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Jungunternehmer

Er setzt auf die Energie der Sonne

Stephan Stadler rutschte eher nebenbei in die Selbstständigkeit. Mittlerweile freut er sich über bundesweit beachtete Preise.
Von Sophia Bösl

Die Firma um Geschäftsführer Stephan Stadler installiert Photovoltaikanlagen. Foto/Archiv: cga
Die Firma um Geschäftsführer Stephan Stadler installiert Photovoltaikanlagen. Foto/Archiv: cga

Cham.Zugegeben, beim Anblick des ehemaligen Alpa-Gebäudes in Cham erwartet vermutlich niemand, dass sich dort ein junges Unternehmen verbirgt. 2011 hat Stephan Stadler seinen Betrieb in Cham gegründet – „damals noch als normaler Elektroinstallateur“, wie er sagt. Inzwischen hat er richtig Fahrt aufgenommen.

Mit einem Projekt in Waldmünchen erreichte Stadlers Team kürzlich den zweiten Platz bei einem bundesweiten Innovationswettbewerb. Die Idee, im Bereich regenerativer Energien zu arbeiten, war nicht von Anfang an da. Heute ist es dem Elektromeister auch ein persönliches Anliegen, Ressourcen nachhaltig zu nutzen.

Photovoltaik als Hauptbereich

„Ich habe selbst zwei Söhne und denke nachhaltig, denn man überlässt die Umwelt ja auch seinen Kindern. Man sollte nicht nur über dieses Thema reden, wie das bei vielen Politikern der Fall ist, sondern auch handeln“, sagt er. Seit 2012 installiert das zwölfköpfige Team um Stadler Photovoltaikanlagen.

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Mit der Photovoltaik als umweltfreundlicher Form der Energiegewinnung hat die Elektro- und Energietechnikfirma, die auch Produkte wie Kabelbäume oder Maschinenverdrahtungen anfertigt, ihren Hauptgeschäftsbereich gefunden. „Wir mieten vor allem Dachflächen an, zahlen dafür eine Pacht und bauen dann für große Investitionsfirmen Photovoltaikanlagen darauf“, erklärt der Geschäftsführer.

Selbstständigkeit ergab sich

Nach seinem Realschulabschluss absolvierte der Chamer zunächst eine dreijährige Ausbildung zum Elektroinstallateur. Später kam der Meister dazu. Die Selbstständigkeit ergab sich für Stadler mehr zufällig. Vor der Firmengründung war er fünf Jahre in der Industrie tätig. „Nachdem die privaten Aufträge immer mehr wurden, habe ich irgendwann den Entschluss dazu gefasst, mehr daraus zu machen“, erzählt er.

Doch nur im Büro zu sitzen, ist nichts für den Unternehmer – Anzüge trägt er nur zu geschäftlichen Anlässen. „Ich will nicht wie der Klischee-Chef wirken. Ich bin auch gerne mal auf der Baustelle mit draußen und arbeite als Handwerker, denn ich brauche die Abwechslung, um den Kopf frei zu kriegen“, sagt er.

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Firmensitz im Alpa-Werk

2018 hat Stadler die Firmenzentrale in das ehemalige Alpa-Werk verlegt. Die Optik des Gebäudes soll völlig neu gestaltet werden – im Inneren finden deswegen schon länger Umbauarbeiten statt.

Unter Photovoltaik wird die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mithilfe von Solarzellen verstanden. Foto: Nestor Bachmann/ dpa
Unter Photovoltaik wird die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mithilfe von Solarzellen verstanden. Foto: Nestor Bachmann/ dpa

Erst vor kurzem hat die Firma den zweiten Platz beim E3/DC-Innovationspreis (Technologieunternehmen) in Osnabrück mit einem Projekt in Waldmünchen erreicht. Unter mehr als 600 Firmen, die sich deutschlandweit beworben hatten, überzeugte die es-Power die Jury.

Das Unternehmen installierte eine Photovoltaikanlage auf einem Ferienhaus, die gleichzeitig das Wohnhaus des Kunden mit Strom versorgt. Über eine Ladetankstelle wird der überschüssige Strom in einen BMW i3 abgespeist. „Wenn weiterer Überschuss da ist, dann wird der Strom in den Warmwasserboiler des Kunden eingeschleust“, erklärt Stadler.

Kampf um Fachkräfte

Der Jungunternehmer ist sehr zufrieden mit der Auftragslage seiner Firma. „Unser Auftragspensum wächst auch sehr stark im privaten Sektor“, erzählt er. Gerade in Zeiten des Klimawandels stellen Unternehmen, die mit erneuerbaren Energien arbeiten, einen zukunftsträchtigen Arbeitsplatz dar – den Fachkräftemangel bekommt die Firma trotzdem mit.

„Ich denke, es gibt kein Elektroinstallationsunternehmen, das den Fachkräftemangel nicht spürt. Wir können im Handwerk gute Löhne bieten, aber die Arbeitszeiten können ein Manko sein“, sagt Stadler. Zwei Auszubildende arbeiten im Moment in seinem Unternehmen – die schreiben bald ihre Abschlussprüfungen. „Wir suchen auf jeden Fall dringend neue Lehrlinge“, sagt er.

Über die Firma

  • Das Unternehmen:

    Die es-Power wurde von Geschäftsführer Stephan Stadler 2011 in Cham gegründet. Sitz der Firma ist im ehemaligen Alpa-Werk in der Rachelstraße. Das Team um Stadler besteht aus zwölf Mitarbeitern.

  • Leistungen:

    Das Elektrotechnik-Unternehmen plant und montiert Photovoltaikanlagen für Geschäfts- und Privatkunden. Neben der Photovoltaik verkauft es-Power unter anderem Kabeltrommeln, Stromverteiler und Kabelverlängerungen.

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