MyMz
Anzeige

Er hat das Bürgermeister-Gen

Bei seiner letzten Stadtratssitzung wünscht sich der scheidende Bürgermeister, „dass es mit Rötz immer so weitergeht“.
Von Günther Hofmann

  • Was wird man später einmal über so ein Bild denken, mit diesem Abstand? Alle Verabschiedeten stellten sich zu einem Bild zusammen… Fotos: whg
  • Sicherheitsabstand in Zeichen der Corona-Krise
  • Bürgermeister Ludwig Reger

Rötz.„Irgendwann geht jede Ära zu Ende!“ Diese Aussage vom scheidenden Bürgermeister Ludwig Reger brachte es auf den Punkt bei der letzten Stadtratssitzung unter seiner Leitung. Nach 18 Jahren als 1. Bürgermeister gibt Reger nun den Bürgermeisterstab am 1. Mai an Dr. Stefan Spindler weiter. Wegen der Corona-Pandemie und der damit auferlegten Abstandsregelung ging eine besondere Stadtratssitzung in der Pausenhalle der Rötzer Grund- und Mittelschule über die Bühne. Bevor es zu den Verabschiedungen der ausscheidenden Stadträte kam, mussten noch ein paar Tagesordnungspunkte abgearbeitet werden, über die wir in einer unserer nächsten Ausgaben berichten.

Abschied von Kollegen

Die Verabschiedung des Ersten Bürgermeisters Ludwig Reger, der Stadträte und Ortssprecher stand als letzter Punkt auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils. Das Stadtoberhauptverabschiedete auch teils langjährige Kolleginnen und Kollegen.

Die Legislaturperiode geht 2020 zu Ende und damit auch die Dienstzeit des 2. Bürgermeister Wolfgang Spießl. Dieser trat als Nachrücker am 12. Juli 1999 dem Stadtratsgremium bei. Das Amt des 2. Bürgermeisters bekleidete er seit dem 6. Mai 2002. „Er hat alle Termin 200-prozentig erledigt und die Stadt immer würdig vertreten. Man kann sich glücklich schätzen, solch einen Stellvertreter zu haben!“, lobte Ludwig Reger.

24 Jahre war Elisabeth Seebauer Mitglied des Rötz Stadtrats. Am 1. Mai 1996 trat sie das Amt an. Besonders am Herzen lag ihr die Volkshochschule, die sie eigenverantwortlich bis zur Schließung führte. „Es war mir eine Ehre, dabei sein zu dürfen“, sagte Seebauer. Am 12. April 2017 rückte Karin Bierlmeier in den Stadtrat nach. Sie brachte sich besonders im Heimatfestausschuss mit ein. Für eine Periode war Christian Hofstetter in verschiedenen Ausschüssen aktiv. Klaus Dirscherl war früher bereits im Stadtrat und rückte ein weiteres Mal am 19. März 2018 nach. Seine konstruktive Mitarbeit war gefragt. Auch Josef Sturm war vom 1. Mai 2014 bis zum 30. April 2020 in verschiedenen Ausschüssen tätig.

17 Jahre lang, seit dem 17. Februar 2003, hat Albert Haimerl seine Spuren im Gremium hinterlassen. Michael Reitinger brachte seine Arbeit für zwei Perioden, vom 1. Mai 2008 an, ein. Die Verabschiedung von Thomas Winderl fiel auf dessen Geburtstag. Er war zwölf Jahre im Stadtratsgremium tätig. Verabschiedet wurden auch die Ortssprecher Michael Christoph und Helmut Nothaas. Beide waren für zwei Perioden für die Vertretung ihrer Ortschaften gewählt worden.

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Spießl nahm dann die Verabschiedung von Ludwig Reger vor. Es dürfte überschlagsmäßig und einschließlich der Ausschusssitzungen die 400. Sitzung sein, die der scheidende Bürgermeister als Vorsitzender leiten durfte, rechnete Spießl vor. 24 Jahre Kommunalpolitik für die Stadt Rötz haben in der Stadt und allen Ortsteilen unübersehbare Spuren hinterlassen. Reger war ab 1996 Stadtrat, ab 1999 3. Bürgermeister und ab 2002 hat er sich mit ganzem Herzen für die Stadt und die Bürger eingesetzt.

„Du hast das Bürgermeister-Gen!“, meinte Wolfgang Spießl. Weitsicht, Zielstrebigkeit, ja eine gewisse Hartnäckigkeit würden Reger auszeichnen. Sein Motto sei gewesen: „Den Wind kann man nicht ändern, aber die Segel richtig setzen.“ Viele Projekte seien unter der Leitung von Ludwig Reger vollzogen worden: Neubau der Wasserversorgung, Straßenbauten, Ortsdurchfahrt, Sporthalle usw. Während seiner Amtszeit seien mehr als 60 Millionen Euro investiert worden, ohne den Schuldenstand zu erhöhen.

Das Ansehen von Rötz vermehrt

Reger sei immer erreichbar gewesen. Auch das gesellschaftliche Miteinander sei ihm wichtig gewesen. Ein offenes Ohr für die Vereine und Rettungsorganisationen sei selbstverständlich gewesen. Heimatfest, Bürgerfest, Städtepartnerschaften – dies alles lag ihm besonders am Herzen. „Du hast deiner Stadt wahrlich deinen Stempel aufgedrückt und das Ansehen vermehrt.“ Reger übergebe ein geordnetes Haus an seinen Nachfolger. Viele Maßnahmen seien bereits am Laufen und warteten auf die Fertigstellung. Neben der Urkunde bekam Ludwig Reger als Geschenk ein neues Handy.

Es sei ein eigenartiges Gefühl, als Bürgermeister Abschied zu nehmen, meinte Ludwig Reger. Er habe gerne in diesem Amt gewirkt. Das Erreichte sei Belohnung und Ansporn gewesen. Leider habe er manches Projekt nicht mehr zu Ende führen können, aber er habe das Vertrauen, dass sein Nachfolger diese Sachen weiterführe. Am Ende frage man sich: Was war gut, was war richtig? Was hat man geleistet? Was hätte man besser machen können? Reger dankte allen Mitarbeitern für die ständige Begleitung und auch allen Stadträten, die alle im Sinn ihres Eides gearbeitet hätten. Sein letzter Dank ging an seine Stellvertreter Wolfgang Spießl und Markus Riederer, auf die er sich immer 100-prozentig verlassen habe können. Er wünsche sich, „dass es mit der liebenswerten Stadt Rötz immer so weiter geht“.

Zur Person

  • Kommunalpolitiker:

    24 Jahre lang war Ludwig Reger in der Kommunalpolitik tätig. Er wurde bei der letzten Wahl wieder in den Kreistag gewählt.

  • In Rötz engagiert:

    1996 wurde er Stadtrat und ab 1999 war er 3. Bürgermeister in Rötz. Im Jahr 2002 wurde er zum 1. Bürgermeister der Stadt Rötz gewählt. Bei den Wahlen 2008 und 2014 wurde das Vertrauen durch die Rötzer jeweils wieder bestätigt. (whg)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht