber“ Helmut Roith mit Geschenken zu bedanken. Judith Mandrgoc überraschte Hans Laubmeier und Helmut Roith ebenfalls mit Geschenken.

Am Sonntag fand die Gräbersegnung am Grafenrieder Friedhof statt. Dort trafen sich am Nachmittag viele Landsleute, um der verstorbenen Ortsbewohner zu gedenken. Zuvor hatten sie sich am Gedenkstein in Untergrafenried versammelt. Stefan Ruhland aus Untergrafenried spielte auf dem Akkordeon Lieder aus der Heimat und das Böhmerwaldlied, bei dem alle mitsangen. Anschließend machten sich die ehemaligen Grafenrieder und ihre Verwandten auf den Weg nach Grafenried. Dort betete Diakon Hans-Peter Gänger mit ihnen und segnete die Gräber der Verstorbenen.

Namentlich wurde der seit 2014 verstorbenen Pfarrmitglieder gedacht. Für Gänger war es die letzte Gräbersegnung. Seit 2007 übernahm er diese Aufgabe. Dafür dankte ihm Schrödl im Namen aller. Dank sagte der Ortsbetreuer all jenen, die mithalfen, den Friedhof zu säubern, umgeworfene Grabsteine wiederaufzurichten und Grabstellen kenntlich zu machen. Es wurden Teile der Friedhofsmauer verputzt und die Grundmauern der ehemaligen Friedhofskapelle ausgegraben. Langfristiges Ziel sei, die alten Grabreihen wieder erkennbar werden zu lassen und die einzelnen Grabstätten den Familien zuzuordnen. (wbf)

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