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Ehrung

Er hat Bayern und Böhmen als Thema

Der Historiker und Schrftsteller Zdenek Procházka wurde mit der Stadtmedaille von Domažlice durch Bürgermeister Miroslav Mach ausgezeichnet.

Zdenek Procházka (links) wurde von Bürgermeister Miroslav Mach mit der Stadtmedaille ausgezeichnet. Foto: fkr

Furth im Wald. Im benachbarten bayerischen Grenzraum wurde der bekannte Historiker und Archäologe sowie Autor von zahlreichen Publikationen, Zdenek Procházka, schon dreimal ausgezeichnet: 2008 erhielt der Eigentümer des Verlages „Böhmischer Wald“ den „Brückenbauer-Preis“ des Centrums Bavaria Bohemia in Schönsee, 2010 wurde er in Eschlkam mit dem Waldschmidtpreis bedacht, 2012 zeichnete ihn der Freundeskreis Furth im Wald-Domažlice für seine Verdienste um die tschechisch-deutschen Beziehungen aus. In seinem Heimatland waren die Auszeichnungen bisher eher rar. 2007 war er vom tschechischen Journalistenverband geehrt worden. Seit Mittwochabend ist Zdenek Procházka aber nun Träger der Stadtmedaille von Domažlice, die ihm im Rahmen einer würdevollen Feierstunde im Rathaussaal durch Bürgermeister Miroslav Mach verliehen wurde. Viele der zweisprachigen Werke von Procházka stehen auch in deutschen Bürgerregalen.

Bürgermeister Miroslav Mach sagte, die Stadtmedaille bekomme Procházka nicht nur wegen seiner Fotos und Bücher, sondern weil er auch ein großer Propagandist für die Stadt sei. Er zeige allen, wie schön es hier ist.

Schon über 100 Bücher

Dem Vorsitzenden des Kulturkomitees der Stadt Domažlice, Vlastimil Konrády, war es dann vorbehalten, die Laudatio über Zdenek Procházka zu halten. Dieser verwies auf den im Jahre 1991 gegründeten Verlag „Böhmischer Wald“ von Procházka, in dem mittlerweile über 100 Bücher, Broschüren und Postkarten mit dem thematischen Schwerpunkt Tourismus, Geschichte, Denkmäler aus den Regionen um Domažlice und Tachov sowie des ganzen westböhmischen Raums entstanden sind. Einige Veröffentlichungen seien auch den Sehenswürdigkeiten des benachbarten Bayerns und der Oberpfalz gewidmet. Fast ein Drittel der Bücher aus seinem Verlag widme sich gemeinsamen deutsch-tschechischen Themen.

Konrády berichtete, dass Procházka aus einer großen Baumeisterfamilie in Domažlice entstammt. Seine Vorfahren waren als Baumeister unter anderem beim Bau des Rathauses und der Chodenburg beteiligt. Procházka ist 1954 in Pilsen geboren, verbrachte aber sein ganzes Leben in Domažlice. Dieser sei weder ein ausgebildeter Historiker noch ein Baumeister, jedoch interessiere diesen sehr die Geschichte von Denkmälern und Gebäuden. Ein besonderes Augenmerk habe Procházka auf das Sudetenland gerichtet. Konrády stellte fest, dass die Leserschaft von historischen Dokumenten inzwischen groß sei. Der Laudator ließ aber auch nicht unerwähnt, dass die Bücher oft auch das Ergebnis von vielen Jahren Forschung und Arbeit sind.

Archäologe und Naturschützer

Procházka sei aktiv als Archäologe und Naturschützer. Dieser befasse sich auch mit den strukturellen und historischen Untersuchungen von Schlössern, Burgen und Kirchen. Bei archäologischen Erkundungen in Domažlice sei er auf mittelalterliche Öfen der Töpfer aus dem 15. Jahrhundert gestoßen.

Ing. Jan Anderle aus Pilsen, ein langjähriger Wegbegleiter von Zdenek Procházka, schilderte die von Anfang an gute und freundschaftliche Zusammenarbeit. In der Verleihung der Stadtmedaille sah er einen Beweis dafür, dass man hier weiß, was Zdenek Procházka für die Stadt Domažlice leistet.

Igor Šlechta las aus einem Buch von Zdenek Procházka vor, in dem dieser seine Erinnerung an den Eisernen Vorhang geschildert hatte. Dabei hatte er sich manche Späße mit dem kommunistischem Regime und den Grenzsoldaten erlaubt.

Zdenek Procházka freute sich sichtlich über die Auszeichnung und sprach von einer großen Ehrung. Scherzhaft erinnerte er sich an seine Lehrerin, die ihm ob seiner schrecklichen tschechischen Sprache geraten habe, nie zu sprechen. „So habe ich alles, was ich erfahren habe, eben einfach aufgeschrieben und dokumentiert“, schmunzelte er. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Domažlicer Dudelsackmusik unter der Leitung von Kamil Jindrich. (fkr)

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